Thailändischen Führerschein beantragen (2019)

Motorroller stellen nicht nur für Thailänder das Transportmittel Nr. 1 da. Auch bei Touristen sind sie beliebt. Sich einen der Flitzer auszuleihen, ist nicht schwer oder teuer. Doch ist das auch legal? Zahlt die Versicherung im Fall eines Unfalls? Welche Möglichkeiten gibt es, in Thailand legal zu fahren? Und wie beantragt man einen thailändischen Führerschein? Diese Fragen versuche ich, in diesem Beitrag zu beantworten.

Die Rechtslage

Die Rechtslage ist simpel: Wer in Deutschland keine Fahrerlaubnis für Motorroller hat, besitzt diese in Thailand auch nicht – und fährt damit illegalerweise ohne Führerschein. Damit greift die KFZ-Versicherung in Thailand nicht, außerdem bekommt ihr automatisch bei einem Unfall (der in Thailand schnell passiert), die Schuld zugesprochen.

Die im neuen B-Führerschein abgedeckten Leichtkrafträder bis 50ccm gibt es in Thailand nur äußerst selten zu mieten. Wer natürlich in Deutschland den Motorradführerschein gemacht hat, braucht nicht weiter zu lesen: Einfach zur Führerscheinstelle gehen und den Internationalen Führerschein beantragen. Fertig. Dieser wird auch im Land des Lächelns anerkannt, wenn ihr ihn zusammen mit eurem deutschen Lappen dabei habt.

Der Thailändische Führerschein

Alle anderen, die länger in Thailand bleiben, sollten erwägen, den Thai-Führerschein zu machen. Die meisten hier genannten Informationen gelten allgemein. Nur was das Prozedere angeht, beziehe ich mich aus eigener Erfahrung auf die Stadt Chiang Rai im Norden Thailands, und speziell auf den Motorrad-Führerschein. Wie läuft die Beantragung des Führerscheins nun genau ab?

1. Der Papierkram

Als erstes benötigt ihr ein sog. Residence Certificate, also eine Bescheinigung, dass ihr länger in Thailand wohnt – normalerweise mindestens 1 Monat. Das geht auch mit einem Touristenvisum (nicht mit 30-Tage-Visum bei der Einreise!), sowohl Single als auch Multiple Entry. Folgende Unterlagen werden für das Residence Certificate benötigt:

  • Der ausgefüllte Antrag, den ihr hier downloaden könnt
  • Kopie der Fotoseite des Reisepasses, des Visums, des Einreisestempels und der Departure Card (TM 6), alles von euch unterschrieben
  • Eine Kopie eures Mietvertrags, unterschrieben von euren Vermietern
  • Das Formular TM30, unterschrieben von euren Vermietern. Hier zum Download.

Mit diesen Dokumenten geht ihr zur Immigration, in Chiang Rai hier zu finden. Es empfiehlt sich, gleich morgens zu kommen, um lange Schlangen zu vermeiden. Ich war Ende September um 08.30 Uhr da und musste nicht einmal 20 Minuten warten. Das Residence Certificate konnte ich gegen eine Gebühr von 300 Baht gleich mitnehmen.

Des Weiteren braucht ihr für den Führerschein:

  • Euren deutschen Führerschein
  • Ein Medical Certificate. Dieses bekommt ihr bei jedem Arzt für etwa 150 Baht ausgestellt. Die Untersuchung beschränkt sich auf das Blutdruckmessen und die Frage „fehlt Ihnen etwas?“ Keine ernst zu nehmende Hürde.

2. Bei der Führerscheinstelle

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Mit eurem Reisepass, dem Residence Certificate und eurem Medical Certificate geht ihr zur sog. Land Transportation Unit (in Chiang Rai hier zu finden) und sagt, dass ihr den thailändischen Führerschein machen wollt. Die Mitarbeiter teilen euch dann mit, wann ihr die beiden Prüfungen ablegen könnt. Wie in Deutschland auch müsst ihr nämlich eine praktische und eine theoretische Prüfung machen. Davor steht eine Einweisung in die Verkehrsordnung Thailands an.

2.1 Einweisung

Das sog. „Training“ besteht aus einem 4-stündigen Film über Verkehrsregeln in Thailand, den ihr euch ansehen müsst – in den meisten Fällen am Tag nachdem ihr den Führerschein beantragt habt. Der Film ist auf Thai mit englischen Untertiteln. Dankbarerweise gibt es eine Mittagspause von einer Stunde. 90% des Inhalts ist für euch absolut belanglos für die theoretische Prüfung. Ihr könnt euch also etwas zu lesen mitnehmen.

2.2 Theoretische Prüfung

Die Theorie-Prüfung besteht aus 50 Multiple Choice-Fragen, von denen ihr maximal 5 falsch haben dürft. Ich habe mich mit den Testfragen auf dieser Seite vorbereitet. Hier könnt ihr euer Wissen auch mit einem Quiz testen. Mehr Vorbereitung war nicht nötig, da 90% der Fragen eins zu eins auch in der richtigen Prüfung drankamen. Die Bearbeitungszeit beträgt 60 Minuten. Wenn ihr den Test nicht geschafft habt, könnt ihr ihn am gleichen Tag wiederholen.

