Mein Leben in Chiang Rai (Teil 8)

Meine Zeit in Chiang Rai neigt sich vorerst dem Ende zu. Bevor es zurück nach Deutschland geht, wo ich von ähnlich heißen Temperaturen wie im tropischen Thailand begrüßt werde (Hallo Hitzewelle 2019!), wollte ich noch drei weitere Orte vorstellen, die man von Chiang Rai aus unbedingt besuchen sollte:

Inhalt

1. Chiang Saen

2. Phayao

3. Tam Blaa

1. Chiang Saen

Diese Kleinstadt befindet sich nordöstlich von Chiang Rai und ist vor allem für das „Golden Triangle“ bekannt – der Ort, an dem sich Thailand, Laos und Myanmar eine Grenze teilen. Aber der Reihe nach…

Anreise und Unterkunft

Ihr erreicht Chiang Saen am bequemsten mit dem Bus. Die Fahrt dauert vom Chiang Rai Bus Terminal 1 etwa eine Stunde und kostet 40 Baht (1 Euro). Chiang Saen ist immer noch ein Geheimtipp, darum gibt es auch keine günstigen Hostels, die man online buchen könnte. Eine Empfehlung, die ich gelesen hatte, drehte sich um das Tararin Guesthouse im Zentrum Chiang Saens. Ich habe die Zimmer nicht gesehen, allerdings erschienen mir 600 Baht (17 Euro) pro Nacht doch etwas teuer. Auf der anderen Straßenseite wartet eine günstige Alternative. Das Guest House, das nicht einmal auf der Karte verzeichnet ist, bietet Zimmer für 200 Baht (6 Euro) pro Nacht an. Die Zimmer mit Bad sind okay, jedoch kamen viele Insekten unter der Tür durch. Klimaanlage gibt es nicht, nur einen Ventilator. Für ein, zwei Tage jedoch in Ordnung.

Sehenswürdigkeiten

Ich kam erst am späten Nachmittag an. Darum entschied ich mich, zuerst den Tempel Wat Phra That Chedi Luang in Gehreichweite des Guesthouse zu besuchen. Dabei handelt es sich um einen historischen Stupa im Schatten hoher Bäume. Auch ein jüngerer Tempel säumt das Areal.

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Überhaupt war ich überrascht, wie viele alte Tempel den Westteil von Chiang Saen säumen. Anders als etwa bei den Ruinen von Ayutthaya, waren jedoch außer mir kaum Besucher anwesend.

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Am nächsten Tag lieh ich mir für 100 Baht (2,70 Euro) ein Fahrrad aus, um zur Hauptattraktion von Chiang Saen zu fahren: Dem 10 Kilometer entfernten Golden Triangle. Wie schon gesagt, handelt es sich um den Ort, an dem drei Länder aufeinander treffen. Am Westufer des Mekong liegt Thailand. Östlich beginnt Laos, und Myanmar erstreckt sich nördlich des Nebenflusses Mae Nam Ruak.

Ich hatte im Vorfeld mit einigen Reisenden gesprochen, die das Golden Triangle etwas ernüchternd fanden. Natürlich, eine Top-Attraktion solltet ihr nicht erwarten. Ganz nett ist das Golden Triangle aber trotzdem. Neben dem ikonischen Tor mit dem Schriftzug befindet sich dort eine große goldene Buddhastatue und eine Skulptur, deren Bedeutung sich mir nicht erschlossen hat.

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Wer den Aufstieg nicht scheut, genießt oberhalb des Tempels Wat Phra That Phu Khao die Aussicht auf das Golden Triangle. Außerdem könnt ihr euch hier eine 700 Jahre alte Buddhastatue ansehen.

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3 Kilometer weiter liegt mein persönliches Highlight in Chiang Saen: die Hall of Opium. Dieses Museum dokumentiert die Geschichte des Opium-Anbaus im Norden Thailands – einst die wichtigste Einnahmequelle für die dort lebenden Bergvölker. Von einem Museum zu sprechen, trifft es eigentlich nicht ganz. Ich würde es als multimediale Zeitreise beschreiben, mit liebevoll gestalteten Schauplätzen, Filmen und audiovisuellen Effekten. 2 Stunden sollte man für den Besuch einplanen, der 200 Baht (6 Euro) kostet.

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2. Phayao

Eine Stunde südlich von Chiang Rai liegt das kleine Städtchen Phayao. Hauptattraktion ist der künstliche See – einer der größten in Nord-Thailand. Das malerische Seeufer ist perfekt zum Spazieren und Fahrradfahren. Die Einheimischen kommen gerne zum Angeln hierher.

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Empfehlen kann ich den Tempel Wat Shi Khom Kham mit seiner goldenen Buddhastatue. Highlight des Tempels ist jedoch der angrenzende Skulpturenpark. Die bizarren Skulpturen stellen Dämonen und Szenen aus den buddhistischen Höllen dar.

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Was natürlich der Dinosaurier hier macht, weiß ich leider nicht.

Weniger gruselig geht es in der Nithat Culture Hall zu, einem Museum, das über die Geografie des Sees informiert und Kunstwerke aus der Geschichte der Region ausstellt. Der Eintritt beträgt 50 Baht (1,30 Euro).

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3. Tam Blaa

Diese Höhlen mit Tempel eigenen sich perfekt für einen Tagesausflug von Chiang Rai. Wer nicht mit dem Roller anreisen will, kann für 40 Baht (1 Euro) den Bus nach Mae Sai im Norden nehmen. Einfach dem Fahrer sagen, dass ihr zur Tam Blaa Höhle wollt. Notfalls das Wort „monkey“ sagen, dann wissen alle Bescheid. Von der Hauptstraße sind es noch zwei Kilometer Fußweg.

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Der Haupttempel von Wat Tam Blaa

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Lasst euch nicht von diesem animatronischen Skellett erschrecken.
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…oder den Figuren hinter dem Tempel, die für 10 Baht zum Leben erwachen.