2.3 Praktische Prüfung

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Danach geht es auf den Verkehrsübungsplatz. Hier müsst ihr einen festgelegten Parkour abfahren. Dafür braucht ihr ironischerweise ein eigenes Motorrad. Bei der Land Transportation Unit in Chiang Rai lassen sich Motorroller ausleihen (40 Baht mit Schaltung, 70 Baht für Automatik), das wird in anderen Städten auch nicht anders sein.

Für jeden, der schon ein paar mal gefahren ist, stellt der Parkour keine Herausforderung dar. Ihr müsst an Stoppschildern und einem „Bahnübergang“ anhalten, durch einen Kreisel fahren, einen einfachen Slalom meistern und über eine schmale gelbe Linie fahren. Insgesamt dauert der Test nicht mehr als 5 Minuten (die Wartezeit leider nicht mit gerechnet). Habt ihr den Test nicht bestanden, könnt ihr ihn nach einer Sperre von 3 Tagen erneut versuchen.

3. Nach den Prüfungen

Wenn ihr beide Prüfungen bestanden habt, geht ihr zum Schalter, legt eure Bescheinigung vor und entrichtet die Gebühr von 105 Baht. Dann wird noch ein Foto gemacht, und schon seid ihr stolzer Besitzer eines Thai-Führerscheins – Gültigkeit: 2 Jahre, danach ohne weitere Prüfungen verlängerbar auf 5 Jahre.

Fazit: Der Thai-Führerschein ist nicht schwer zu bekommen. Einzige Voraussetzungen sind ein Wohnsitz in Thailand für mindestens einen Monat und das Bestehen zweier Prüfungen. Nur etwas Zeit solltet ihr mitbringen, da ihr an einem Tag kaum den Film und die Prüfungen schafft. Aber danach steht dem legalen (und hoffentlich sicheren) Fahren im Land des Lächelns nichts mehr im Wege.

 

Doi Tung

Ein beliebtes Ausflugsziel etwa eine Stunde von Chiang Rai stellt die Bergwelt von Doi Tung dar. Der Ort ist vor allem für das Engagement der Königinmutter Srinagarindra für die einheimischen Bergstämme bekannt. Doch nicht nur über die Förderung landwirtschaftlicher Projekte und die Bekämpfung des Drogenhandels lernt ihr dort. Es warten auch wunderschöne Gartenanlagen, opulente Architektur und ein erhabenes Panorama.

Inhaltsverzeichnis

Die Anfahrt

1. Mae Faah Luang Garden

2. Doi Tung Royal Villa

3. Hall of Inspiration

4. Mae Fah Luang Arboretum

5. Wat Phra Tat Doi Tung

 

Die Anfahrt

Doi Tung liegt etwa 60 Kilometer nördlich von Chiang Rai. Die bequemste Möglichkeit stellt die Anreise mit dem Motorrad oder Auto dar. Wer mit öffentlichen Verkehrsmitteln kommen möchte, muss den Bus nach Mae Sai nehmen und am Highway kurz vor der Absweigung nach Doi Tung aussteigen. Dort bleibt nur das Anheuern eines Taxis oder Kleinbusses.

Was gibt es zu sehen?

Neben Aussichtspunkten am Straßenrand und einem Tempel ist Doi Tung für 4 Sehenswürdigkeiten bekannt: Mae Fah Luang Garden, Royal Villa, Hall of Inspiration und Mae Fah Luang Arboretum. Der Eintritt für diese beträgt je 90 Baht. Sparen könnt ihr, indem ihr das Special Ticket für 220 Baht kauft. Darin sind alle 4 Attraktionen enthalten.

1. Mae Faah Luang Garden

Los geht es bei diesem Botanischen Garten, der vor allem dank seiner bunten Blumenpracht und den kunstvoll angelegten Beeten sehenswert ist. Hobbybotaniker finden hier eine Vielzahl von Pflanzen, angefangen bei hohen Bäumen über Orchideen bis zu Bonsais. Für Kinder befindet sich hier ein Spielplatz, den ich leider nicht testen konnte.

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2. Doi Tung Royal Villa

Die zweite Attraktion ist diese Residenz der Königinmutter Srinagarindra. Nach gut 100m Laufen erhaltet ihr euren Audioguide, mit dem ihr die Villa erkunden könnt. Die meisten Räume sind für Besucher gesperrt. Das was ihr sehen könnt, lässt sich mit „schlicht, aber elegant“ beschreiben. Übermäßigen Prunk sucht man hier vergebens – stattdessen dürft ihr einen Blick in das Wohnzimmer und die eigene Zahnarztpraxis von Thailands Prinzessin der Herzen werfen.

Die Royal Villa öffnet ihre Pforten um 12:30 Uhr. Fotos sind im Inneren leider nicht erlaubt.

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3. Hall of Inspiration

Hinter diesem exoterisch anmutenden Namen verbirgt sich ein Museum, das das Engagement der thailändischen Königsfamilie für Doi Tung dokumentiert. Das unterirdische Museum besticht durch hochmoderne Aufmachung, viele Bilder und Videos sowie interaktive Elemente. Klar, es hat schon etwas von Propaganda, wenn die Königsfamilie über den Klee gelobt wird. Doch das ist in Thailand eben so, und die Informationen sind hübsch aufbereitet. Definitiv eine Empfehlung, auch für alle, die sich für die Geschichte des Goldenen Dreiecks an sich interessieren.