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Die erste Höhle liegt rechterhand des Haupttempels. Wer Sie erkunden möchte, braucht eine Taschenlampe, da im Inneren überhaupt kein Licht brennt.

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Eine weitere Höhle erreicht ihr linkerhand über steinerne Stufen. Diese halboffene Höhle beeindruckt mit ihrer Größe und beherbergt einen kleinen buddhistischen Schrein. Kauft ruhig beim Mitarbeiter ein paar Räucherstäbchen für 20 Baht (50 Cent) und zündet sie in der Höhle an. Der Eintritt ist schließlich kostenlos und so entschädigt ihr den Mann dafür, dass er den ganzen Tag dort sitzen muss – immer mit der Gefahr, von Affen gebissen zu werden (nach eigenen Aussagen bereits passiert!)

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Diese Affen bevölkern den Bereich um die Höhlen. Sie kümmern sich meistens nicht um Besucher, es sei denn, man kauft sich Futter vor dem Höhleneingang. Die Affen wirken nicht aggressiv und sogar ganz süß, zu nahe kommen würde ich ihnen aber nicht wollen (Die Aussage des Mitarbeiters hat mir schon gereicht). Am Eingang liegen Bambusstöcke aus. Ob diese als Kletterhilfe oder zur Abwehr der Affen dienen sollen, habe ich leider nicht herausgefunden.

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Bevor es zurück zur Hauptstraße geht, könnt ihr noch einen Abstecher zum Tempel Wat Tham Sao Hin Payanak machen. Von innen macht der Tempel nicht viel her, aber er bietet ganze nette Aussichten auf die Hügel hinter Wat Tam Blaa.

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Laos – Impressionen und Bilder

Wer in Chiang Rai wohnt, hat es nicht weit ins Nachbarland Laos. Doch auch die Anreise vom Süden aus, etwa von Ayutthaya nach Nong Khai, und dann von Nong Khai nach Vientiane, ist ganz einfach möglich

Meine Route dauerte eine Woche und führte mich von Vientiane über Vang Vieng nach Luang Prabang, und von dort mit dem Boot nach Huay Xai an die thailändische Grenze. Hier sind einige Einblicke, Fotos und Reisetipps.

Inhaltsverzeichnis

1. Vientiane

2. Vang Vieng

3. Luang Prabang

4. Bootsfahrt von Luang Prabang nach Huay Xai

1. Vientiane

Die Hauptstadt von Laos wirkt recht provinziell – kein Vergleich zu den Hochhäusern und Reklametafeln von Bangkok, Saigon oder sogar Phnom Pen. Dafür erweist sich die Gefahr, überfahren zu werden, als weit geringer und die Sehenswürdigkeiten sind nicht so weit voneinander entfernt.

Am meisten beeindruckt hat mich das Besuchszentrum der Organisation Cope, die Opfer von Streubomben unterstützt. Laos ist von allen Ländern Südostasiens am schlimmsten von den tückischen Überresten des Vietnamkriegs betroffen. Das COPE Visitor Center bietet anschauliche Informationen und Realien. So könnt ihr sehen, welche Gegenstände arme Bauern in Laos aus Bombenhüllen herstellen, oder mit einer so. Mirror Box nachvollziehen, wie Bomben-Opfer mit dem Verlust von Gliedmaßen umgehen. Auf jeden Fall empfehlenswert und dazu noch kostenlos (eine Spende ist jedoch gern gesehen).

Hübsch anzusehen, sind die Tempel Vientianes, allen voran Pha Tat Luang. Laos´wichtigstes Heiligtum hat mich zwar nicht vom Hocker gehauen, ich war allerdings nach den Tempeln von Myanmar auch sehr verwöhnt. Zahlt bloß nicht den Eintritt, im Inneren gibt es nichts zu sehen außer eine kleine Fotoausstellung. Ihr könnt lediglich um den goldenen Stupa herumlaufen, betreten ist jedoch nicht möglich.

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Südlich des Busbahnhofs befindet sich ein kleinerer Tempel, der mir persönlich sehr gut gefallen hat: Wat Si Muang. Der Tempel aus dem 16. Jahrhundert besitzt viele Buddhastatuen und einen reich verzierten Innenraum.

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Erwähnung finden sollte daneben Patuxai, ein imposanter Torbogen, der zu Ehren der laotischen Unabhängigkeit errichtet wurde. Für ein paar Cent könnt ihr die Treppen hochgehen und auf die Dächer der Stadt blicken. Dort oben seht ihr auch das Deckengemälde besonders gut.

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Das älteste Wahrzeichen der Stadt ist That Dam, ein Stupa aus dem 17. Jahrhundert.

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2. Vang Vieng

Dieser kleine Ort 4 Stunden nördlich von Vientiane hat mich mit seiner malerischen Landschaft überrascht. Direkt am Nang Song River gelegen, ist Vang Vieng von grünen Hügeln umgeben, die ihr von überall in der Stadt sehen könnt. Zu den Highlights gehören die Höhlen in den Karstfelsen, darunter Tham Chang. Ein für Vang Vieng typisches Freizeitvergnügen ist das Tubing. Dabei lasst ihr euch in einem Reifen den Fluss stromabwärts treiben oder erkundet einen unterirdischen Fluss. Alternativ brecht ihr zu einer Kayakfahrt auf.

Aus unerfindlichen Gründen strömen 20-jährige Backpacker zum Partymachen nach Vang Vieng, was die Idylle etwas trübt. Trotzdem gibt es noch genügend ruhige Orte und die Natur gehört mit zum Schönsten, das ich in Südostasien bestaunen durfte.

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Brücke zur Höhle Tham Chang
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Aussicht vor der Höhle
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Buddhistische Schreine in Höhlen findet an in Vang Vieng oft.

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3. Luang Prabang

Luang Prabang ist die ehemalige Hauptstadt des Königreichs Lan Xang und beherbergt historische Gebäude und Tempel, die ihr einen Platz im UNESCO-Weltkulturerbe beschert haben. Die Stadt besitzt nicht nur schmucke Gässchen und Tempel, sondern liegt auch malerisch am Mekong sowie am Nam Khan-Fluss, den ihr über eine Bambusbrücke überqueren könnt.