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4. Mae Fah Luang Arboretum

Die vierte Attraktion befindet sich 9 Kilometer von Doi Tung entfernt – was ein Grund für die wenigen Touristen sein mag. Es handelt sich um einen weiteren botanischen Garten, der sich jedoch eher wild-romantisch und naturbelassen präsentiert. Die Flora des Bergwaldes, etwa hohe Nadelbäume und Bananenpflanzen, kommt hier schön zur Geltung. Dazu locken Aussichtspunkte. Die Sicht ist jedoch aufgrund der Bäume im Weg nicht besonders toll.

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5. Wat Phra Tat Doi Tung

Wer vom Arboretum noch 2 Kilometer weiter fährt, kommt zu einer fünften Attraktion. Hier verirrt sich wirklich kein westlicher Tourist hin. Wat Phra Tat Doi Tung ist ein Tempel, den ihr über steile Stufen erreicht. Das Gebäude an sich haut Kenner thailändischer Gotteshäuser nicht sonderlich vom Hocker. Der nahe Aussichtspunkt hat es jedoch in sich und erlaubt ein weites Panorama über das thailändisch-burmesische Grenzland.

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Und natürlich lohnt es sich immer, an den Aussichtspunkten neben der Straße anzuhalten.

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Fazit: Doi Tung eignet sich perfekt für einen Tagesausflug. Wer nur wenig Zeit hat, beschränkt sich auf die 3 ersten Attraktionen. Wer alle 5 sehen will, sollte inklusive Anfahrt von Chiang Rai etwa 5-6 Stunden einplanen. Dann lohnt sich auch der Eintrittspreis von 220 Baht.

Doi Chang

Eine der schönsten Gegenden rund um Chiang Rai begeistert nicht nur mit einer erhabenen Berglandschaft. Hier wird auch der Spitzen-Kaffee angebaut, der in ganz Thailand bekannt ist. Endlose Plantagen, Cafés, Aussichtspunkte und ein Tempel mitten im Bergwald erwarten euch in Doi Chang – immer noch ein Geheimtipp fern der Touristenattraktionen Chiang Rais und Chiang Mais.

Inhaltsverzeichnis

Die Anreise

1. Die Unterkunft – Achiraya Mountain Resort

2. Abonzo Coffee

3. Ja Dae Coffee

4. Buddhist Park

5. Doi Chang View Point

6. Nadelwald und Kaffeplantagen

Zurück nach Chiang Rai

Karte

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Die Anreise

Doi Chang liegt etwa 1,5 Stunden von Chiang Rai entfernt und ist am besten mit dem Motorroller oder Auto zu erreichen. Vorsichtige Fahrweise ist aufgrund der Gebirgslage angebracht, aber die Straßen sind größtenteils gut in Schuss. Wer nicht selbst fahren will, muss den Bus nach Mae Suai nehmen und von dort mit einem Taxi weiterfahren.

1. Die Unterkunft – Achiraya Mountain Resort

Auch wenn es problemlos möglich ist, an einem Tag von Chiang Rai nach Doi Chang zu fahren, sich alles anzusehen und wieder heimzukehren, wollte ich eine Nacht in der Bergidylle bleiben. Es gibt viele Resorts und Guest Houses in und um Doi Chang. Als Faustregel gilt: Je näher an den Kaffeeplantagen, desto teurer. Ein guter Kompromiss ist das Achiraya Mountain Resort mit wunderschöner Aussicht, 9 km von Doi Chang entfernt.

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Blick von der Terrasse aus

Ein Zimmer mit eigenem Bad und Ventilator kostet 450 Baht (13,50 Euro) pro Nacht. Für 600 Baht (18 Euro) gibt es ein Zimmer mit Klimaanlage. Das Restaurant war zur Zeit meines Besuchs nicht in Betrieb. Wer in der Nähe essen möchte, muss 5 Minuten in das Dorf Baan Huai Krai (7) fahren. Allerdings schließen die Restaurants dort schon um 19 Uhr.

Von Huai Krai folgt ihr einfach dem Schild nach Doi Chang. Und werdet schon bald mit herrlicher Aussicht belohnt.

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2. Abonzo Coffee

In Doi Chang angekommen, wird es erst einmal Zeit für einen Kaffee. Dafür stehen eine Fülle an Cafés zur Auswahl. Meine erste Tasse habe ich bei Abonzo Coffee getrunken. Für einen Americano zahlt ihr hier 70 Baht (2 Euro). Danach könnt ihr noch den Hügel erklimmen, euch die Kaffeepflanzen von Nahem ansehen und das Panorama auf euch wirken lassen.

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3. Ja Dae Coffee

Etwas weiter nördlich lockt dieses Café mit toller Aussicht. Der Preis für eine Tasse Kaffee ist mit 50 Baht (1,50 Euro) echt günstig. Daneben kann ich zum Frühstück die Reissuppe mit Hühnchen und Ingwer empfehlen.

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Aussicht am Morgen

4. Buddhist Park

Dieser buddhistische Skulpturenpark ist über eine Nebenstraße nach dem Doi Chang Hill Resort zu erreichen. Ein englisches Hinweisschild gibt es nicht, darum einfach dem Schild mit dem Bild einer Buddhastatue folgen. Zum Park geht es über Bambusstege und Brücken. Ein wirklich friedvoller Ort inmitten eines schattigen Bambushains.

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5. Doi Chang View Point

Folgt ihr der Straße zum Buddhist Park, kommt ihr zu einem wunderschönen Park mit bunten Blumen, dichten Nadelbäumen und grandioser Aussicht über die Hügel Doi Changs.

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6. Nadelwald und Kaffeplantagen

Es lohnt sich, noch etwas weiter nach Norden zu fahren. Hier wird das Klima deutlich kühler und die Vegetation ändert sich. Der Kontrast aus Nadelbäumen und Hügeln mit endlosen Kaffeeplantagen ist äußerst hübsch anzusehen.

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Falls ihr, wie ich, von Baan Huai Krai nach Doi Chang gefahren seid, solltet ihr unbedingt die südliche Straße vorbei an Abonzo Coffee zurück nehmen. Der Weg strotzt nur so vor erhabenen Ausblicken. Zeit, ein letztes Mal das Panorama zu genießen, bevor es zurück nach Mae Suai und dann nach Chiang Rai geht.

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Mein Leben in Chiang Rai (Teil 8)

Meine Zeit in Chiang Rai neigt sich vorerst dem Ende zu. Bevor es zurück nach Deutschland geht, wo ich von ähnlich heißen Temperaturen wie im tropischen Thailand begrüßt werde (Hallo Hitzewelle 2019!), wollte ich noch drei weitere Orte vorstellen, die man von Chiang Rai aus unbedingt besuchen sollte:

Inhalt

1. Chiang Saen

2. Phayao

3. Tam Blaa

1. Chiang Saen

Diese Kleinstadt befindet sich nordöstlich von Chiang Rai und ist vor allem für das „Golden Triangle“ bekannt – der Ort, an dem sich Thailand, Laos und Myanmar eine Grenze teilen. Aber der Reihe nach…

Anreise und Unterkunft

Ihr erreicht Chiang Saen am bequemsten mit dem Bus. Die Fahrt dauert vom Chiang Rai Bus Terminal 1 etwa eine Stunde und kostet 40 Baht (1 Euro). Chiang Saen ist immer noch ein Geheimtipp, darum gibt es auch keine günstigen Hostels, die man online buchen könnte. Eine Empfehlung, die ich gelesen hatte, drehte sich um das Tararin Guesthouse im Zentrum Chiang Saens. Ich habe die Zimmer nicht gesehen, allerdings erschienen mir 600 Baht (17 Euro) pro Nacht doch etwas teuer. Auf der anderen Straßenseite wartet eine günstige Alternative. Das Guest House, das nicht einmal auf der Karte verzeichnet ist, bietet Zimmer für 200 Baht (6 Euro) pro Nacht an. Die Zimmer mit Bad sind okay, jedoch kamen viele Insekten unter der Tür durch. Klimaanlage gibt es nicht, nur einen Ventilator. Für ein, zwei Tage jedoch in Ordnung.

Sehenswürdigkeiten

Ich kam erst am späten Nachmittag an. Darum entschied ich mich, zuerst den Tempel Wat Phra That Chedi Luang in Gehreichweite des Guesthouse zu besuchen. Dabei handelt es sich um einen historischen Stupa im Schatten hoher Bäume. Auch ein jüngerer Tempel säumt das Areal.

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Überhaupt war ich überrascht, wie viele alte Tempel den Westteil von Chiang Saen säumen. Anders als etwa bei den Ruinen von Ayutthaya, waren jedoch außer mir kaum Besucher anwesend.

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Am nächsten Tag lieh ich mir für 100 Baht (2,70 Euro) ein Fahrrad aus, um zur Hauptattraktion von Chiang Saen zu fahren: Dem 10 Kilometer entfernten Golden Triangle. Wie schon gesagt, handelt es sich um den Ort, an dem drei Länder aufeinander treffen. Am Westufer des Mekong liegt Thailand. Östlich beginnt Laos, und Myanmar erstreckt sich nördlich des Nebenflusses Mae Nam Ruak.

Ich hatte im Vorfeld mit einigen Reisenden gesprochen, die das Golden Triangle etwas ernüchternd fanden. Natürlich, eine Top-Attraktion solltet ihr nicht erwarten. Ganz nett ist das Golden Triangle aber trotzdem. Neben dem ikonischen Tor mit dem Schriftzug befindet sich dort eine große goldene Buddhastatue und eine Skulptur, deren Bedeutung sich mir nicht erschlossen hat.

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Wer den Aufstieg nicht scheut, genießt oberhalb des Tempels Wat Phra That Phu Khao die Aussicht auf das Golden Triangle. Außerdem könnt ihr euch hier eine 700 Jahre alte Buddhastatue ansehen.