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Von den Tempeln hat mir Wat Xieng Thong mit seinem Innenraum aus Teakholz am besten gefallen. Eine große Sammlung von Kunstwerken aus dem Königreich Lan Xang beherbergt dagegen der Königspalast.

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Wat Xieng Thong

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Ein Highlight liegt etwa eine Stunde außerhalb von Luang Prabang: der Kuang Si-Wasserfall. Dieser gehört zu den schönsten, die ich in Südostasien bewundern durfte – vor allem dank seiner Größe und dem leuchtend blauen Wasser. Auch im Mai führt er noch mehr als genug Wasser zum Schwimmen – nur mit vielen Besuchern müsst ihr rechnen. Interessant: Vor dem Wasserfall befinden sich Gehege mit Bären, die von Tierschützern gerettet wurden. Ein Besuch ist im Eintrittspreis von 20.000 Kip (2 Euro) enthalten.

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Die blaue Färbung des Wassers kommt von Kalkstein-Partikeln im Fluss.

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Die Bären liefern sich schon einmal spielerische Kämpfe.

Auf dem Weg zu den Wasserfällen liegt ein Naturpark, den ich sehr empfehlen kann – auch wenn die Straße dahin wirklich eine Zumutung ist. Langsam windet sich der Weg aus Schotter und Steinen zum Nahm Dong-Park, der in einer wunderschönen Landschaft aus Hügeln und Tälern gelegen ist. Hier könnt ihr wandern, über schwindelerregende Seilbrücken laufen und mehr über die Pflanzenwelt von Laos lernen. Daneben gibt es eine (wirklich sehr kleine) Höhle, authentische Nachbauten laotischer Hütten und ein Gehege mit Schildkröten. Ein netter Zeitvertreib für 20.000 Kip (2 Euro), für den ihr 2-3 Stunden einplanen solltet.

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Zwerghühner bewohnen den Botanischen Garten von Nahm Dong.
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Auf dieser schwankenden Brücke sollte man schon schwindelfrei sein.

Keine Reise nach Luang Prabang wäre komplett, ohne den Stadtberg Mt Phousi zu besteigen. Leider ist die Karte auf Google Maps etwas irreführend. Der Eingang befindet sich am Nordhang des Berges, also gegenüber vom Royal Palace. 20.000 Kip (2 Euro) kostet der Eintritt. Der Aufstieg ist nicht schwer und innerhalb von 10 Minuten geschafft. Auf dem Gipfel befindet sich ein kleiner Tempel. Highlight ist jedoch die Aussicht. Die meisten Besucher kommen zum Sonnenuntergang hierher, dafür muss jedoch das Wetter mitspielen.

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4. Bootsfahrt von Luang Prabang nach Huay Xai

Eine Fahrt mit dem „Slow Boat“ auf dem Mekong gehört zu einer Laos-Reise einfach dazu. Für mich hat sie sich sogar doppelt angeboten, da ich so über Huay Xai zurück nach Chiang Rai in Thailand reisen konnte. 280.000 Kip (28 Euro) kostet die Fahrt, wenn ihr sie über euer Hotel bucht. 2 Tage seid ihr unterwegs, jeweils 8-9 Stunden. Wie der Name „Slow Boat“ schon sagt, geht es gemächlich zu, sodass ihr euch in Ruhe die Landschaft ansehen könnt. Nicht nur Touristen, sondern auch Einheimische benutzen die Boote und steigen auf dem Weg ein und aus. Am Abend des ersten Tages hält das Boot im schnuckeligen Ort Pakbeng, um am nächsten Morgen weiter zu fahren.

Falls ihr weniger Zeit habt, würde ich die Strecke von Luang Prabang nach Pakbeng empfehlen, da diese landschaftlich am schönsten ist. Von Pakbeng fahren auch Busse nach Huay Xai.

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Mein Leben in Chiang Rai (Teil 7)

Nach vier Wochen Urlaub in Süd-Thailand und Myanmar habe ich mich fast gefreut, wieder im beschaulichen Chiang Rai anzukommen. Hier ist der Verkehr human, die Atmosphäre entspannt und die Anzahl an Farangs wie mir hält sich in Grenzen. Mein Thailändisch reicht mittlerweile aus, um Essen zu bestellen und die einheimischen Frauen schwach anzureden. Mit zweifelhaftem Erfolg… Daneben hatte ich Zeit, ein paar weitere Sehenswürdigkeiten Chiang Rais zu besuchen.

Oub Kham Museum

Normalerweile würde ich in Thailand um ein Museum, das 300 Baht (8,50 Euro) Eintritt verlangt, einen großen Bogen machen. Unverhältnismäßig teuer! Beim Oub Kham Museum ist der Preis jedoch gerechtfertigt. Bereits von außen hübsch anzusehen, beherbergt das Museum im Inneren eine Fülle an Artefakten aus dem Lanna-Königreich, von Vasen über Kleidung bis zu Schmuckstücken und Waffen. Am interessantesten sind die winzigen Buddhastatuen aus Jade. Das Museum wird von einem Nachfahren der Lanna-Könige betrieben, der die Sammlung in mühevoller Arbeit zusammengetragen hat und auch selbst Kunstwerke herstellt. Eine Führung auf Englisch ist im Preis mit inbegriffen und am Ende gibt es Tee, der früher nur den Lanna-Herrschern vorbehalten war. Eine lohnende Geschichtsstunde! Leider sind nicht in allen Räumen Fotos erlaubt, darum muss eine kleine Auswahl genügen.

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Das Schlafzimmer im Lanna-Stil, bis vor ein paar Jahren noch in Benutzung!