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3 Kilometer weiter liegt mein persönliches Highlight in Chiang Saen: die Hall of Opium. Dieses Museum dokumentiert die Geschichte des Opium-Anbaus im Norden Thailands – einst die wichtigste Einnahmequelle für die dort lebenden Bergvölker. Von einem Museum zu sprechen, trifft es eigentlich nicht ganz. Ich würde es als multimediale Zeitreise beschreiben, mit liebevoll gestalteten Schauplätzen, Filmen und audiovisuellen Effekten. 2 Stunden sollte man für den Besuch einplanen, der 200 Baht (6 Euro) kostet.

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2. Phayao

Eine Stunde südlich von Chiang Rai liegt das kleine Städtchen Phayao. Hauptattraktion ist der künstliche See – einer der größten in Nord-Thailand. Das malerische Seeufer ist perfekt zum Spazieren und Fahrradfahren. Die Einheimischen kommen gerne zum Angeln hierher.

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Empfehlen kann ich den Tempel Wat Shi Khom Kham mit seiner goldenen Buddhastatue. Highlight des Tempels ist jedoch der angrenzende Skulpturenpark. Die bizarren Skulpturen stellen Dämonen und Szenen aus den buddhistischen Höllen dar.

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Was natürlich der Dinosaurier hier macht, weiß ich leider nicht.

Weniger gruselig geht es in der Nithat Culture Hall zu, einem Museum, das über die Geografie des Sees informiert und Kunstwerke aus der Geschichte der Region ausstellt. Der Eintritt beträgt 50 Baht (1,30 Euro).

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3. Tam Blaa

Diese Höhlen mit Tempel eigenen sich perfekt für einen Tagesausflug von Chiang Rai. Wer nicht mit dem Roller anreisen will, kann für 40 Baht (1 Euro) den Bus nach Mae Sai im Norden nehmen. Einfach dem Fahrer sagen, dass ihr zur Tam Blaa Höhle wollt. Notfalls das Wort „monkey“ sagen, dann wissen alle Bescheid. Von der Hauptstraße sind es noch zwei Kilometer Fußweg.

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Der Haupttempel von Wat Tam Blaa

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Lasst euch nicht von diesem animatronischen Skellett erschrecken.
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…oder den Figuren hinter dem Tempel, die für 10 Baht zum Leben erwachen.

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Die erste Höhle liegt rechterhand des Haupttempels. Wer Sie erkunden möchte, braucht eine Taschenlampe, da im Inneren überhaupt kein Licht brennt.

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Eine weitere Höhle erreicht ihr linkerhand über steinerne Stufen. Diese halboffene Höhle beeindruckt mit ihrer Größe und beherbergt einen kleinen buddhistischen Schrein. Kauft ruhig beim Mitarbeiter ein paar Räucherstäbchen für 20 Baht (50 Cent) und zündet sie in der Höhle an. Der Eintritt ist schließlich kostenlos und so entschädigt ihr den Mann dafür, dass er den ganzen Tag dort sitzen muss – immer mit der Gefahr, von Affen gebissen zu werden (nach eigenen Aussagen bereits passiert!)

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Diese Affen bevölkern den Bereich um die Höhlen. Sie kümmern sich meistens nicht um Besucher, es sei denn, man kauft sich Futter vor dem Höhleneingang. Die Affen wirken nicht aggressiv und sogar ganz süß, zu nahe kommen würde ich ihnen aber nicht wollen (Die Aussage des Mitarbeiters hat mir schon gereicht). Am Eingang liegen Bambusstöcke aus. Ob diese als Kletterhilfe oder zur Abwehr der Affen dienen sollen, habe ich leider nicht herausgefunden.

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Bevor es zurück zur Hauptstraße geht, könnt ihr noch einen Abstecher zum Tempel Wat Tham Sao Hin Payanak machen. Von innen macht der Tempel nicht viel her, aber er bietet ganze nette Aussichten auf die Hügel hinter Wat Tam Blaa.

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Laos – Impressionen und Bilder

Wer in Chiang Rai wohnt, hat es nicht weit ins Nachbarland Laos. Doch auch die Anreise vom Süden aus, etwa von Ayutthaya nach Nong Khai, und dann von Nong Khai nach Vientiane, ist ganz einfach möglich

Meine Route dauerte eine Woche und führte mich von Vientiane über Vang Vieng nach Luang Prabang, und von dort mit dem Boot nach Huay Xai an die thailändische Grenze. Hier sind einige Einblicke, Fotos und Reisetipps.

Inhaltsverzeichnis

1. Vientiane

2. Vang Vieng

3. Luang Prabang

4. Bootsfahrt von Luang Prabang nach Huay Xai

1. Vientiane

Die Hauptstadt von Laos wirkt recht provinziell – kein Vergleich zu den Hochhäusern und Reklametafeln von Bangkok, Saigon oder sogar Phnom Pen. Dafür erweist sich die Gefahr, überfahren zu werden, als weit geringer und die Sehenswürdigkeiten sind nicht so weit voneinander entfernt.

Am meisten beeindruckt hat mich das Besuchszentrum der Organisation Cope, die Opfer von Streubomben unterstützt. Laos ist von allen Ländern Südostasiens am schlimmsten von den tückischen Überresten des Vietnamkriegs betroffen. Das COPE Visitor Center bietet anschauliche Informationen und Realien. So könnt ihr sehen, welche Gegenstände arme Bauern in Laos aus Bombenhüllen herstellen, oder mit einer so. Mirror Box nachvollziehen, wie Bomben-Opfer mit dem Verlust von Gliedmaßen umgehen. Auf jeden Fall empfehlenswert und dazu noch kostenlos (eine Spende ist jedoch gern gesehen).

Hübsch anzusehen, sind die Tempel Vientianes, allen voran Pha Tat Luang. Laos´wichtigstes Heiligtum hat mich zwar nicht vom Hocker gehauen, ich war allerdings nach den Tempeln von Myanmar auch sehr verwöhnt. Zahlt bloß nicht den Eintritt, im Inneren gibt es nichts zu sehen außer eine kleine Fotoausstellung. Ihr könnt lediglich um den goldenen Stupa herumlaufen, betreten ist jedoch nicht möglich.

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Südlich des Busbahnhofs befindet sich ein kleinerer Tempel, der mir persönlich sehr gut gefallen hat: Wat Si Muang. Der Tempel aus dem 16. Jahrhundert besitzt viele Buddhastatuen und einen reich verzierten Innenraum.

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Erwähnung finden sollte daneben Patuxai, ein imposanter Torbogen, der zu Ehren der laotischen Unabhängigkeit errichtet wurde. Für ein paar Cent könnt ihr die Treppen hochgehen und auf die Dächer der Stadt blicken. Dort oben seht ihr auch das Deckengemälde besonders gut.

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Das älteste Wahrzeichen der Stadt ist That Dam, ein Stupa aus dem 17. Jahrhundert.

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2. Vang Vieng

Dieser kleine Ort 4 Stunden nördlich von Vientiane hat mich mit seiner malerischen Landschaft überrascht. Direkt am Nang Song River gelegen, ist Vang Vieng von grünen Hügeln umgeben, die ihr von überall in der Stadt sehen könnt. Zu den Highlights gehören die Höhlen in den Karstfelsen, darunter Tham Chang. Ein für Vang Vieng typisches Freizeitvergnügen ist das Tubing. Dabei lasst ihr euch in einem Reifen den Fluss stromabwärts treiben oder erkundet einen unterirdischen Fluss. Alternativ brecht ihr zu einer Kayakfahrt auf.

Aus unerfindlichen Gründen strömen 20-jährige Backpacker zum Partymachen nach Vang Vieng, was die Idylle etwas trübt. Trotzdem gibt es noch genügend ruhige Orte und die Natur gehört mit zum Schönsten, das ich in Südostasien bestaunen durfte.

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Brücke zur Höhle Tham Chang
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Aussicht vor der Höhle
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Buddhistische Schreine in Höhlen findet an in Vang Vieng oft.

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3. Luang Prabang

Luang Prabang ist die ehemalige Hauptstadt des Königreichs Lan Xang und beherbergt historische Gebäude und Tempel, die ihr einen Platz im UNESCO-Weltkulturerbe beschert haben. Die Stadt besitzt nicht nur schmucke Gässchen und Tempel, sondern liegt auch malerisch am Mekong sowie am Nam Khan-Fluss, den ihr über eine Bambusbrücke überqueren könnt.

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Von den Tempeln hat mir Wat Xieng Thong mit seinem Innenraum aus Teakholz am besten gefallen. Eine große Sammlung von Kunstwerken aus dem Königreich Lan Xang beherbergt dagegen der Königspalast.

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Wat Xieng Thong

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Ein Highlight liegt etwa eine Stunde außerhalb von Luang Prabang: der Kuang Si-Wasserfall. Dieser gehört zu den schönsten, die ich in Südostasien bewundern durfte – vor allem dank seiner Größe und dem leuchtend blauen Wasser. Auch im Mai führt er noch mehr als genug Wasser zum Schwimmen – nur mit vielen Besuchern müsst ihr rechnen. Interessant: Vor dem Wasserfall befinden sich Gehege mit Bären, die von Tierschützern gerettet wurden. Ein Besuch ist im Eintrittspreis von 20.000 Kip (2 Euro) enthalten.

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Die blaue Färbung des Wassers kommt von Kalkstein-Partikeln im Fluss.

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Die Bären liefern sich schon einmal spielerische Kämpfe.

Auf dem Weg zu den Wasserfällen liegt ein Naturpark, den ich sehr empfehlen kann – auch wenn die Straße dahin wirklich eine Zumutung ist. Langsam windet sich der Weg aus Schotter und Steinen zum Nahm Dong-Park, der in einer wunderschönen Landschaft aus Hügeln und Tälern gelegen ist. Hier könnt ihr wandern, über schwindelerregende Seilbrücken laufen und mehr über die Pflanzenwelt von Laos lernen. Daneben gibt es eine (wirklich sehr kleine) Höhle, authentische Nachbauten laotischer Hütten und ein Gehege mit Schildkröten. Ein netter Zeitvertreib für 20.000 Kip (2 Euro), für den ihr 2-3 Stunden einplanen solltet.

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Zwerghühner bewohnen den Botanischen Garten von Nahm Dong.
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Auf dieser schwankenden Brücke sollte man schon schwindelfrei sein.