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Pong Phra Bat Wasserfall

Was gibt es Schöneres als einen Ausflug ins Grüne von Chiang Rai aus – auf den Motorroller steigen und an den malerischen Hügeln Nordthailands vorbeifahren. Ein lohnendes Ziel, das nur 30 Minuten vom Stadtzentrum Chiang Rais entfernt liegt, ist der Pong Phra Bat Wasserfall. Das Areal wird vom National Park Service verwaltet und der Eintritt ist frei. Über einen mäßig ausgebauten Weg (festes Schuhwerk empfiehlt sich) geht es zu den Wasserfällen, die zugegebenermaßen nur Wasserfällchen sind, zumindest in der Trockenzeit. Das Wasser war jedoch auch im Mai noch tief genug zum Schwimmen, wann man das möchte. Ein lohnendes Ziel, um sich ein wenig die Beine zu vertreten.

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Khun Kon Wasserfall

Wer einen etwas größeren Wasserfall sucht, ist mit Khun Kon 45 Minuten von Chiang Rai gut beraten. Vom kostenlosen Parkplatz sind es nur fünf Minuten zum ersten Wasserfall, der sich perfekt zum Schwimmen eignet. Über einen steilen Weg geht es zum Haupt-Wasserfall, der auch in der Trockenzeit noch hübsch anzusehen ist.

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Songkran in Chiang Rai

Apropos Wasser: Wer Anfang Mai in Chiang Rai ist, kommt um Sonkran, das Thailändische Neujahrsfest, nicht umher. Wer an eine halbherzige Wasserschlacht mit ein paar Spritzpistolen denkt, hat sich geirrt. Auf den Hauptstraßen bauen die Locals schon am Morgen Planschbecken auf und gießen jedem Vorbeilaufenden einen Eimer Wasser über den Kopf. Dazu kommen die Wasser-Spritzer auf der Ladefläche vorbeifahrender Pickup-Trucks. Vor allem Farangs sind ein lohnendes Ziel. Bereits nach wenigen Metern war ich klitschnass, da mich jeder mit den Worten „Welcome to Thailand!“ und einem Schwall Wasser begrüßte. Mein Einwand, dass ich schon 4 Monate in Thailand lebe, wurden lachend ignoriert. Ich habe nichts gegen ein wenig Wasser an heißen Tagen, aber warum müssen sie auch noch Eis dazugeben?! Immerhin: An manchen Stationen kann man sich mit Hochprozentigem aufwärmen.

Fazit: Packt eure Spitzpistole ein und mischt euch an Sonkran unter die Feierwütigen, lasst aber am besten alle Wertsachen, die nicht nass werden dürfen, zuhause. Auch fahren würde ich an den drei Festtagen nicht, da betrunkenes Autofahren an Sonkran üblich ist.

 

Zugreise von Mandalay zum Inle-See

Das beste Transportmittel, um Myanmars vielfältige Landschaften kennenzulernen, ist der Zug. Klar, mit dem Bus seid ihr deutlich schneller unterwegs (zu schell für manch schwachen Magen), aber die beste Aussicht genießt ihr auf einer Zugreise. Heute möchte ich euch eine besonders lohnende Strecke vorstellen: Den Slow Train von Mandalay zum Inlse-See.

1.Start in Mandalay

Der Hauptbahnhof von Mandalay befindet sich recht zentral in der Stadt. Hier kauft ihr eure Tickets günstigster als online. Da die Informationen nur auf Burmesisch angeschrieben sind, musste ich mich erst durchfragen, aber langes Anstehen war nicht nötig.

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Wollt ihr zum Inle-See, müsst ihr zuerst den Zug nach Thazi nehmen. Ein Ticket kostet gerade einmal 2.000 MMK (1 Euro) in der ersten Klasse. Die Fahrt dauert 3 Stunden und ist landschaftlich nicht besonders beeindruckend. Aber keine Sorge: Das Beste kommt noch.

2. Übernachtung in Thazi

Da der Zug zum Inle-See früh morgens abfährt, ist eine Übernachtung in Thazi unumgänglich. Das ist aber kein Problem: Der kleine Ort besitzt zwei Unterkünfte, die in 10 Minuten zu Fuß vom Bahnhof erreichbar sind: das Moonlight Guesthouse und das Wonderful Guesthouse. In Letzterem kostet ein Einzelzimer mit Klimaanlage 10.000 MMK (6 Euro) pro Nacht. Besonders viel zu sehen gibt es in Thazi nicht. Ihr dagegen werdet die Hauptattraktion sein, denn noch verirren sich nicht viele Reisende in dieses abgelegene Städtchen.

3. Von Thazi nach Inle

Am nächsten Morgen heißt es früh aufstehen. Der Zug nach Shwenyaung (Inle-See) fährt nämlich schon um 07:00 Uhr morgens ab. Um 06:00 Uhr öffnet der Ticket-Schalter. Zur Zeit meines Besuchs (April) hielt sich der Andrang in Grenzen, aber sicherheitshalber solltet ihr um 06:00 Uhr am Schalter sein und euer Ticket für 3.000 MMK (1,75 Euro) kaufen. Die Fahrt dauert etwa 10 Stunden.

Wenn ihr keine Zeit zum Frühstücken hattet, kein Problem: Im Zug wird leckerer Reis mit Hühnchen für 2000 MMK (1 Euro) verkauft. Solange der Zug durch das Flachland fährt, ist die Aussicht nicht besonders. Das ändert sich jedoch, sobald sich der Zug das Gebirge hochkämpft. Die Fahrt geht durch dichten Bergwald, vorbei an grünen Hügeln und durch Dörfer, in denen euch die Kinder zuwinken. Auch macht der Zug oft Halt und ihr könnt günstig Essen und Kaffee bei den fliegenden Händlern kaufen.

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Ich war überrascht, wie vielfältig sich die Landschaft auf dem Weg zum Inle-See präsentiert. Auf der anderen Seite des Gebirges lichten sich die Wälder und machen einer weiten Prärie Platz. Es geht vorbei an imposanten Felsen, Nadelbäumen und einer Steppe, die man so eher in den USA erwarten würde. Ich denke, die Bilder sprechen eine deutliche Sprache. Ich muss dazu sagen, dass ich die Strecke im April, zum Höhepunkt der Trockenzeit, gefahren bin. Nach dem Monsun, wenn die Vegetation in vollem Grün erstrahlt, ist sie bestimmt noch schöner.