Keine Reise nach Luang Prabang wäre komplett, ohne den Stadtberg Mt Phousi zu besteigen. Leider ist die Karte auf Google Maps etwas irreführend. Der Eingang befindet sich am Nordhang des Berges, also gegenüber vom Royal Palace. 20.000 Kip (2 Euro) kostet der Eintritt. Der Aufstieg ist nicht schwer und innerhalb von 10 Minuten geschafft. Auf dem Gipfel befindet sich ein kleiner Tempel. Highlight ist jedoch die Aussicht. Die meisten Besucher kommen zum Sonnenuntergang hierher, dafür muss jedoch das Wetter mitspielen.

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4. Bootsfahrt von Luang Prabang nach Huay Xai

Eine Fahrt mit dem „Slow Boat“ auf dem Mekong gehört zu einer Laos-Reise einfach dazu. Für mich hat sie sich sogar doppelt angeboten, da ich so über Huay Xai zurück nach Chiang Rai in Thailand reisen konnte. 280.000 Kip (28 Euro) kostet die Fahrt, wenn ihr sie über euer Hotel bucht. 2 Tage seid ihr unterwegs, jeweils 8-9 Stunden. Wie der Name „Slow Boat“ schon sagt, geht es gemächlich zu, sodass ihr euch in Ruhe die Landschaft ansehen könnt. Nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische benutzen die Boote und steigen auf dem Weg ein und aus. Am Abend des ersten Tages hält das Boot im schnuckeligen Ort Pakbeng, um am nächsten Morgen weiter zu fahren.

Falls ihr weniger Zeit habt, würde ich die Strecke von Luang Prabang nach Pakbeng empfehlen, da diese landschaftlich am schönsten ist. Von Pakbeng fahren auch Busse nach Huay Xai.

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Mein Leben in Chiang Rai (Teil 7)

Nach vier Wochen Urlaub in Süd-Thailand und Myanmar habe ich mich fast gefreut, wieder im beschaulichen Chiang Rai anzukommen. Hier ist der Verkehr human, die Atmosphäre entspannt und die Anzahl an Farangs wie mir hält sich in Grenzen. Mein Thailändisch reicht mittlerweile aus, um Essen zu bestellen und die einheimischen Frauen schwach anzureden. Mit zweifelhaftem Erfolg… Daneben hatte ich Zeit, ein paar weitere Sehenswürdigkeiten Chiang Rais zu besuchen.

Oub Kham Museum

Normalerweile würde ich in Thailand um ein Museum, das 300 Baht (8,50 Euro) Eintritt verlangt, einen großen Bogen machen. Unverhältnismäßig teuer! Beim Oub Kham Museum ist der Preis jedoch gerechtfertigt. Bereits von außen hübsch anzusehen, beherbergt das Museum im Inneren eine Fülle an Artefakten aus dem Lanna-Königreich, von Vasen über Kleidung bis zu Schmuckstücken und Waffen. Am interessantesten sind die winzigen Buddhastatuen aus Jade. Das Museum wird von einem Nachfahren der Lanna-Könige betrieben, der die Sammlung in mühevoller Arbeit zusammengetragen hat und auch selbst Kunstwerke herstellt. Eine Führung auf Englisch ist im Preis mit inbegriffen und am Ende gibt es Tee, der früher nur den Lanna-Herrschern vorbehalten war. Eine lohnende Geschichtsstunde! Leider sind nicht in allen Räumen Fotos erlaubt, darum muss eine kleine Auswahl genügen.

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Das Schlafzimmer im Lanna-Stil, bis vor ein paar Jahren noch in Benutzung!

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Pong Phra Bat Wasserfall

Was gibt es Schöneres als einen Ausflug ins Grüne von Chiang Rai aus – auf den Motorroller steigen und an den malerischen Hügeln Nordthailands vorbeifahren. Ein lohnendes Ziel, das nur 30 Minuten vom Stadtzentrum Chiang Rais entfernt liegt, ist der Pong Phra Bat Wasserfall. Das Areal wird vom National Park Service verwaltet und der Eintritt ist frei. Über einen mäßig ausgebauten Weg (festes Schuhwerk empfiehlt sich) geht es zu den Wasserfällen, die zugegebenermaßen nur Wasserfällchen sind, zumindest in der Trockenzeit. Das Wasser war jedoch auch im Mai noch tief genug zum Schwimmen, wann man das möchte. Ein lohnendes Ziel, um sich ein wenig die Beine zu vertreten.

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Khun Kon Wasserfall

Wer einen etwas größeren Wasserfall sucht, ist mit Khun Kon 45 Minuten von Chiang Rai gut beraten. Vom kostenlosen Parkplatz sind es nur fünf Minuten zum ersten Wasserfall, der sich perfekt zum Schwimmen eignet. Über einen steilen Weg geht es zum Haupt-Wasserfall, der auch in der Trockenzeit noch hübsch anzusehen ist.