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Fazit: Zumindest eine Zugfahrt sollte bei jeder Reise nach Myanmar auf dem Programm stehen. Der Zug ist streckenweise so langsam, dass ihr locker daneben her laufen könntet. So erhaltet ihr aber ganz entspannt einen Einblick in die vielfältige Natur und das authentische Landleben in Myanmar.

Von Nong Khai nach Vientiane (2019)

Der Grenzübergang in Nong Khai ist beliebt bei Urlaubern, die ins Nachbarland Laos einreisen möchten. Beide Länder sind hier durch eine Brücke über den Mekong verbunden. Hier zeige ich euch, wie ihr in 4 einfachen Schritten von Nong Khai nach Laos kommt und was ihr beachten solltet.

1. Zur Thailändisch-Laotischen Freundschaftsbrücke

Zuerst müsst ihr zur thailändischen Seite der Brücke gelangen. Dafür nehmt ihr am besten ein Tuktuk. Der Preis beträgt in der Nebensaison etwa 60 Baht (1,70 Euro). Oft liest man, dass euch die Tuktuk-Fahrer zu einem Reisebüro fahren möchtet, wo euch ein überteuertes Visum für Laos angedreht wird. Das war bei mir nicht der Fall, aber um auf Nummer sicher zu gehen, sagt dem Fahrer, dass ihr direkt zur Grenze wollt.

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2. Ausreise aus Thailand

Bei der Brücke angekommen, lasst ihr euch ausstempeln, was nur ein paar Minuten dauert. In der Nebensaison (Mai) war außer mir gar kein Ausländer dar. Nach der Ausreise kauft ihr euch für 20 Baht (0,50 Euro) ein Busticket und fahrt 5 Minuten zur laotischen Grenze.

3. Einreise nach Laos

Sofern ihr noch kein Visum für Laos habt, geht ihr zum Schalter „Visa on Arrival„, wo ihr das Einreiseformular bekommt. Dieses gebt ihr ausgefüllt zurück. Neben eurem Reisepass benötigt ihr ein Passfoto. Es kursiert die Information, dass zwei Fotos benötigt werden, bei mir war es aber nur eins. Solltet ihr kein Foto haben, müsst ihr 1 USD mehr bezahlen:

Das Visum kostet für Deutsche Staatsbürger 30 USD, plus 1 USD, wenn ihr spät abends oder am Wochenende einreist (overtime fee). Es ist am günstigsten, das Visum in USD zu bezahlen, aber Vorsicht: Ich hatte meine Geldscheine am Tag davor in Nong Khai gewechselt (hier). Der Grenzbeamte sagte mir aber, die Dollarnoten wären beschädigt. In der Tat wies ein Schein einen winzig kleinen Riss auf, auf dem anderen war etwas Tinte zu sehen. Es werden also anscheinend wirklich nur GANZ neue, jungfreuliche, noch nie benutzte Dollarscheine frisch von der Federal Reserve akzeptiert! Der Grund dahinter ist klar: Das Bezahlen mit Thai Baht ist umgerechnet 10 USD teurer. Und natürlich wurden meine 1300 Baht ohne Murren akzeptiert.

4. Von der laotischen Grenze nach Vientiane

Kaum habt ihr die Grenze passiert, werdet ihr schon von Tuktuk- und Minibus-Fahrern angesprochen. Es gibt einen öffentlichen Bus (Nummer 14), der euch für 50 Baht zur Bushaltestelle ins 20 km entfernte Vientiane bringt. Dann müsst ihr aber immer noch zu eurem Hotel kommen. Mir schien es am einfachsten, einem Minibus-Fahrer 100 Baht (2,70 Euro) zu zahlen, damit er mich zu meinem Hostel fährt. Vielleicht hätte ich bei der Bushaltestelle ein günstigeres Tuktuk gefunden, aber dafür hätte ich noch länger in der Hitze warten müssen.

Und so einfach kommt man von Nong Khai nach Vientiane. Wenn ihr es nicht eilig habt, kann ich euch den Skulpturenpark Sala Kaeo Ku in Nong Khai mit seinen riesigen Statuen empfehlen. Auch der Tempel Wat Pho Chai ist dank seiner kunstvollen Wandgemälde sehenswert. Oder ihr spaziert gemütlich am Ufer des Mekong und bewundert die großen Naga-Statuen.

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Mandalay

On the road to Mandalay…“ So fängt ein berühmtes Gedicht von Rudyard Kipling an, in dem der britische Dichter die Schönheit von Burmas Landschaft, Tempeln (und Frauen) preist. Wer bei diesem exotischen Namen an eine exotische Stadt denkt, wird auf den ersten Blick enttäuscht. Mandalay wirkt weit „normaler“ und westlicher als das chaotische Yangon. Doch der erste Schein trügt: In Mandalay verbergen sich Kulturschätze und Monumente, die zu den absoluten Highlights auf jeder Myanmar-Reise gehören.

Inhaltsverzeichnis

Mobilität

1. Königspalast
2. Shwenandaw-Kloster
3. Atumashi-Kloster
4. Kuthodaw-Pagode
5. Kyauktawgyi-Pagode
6. Mandalay Hill
7. Kusinara Ingyin Tawya Pagode
Mingun
8. Sat Taw Yar Pagode
9. Mingun-Pagode
10. Hsinbyume-Pagode
11. Mingun-Glocke
12. Jade-Markt
13. Aung Nan
14. Mahamuni Tempel
15. U Bein Bridge
16. Inwa

Mobilität

Wenn es einen Titel für die fußgänger-unfreundlichste Stadt gibt, dann geht er eindeutig an Mandalay. Der Verkehr ist besonders abends mörderisch, Fußgänger-Übergänge gibt es nicht oder sie werden ignoriert. Laufen fällt wegen der großen Entfernungen flach, Motorradfahren ist für Ausländer verboten, öffentliche Verkehrsmittel existieren nicht. Das beste ist, ihr mietet euch einen Fahrer. Das kostet euch pro Tag nur etwa 11.000 MMK (6 Euro) und ist die entspannteste Art, Mandalay kennenzulernen. Egal ob ihr die Sehenswürdigkeiten besuchen, Geld abheben, ein Zugticket kaufen oder zur Apotheke wollt – euer Fahrer bringt euch sicher hin und kann euch die schönsten Ecken Mandalays zeigen.

Die Sehenswürdigkeiten

1. Königspalast

Mandalays Königspalast liegt in einer Stadt in der Stadt – umgeben von einem breiten Wassergraben. Nur ein kleiner Teil des Areals ist für Besucher zugänglich. Der einzige Weg zum Palast führt durch das östliche Tor. Dort muss man den Obolus von 10.000 MMK (6 Euro) entrichten, der aber auch zum Besuch anderer Wahrzeichen berechtigt. Anschließend könnt ihr euch im Palastkomplex frei bewegen.

Nach meinem Besuch der ähnlich anmutenden Zitadelle von Hue habe ich nicht viel erwartet, wurde aber positiv überrascht. Klar, die riesigen Teakholz-Hallen stammen alle aus den 90er Jahren, sind aber dennoch imposant. Im Inneren seht ihr Wachsfiguren der berühmtesten burmesischen Könige, daneben gibt es eine Ausstellung mit Kunstschätzen und Gemälden. Auf einem Aussichtsturm könnt ihr euren Blick über den Palast schweifen lassen. Irgendwie strahlt die schachbrettartige Anlage mit den roten Säulen eine friedvolle Atmosphäre aus. Insgesamt definitiv einen Besuch wert, etwa 1 Stunde solltet ihr einplanen.

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2. Shwenandaw-Kloster

Ein traditionelles Kloster aus dem 18. Jahrhundert. Das Kloster gehörte einst zum Königspalast, wurde dann aber ausgelagert und fiel somit nicht dem verheerenden Großbrand zum Opfer. Shwenandaw beeindruckt mit seinen Schnitzereien und den hohen Säulen aus Teakholz.

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3. Atumashi-Kloster

Gleich daneben steht dieses beeindruckende Bauwerk – der Nachbau eines Klosters, das Ende des 19. Jahrhunderts niederbrannte. Die Säulenhalle mit ihrem Kontrast aus Gold und rotem Teakholz kann nur als spektakulär bezeichnet werden.

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4. Kuthodaw-Pagode

Diese Pagode aus dem 19. Jahrhundert ziert zahlreiche Postkarten aus Myanmar – und das vor allem dank der weißen Stupas. 729 sind es an der Zahl, und zusammen enthalten Sie die Verse des gesamten Pali-Kanons. Auch wenn man die Heilige Sprache nicht beherrscht, lohnt sich ein Rundgang entlang der strahlenden Marmorpyramiden. Ähnlich schön ist der goldene Stupa im Zentrum der Pagode.

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5. Kyauktawgyi-Pagode

Ein weiterer schöner Tempelkomplex, der besonders dank seiner bunt glitzernden Säulen ins Auge sticht. Kunstvolle Pagoden erheben sich inmitten einer üppigen Vegetation. Daneben beeindruckt der Tempel durch hohe Säulenhallen und eine große Buddhastatue.

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6. Mandalay Hill

Der Hügel, den ihr von fast überall in der Stadt sehen könnt. Ihr habt die Wahl, entweder die 1729 Treppenstufen zu steigen – nein danke bei 40°C und gefühlten 1000% Luftfeuchtigkeit – oder ihr lasst euch hochfahren. Oben beim Tempel angekommen, müsst ihr noch einmal 1300 MMK (0,80 Euro) zahlen, um die Aussicht zu genießen. Diese ist nicht besonders beeindruckend, zumindest im April und Mai, wenn Staub die Sicht erschwert.

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7. Kusinara Ingyin Tawya Pagode

Ein echter Geheimtipp. Nicht einmal mein Fahrer kannte diesen Tempel und musste sich erst durchfragen. Ein paar mal sind wir sogar daran vorbeigefahren, denn die alte Pagode ist leicht zu übersehen. Die Hauptattraktion liegt aber dahinter, am schlafenden Mönch vorbei. Hier erstreckt sich ein wunderschön verzierter Tempel mit weißen Ornamenten und einem liegenden, goldenen Buddha. Ein Ort der Anbetung, den die Zeit scheinbar vergessen hat.

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Mingun

Dieser kleine Ort nördlich von Mandalay ist perfekt, um spektakuläre Tempel mit einer Bootsfahrt auf dem Irrawaddy zu verbinden. Die Fähre startet morgens um 09:00 Uhr von diesem Ort und kommt um 12:30 wieder zurück. Der Eintritt zum gesamten Tempel-Komplex kostet 5.000 MMK (3 Euro). Folgendes gibt es zu sehen:

8. Sat Taw Yar Pagode

Dieser strahlend weiße Tempel ist das erste, was ihr seht, wenn ihr mit dem Boot ankommt. Durchaus hübsch anzusehen und mit guter Aussicht auf den Fluss.

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9. Mingun-Pagode

Dieser Tempel ist groß, und ich meine wirklich groß! 50 Meter ragt der Megabau aus dem 18. Jahrhundert in den Himmel. Zum Vergleich: Der größte Tempel Angkor Wats ist 63 Meter hoch, aber dadurch, dass die Mingun-Pagode einsam in der flachen Steppe steht, wirkt sie um einiges höher. Sie hält den Rekord des höchsten Gebäudes aus aufeinander gestapelten Ziegeln. Kaum zu glauben, dass sie noch einmal 100 Meter höher werden sollte.