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Songkran in Chiang Rai

Apropos Wasser: Wer Anfang Mai in Chiang Rai ist, kommt um Sonkran, das Thailändische Neujahrsfest, nicht umher. Wer an eine halbherzige Wasserschlacht mit ein paar Spritzpistolen denkt, hat sich geirrt. Auf den Hauptstraßen bauen die Locals schon am Morgen Planschbecken auf und gießen jedem Vorbeilaufenden einen Eimer Wasser über den Kopf. Dazu kommen die Wasser-Spritzer auf der Ladefläche vorbeifahrender Pickup-Trucks. Vor allem Farangs sind ein lohnendes Ziel. Bereits nach wenigen Metern war ich klitschnass, da mich jeder mit den Worten „Welcome to Thailand!“ und einem Schwall Wasser begrüßte. Mein Einwand, dass ich schon 4 Monate in Thailand lebe, wurden lachend ignoriert. Ich habe nichts gegen ein wenig Wasser an heißen Tagen, aber warum müssen sie auch noch Eis dazugeben?! Immerhin: An manchen Stationen kann man sich mit Hochprozentigem aufwärmen.

Fazit: Packt eure Spitzpistole ein und mischt euch an Sonkran unter die Feierwütigen, lasst aber am besten alle Wertsachen, die nicht nass werden dürfen, zuhause. Auch fahren würde ich an den drei Festtagen nicht, da betrunkenes Autofahren an Sonkran üblich ist.

 

Zugreise von Mandalay zum Inle-See

Das beste Transportmittel, um Myanmars vielfältige Landschaften kennenzulernen, ist der Zug. Klar, mit dem Bus seid ihr deutlich schneller unterwegs (zu schell für manch schwachen Magen), aber die beste Aussicht genießt ihr auf einer Zugreise. Heute möchte ich euch eine besonders lohnende Strecke vorstellen: Den Slow Train von Mandalay zum Inlse-See.

1.Start in Mandalay

Der Hauptbahnhof von Mandalay befindet sich recht zentral in der Stadt. Hier kauft ihr eure Tickets günstigster als online. Da die Informationen nur auf Burmesisch angeschrieben sind, musste ich mich erst durchfragen, aber langes Anstehen war nicht nötig.

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Wollt ihr zum Inle-See, müsst ihr zuerst den Zug nach Thazi nehmen. Ein Ticket kostet gerade einmal 2.000 MMK (1 Euro) in der ersten Klasse. Die Fahrt dauert 3 Stunden und ist landschaftlich nicht besonders beeindruckend. Aber keine Sorge: Das Beste kommt noch.

2. Übernachtung in Thazi

Da der Zug zum Inle-See früh morgens abfährt, ist eine Übernachtung in Thazi unumgänglich. Das ist aber kein Problem: Der kleine Ort besitzt zwei Unterkünfte, die in 10 Minuten zu Fuß vom Bahnhof erreichbar sind: das Moonlight Guesthouse und das Wonderful Guesthouse. In Letzterem kostet ein Einzelzimer mit Klimaanlage 10.000 MMK (6 Euro) pro Nacht. Besonders viel zu sehen gibt es in Thazi nicht. Ihr dagegen werdet die Hauptattraktion sein, denn noch verirren sich nicht viele Reisende in dieses abgelegene Städtchen.

3. Von Thazi nach Inle

Am nächsten Morgen heißt es früh aufstehen. Der Zug nach Shwenyaung (Inle-See) fährt nämlich schon um 07:00 Uhr morgens ab. Um 06:00 Uhr öffnet der Ticket-Schalter. Zur Zeit meines Besuchs (April) hielt sich der Andrang in Grenzen, aber sicherheitshalber solltet ihr um 06:00 Uhr am Schalter sein und euer Ticket für 3.000 MMK (1,75 Euro) kaufen. Die Fahrt dauert etwa 10 Stunden.

Wenn ihr keine Zeit zum Frühstücken hattet, kein Problem: Im Zug wird leckerer Reis mit Hühnchen für 2000 MMK (1 Euro) verkauft. Solange der Zug durch das Flachland fährt, ist die Aussicht nicht besonders. Das ändert sich jedoch, sobald sich der Zug das Gebirge hochkämpft. Die Fahrt geht durch dichten Bergwald, vorbei an grünen Hügeln und durch Dörfer, in denen euch die Kinder zuwinken. Auch macht der Zug oft Halt und ihr könnt günstig Essen und Kaffee bei den fliegenden Händlern kaufen.

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Ich war überrascht, wie vielfältig sich die Landschaft auf dem Weg zum Inle-See präsentiert. Auf der anderen Seite des Gebirges lichten sich die Wälder und machen einer weiten Prärie Platz. Es geht vorbei an imposanten Felsen, Nadelbäumen und einer Steppe, die man so eher in den USA erwarten würde. Ich denke, die Bilder sprechen eine deutliche Sprache. Ich muss dazu sagen, dass ich die Strecke im April, zum Höhepunkt der Trockenzeit, gefahren bin. Nach dem Monsun, wenn die Vegetation in vollem Grün erstrahlt, ist sie bestimmt noch schöner.

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Fazit: Zumindest eine Zugfahrt sollte bei jeder Reise nach Myanmar auf dem Programm stehen. Der Zug ist streckenweise so langsam, dass ihr locker daneben her laufen könntet. So erhaltet ihr aber ganz entspannt einen Einblick in die vielfältige Natur und das authentische Landleben in Myanmar.