Witzig: Wer bei diesen gigantischen Ausmaßen einen ebenso großen Innenraum erwartet, wird überrascht: Nur eine winzige Kammer mit Schrein ist begehbar. Ihr könnt an der Seite des Tempels hochlaufen und die Aussicht genießen. Die Steine werden jedoch mörderisch heiß und Schuhe sind verboten.

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10. Hsinbyume-Pagode

Nach dem größten Tempel nun der weißeste Tempel Mandalays. Ohne Sonnenbrille ist der Anblick der Hsinbyume-Pagode nur schwer zu ertragen. Der Tempel aus dem 19. Jahrhundert ist in konzentrischen Kreisen erbaut, auf Treppen gelangt ihr nach oben ins Innere, das jedoch eher schlicht ist. Von außen aber ein Hingucker, der seinesgleichen sucht. Nicht einmal der Weiße Tempel von Chiang Rai kann da mithalten.

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11. Mingun-Glocke

Bei dieser Sehenswürdigkeit handelt es sich um die zweitgrößte Glocke der Welt. 3,70 Meter hoch und 87 Tonnen schwer ist das gute Stück, das Anfangs des 19. Jahrhunderts gegossen wurde. Die Glocke kann immer noch geläutet werden – erstaunlich, wenn man bedenkt, dass sie das große Erdbeben von 1838 überlebte. Trotz des Weltrekords – mehr als ein paar Minuten müsst ihr nicht einplanen, um die Glocke anzusehen.

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Bevor es zurück zum Boot geht, solltet ihr euch noch die Lions of Stone, riesige behauene Felsen, ansehen. Ein Spaziergang am Flussufer hat seinen Reiz. Allerdings baden hier manchmal die Einheimischen, was zu peinlichen Situationen führen kann.

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12. Jade-Markt

Habt ihr gewusst, dass sich in Mandalay der größte Markt für Jade befindet? Aus dem grünen Edelstein werden allerhand Schmuckstücke hergestellt. Jeden Morgen könnt ihr dabei zusehen, wie die Jade verkauft, geprüft und geschliffen wird. Der Eintritt kostet für Ausländer 2500 MMK (1,50 Euro). Solltet ihr zuhause haufenweise Jade rumliegen haben und nicht wissen, wohin damit… das ist genau der richtige Ort.

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13. Aung Nan

Ein Kleinod, auf das mich mein Fahrer aufmerksam gemacht hat. Der Laden ist von außen unscheinbar, beherbergt im Inneren jedoch tausende von geschnitzten Statuen und edlen Stoffen. Ich habe noch so viel religiöse Kunst auf einem Haufen gesehen. Unbedingt hinfahren!

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14. Mahamuni Tempel

Einer der bekannteren Tempel Mandalays, auch wenn er in Sachen Größe nicht mit dem Shwedagon in Yangon mithalten kann. Was den Mahamuni Tempel besonders macht, sind jedoch nicht seine goldenen Verzierungen – diese gibt es in Manday zuhauf – sondern die fast 2 Meter hohe und 6 Tonnen schwere Buddhastatue im Inneren. Die Abbildung ist so heilig, das die meisten Gläubigen sich damit begnügen müssen, sie von außen über einen Monitor anzusehen. Der einzige Weg, nahe an die Statue zu kommen, ist, Blattgold zu kaufen und auf den Buddha zu kleben. Das ist gar nicht teuer, nur 1,50 Euro kostet das Blattgold-Set. Es macht auch nichts, wenn ihr keine Buddhisten seid. Die Anweiser helfen euch gerne dabei, das Gold richtig aufzutragen. Fotos sind leider auch so nicht erlaubt und nach dem Vergolden wurde ich schnell weiter geschoben.

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Die Buddha-Cam im Mahamuni Tempel
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Nach dem goldenen Buddha lohnt sich noch der Besuch der Gemäldesammlung.

15. U Bein Bridge

Die längste Teakholz-Brücke der Welt. Ehrlich gesagt nicht besonders spektakulär und viele Besucher. Dafür habt ihr einen schönen Blick auf den See und der Eintritt ist kostenlos.

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16. Inwa

Zu guter letzt sollte noch ein Ausflug zum archäologischen Komplex Inwa südlich von Mandalay auf dem Programm stehen. Die Landschaft ist gesäumt von einer Vielzahl an alten Tempeln – zu viele um sie hier aufzuzählen. Darum hier die Highlights:

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Sandamuni, ein alter Tempel, den ihr im Inneren nach herzenslust erkunden könnt.
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Das Kloster Maha Aungmye Bonzan mit verzweigten Gängen im Inneren
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Der alte Turm von Nanmynt, den ihr leider nicht mehr betreten dürft
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Das Bagaya-Kloster mit traditioneller Teakholz-Architektur

Bagan

Wer in Myanmar unterwegs ist und sich auch nur ein Stück weit für alte Tempel interessiert, kommt um Bagan nicht herum. Hunderte, ja tausende von steinernen Monumenten säumen die Steppenlandschaft. Dazu kommen jüngere Sakralbauten und das malerische Ufer des Irawaddy. Hier die wichtigsten Informationen für euren Besuch in Bagan.

Inhaltsverzeichnis

Die Anreise

Transport in Bagan

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Bagan

1. Ananada-Tempel
2. Dhammayangyi-Tempel
3. Shwezigon-Pagode
4. Dhammayazika-Pagode
5. Lawkananda-Pagode
6. Bupaya Pagode
7. Htilominlo-Tempel
8. Ywa Haung Gyi Pagoda
9. Shwegugyi-Tempel
10. Mahabodhi-Tempel
11. Thatbinnyu-Tempel
12. Shwesandaw-Pagode
13. Thitsarwadi-Tempel
14. Sein Nyet Pagode

Fazit

Die Anreise

Der geläufigste Weg, von Yangon nach Bagan zu kommen, ist der Reisebus für etwa 11 Euro. Dieser ist ungefähr 10 Stunden unterwegs, plus die 1-2 Stunden, die ihr je nach Verkehrslage braucht, um von der Downtown zum Busbahnhof zu gelangen. Nur 5 Stunden dauert die Fahrt von Mandalay.

Alternativ könnt ihr den Zug nehmen. Dieser bietet schöne Aussichten, ist jedoch deutlich länger unterwegs: 17 Stunden dauert die Zugfahrt von Yangon, immerhin noch 7 Stunden von Mandalay aus. Am schnellsten, aber auch am teursten, ist die Anreise über den Flughafen von Nyaung U.

Transport in Bagan

Kommt ihr am Bahnhof oder dem Busbahnhof an, müsst ihr noch zu eurem Hotel kommen. Vom Busbahnhof fahren leider keine Busse ab. Versuche der Hotels, einen Shuttleservice zu etablieren, wurden von den dortigen Taxifahrern boykottiert. Und so müsst ihr euch mit unverschämt hohen Preisforderungen herumschlagen, bevor ihr in die Stadt fahren könnt. Wollt ihr etwa nach Nyaung U, werden die Fahrer zu Beginn einen Betrag von 10.000 MMK (6 Euro) nennen – absolut überzogen für die 5 Kilometer. Etwas Skepsis reicht, um den Preis auf 7.000 MMK zu drücken – immer noch zu viel. Der beste Trick ist, einfach freundlich abzulehnen und weg zu gehen. Schnell beträgt das finale Angebot dann 3.000 MMK (1,80 Euro). Für Myanmar-Verhältnisse immer noch viel, aber um Längen günstiger als der Anfangspreis. Auf dem Weg nach Bagan müsst ihr dann noch den offiziell festgelegten Eintrittspreis von 17 Euro entrichten. Hier ist leider kein Feilschen möglich, dafür gewährt euch das Ticket Zutritt zu fast allen Tempeln (ausgenommen dem neu gebauten Goldenen Palast von Bagan).

Die Taxipreise in Bagan sind hoch. Die beste Möglichkeit, von einem Tempel zum anderen zu kommen, ist deshalb das E-Bike. Zwar schaffen die lautlosen Zweiräder kaum mehr als 30 km/h, dafür genießt ihr damit größtmögliche Mobilität. Nur auf den Stand der Batterie müsst ihr acht geben. Normalerweise hält diese 27 Kilometer lang. Die Kosten für ein E-Bike liegen bei etwa 6000 MMK (3,50 Euro) am Tag.

Bei einer Fahrt mit dem E-Bike bekommt ihr einen guten Einblick davon, wie viele Tempel es in Bagan eigentlich gibt. Nur die größten davon sind gut besucht. Die flache Landschaft wird von unzähligen Steinbauten gesäumt, zu denen ihr nach Gutdünken hinfahren könnt. Nur die Straßenverhältnisse sind nicht die besten. In der Trockenzeit handelt es sich bei den meisten Wegen um nicht mehr als Sandpisten, auf denen ihr eine Menge Staub aufwirbelt. Spaßig ist das Erkunden der Tempel allemal.

Die schönsten Sehenswürdigkeiten in Bagan

1. Ananada-Tempel

Dieser Tempel aus dem 12. Jahrhundert ist dank seiner imposanten Größe und der länglichen goldenen Kuppel bereits von Weitem sichtbar. Besonders sehenswert sind die 12 Meter hohen goldenen Buddha-Statuen im kreuzförmigen Innenraum.

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2. Dhammayangyi-Tempel

Dieser Tempel ist besonders aufgrund seiner Größe imposant. Er ragt südlich von Alt-Bagan mitten im Nirgendwo in der Steppe auf. Eine Umrunding des pyramidenförmigen Bauwerks ist ein Highlight, der Innenraum ist bis auf ein paar Buddha-Statuen jedoch eher schlicht.

3. Shwezigon-Pagode

Sicherlich der prächtigste Tempel von Bagan und einer der meist besuchten. Die Zahl der Pilger übersteigt die der Touristen bei Weitem, denn die Pagode beherbergt kostbare Reliquien. Blickfang ist der 50 Meter hohe goldene Stupa im Zentrum der Anlage. Umgeben ist er, wie die Shwedagon-Pagode in Yangon, von kleineren Stupas.

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4. Dhammayazika-Pagode

Zwar war die große goldene Kuppel zum Zeitpunkt meines Besuchs (April 2019) von Gerüsten verdeckt. Trotzdem bietet diese Pagode in Kombination mit den blühenden Bäumen ein schönes Fotomotiv. Auch die buddhistischen Wandreliefs aus Terracota sind interessant anzusehen.

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5. Lawkananda-Pagode

Meiner Meinung nach einer der schönsten Orte in Bagan. Die Pagode mit dem goldenen Stupa liegt direkt am Irawaddy und bietet schöne Aussichten auf Myanmars Lebensader. Vor dem Tempel befindet sich ein lebhafter Markt – perfekt um burmesische Snacks wie Shrimp Cake zu probieren. Unweit entfernt liegt ein malerischer See. Für 500 MMK könnt ihr Brot kaufen, um die Fische zu füttern.

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6. Bupaya Pagode

Von der Architektur her ähnlich wie die Lawkananda Pagode, jedoch aufgrund der Lage beliebt, um den Sonnenuntergang anzusehen.

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7. Htilominlo-Tempel

Ein imposanter Tempel, dessen grün umhangene Spitze bereits von Weitem sichtbar ist. Wird von vielen Pilgern besucht, sodass es im Inneren mit seinen goldenen Buddha-Statuen schon einmal eng werden kann.

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8. Ywa Haung Gyi Pagoda

Ein wirklich schöner Tempel aus roten Backsteinen, erbaut im 13. Jahrhundert.. Auch im Inneren dank der bemalten Buddha-Statuen sehenswert.

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9. Shwegugyi-Tempel

Ein weiß getünchter Tempel aus dem 12. Jahrhundert, der auf einer erhöhten Plattform steht. Die Fassade ist dank der Verzierungen interessant anzusehen, genau wie die goldenen Statuen im Innenraum.

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10. Mahabodhi-Tempel

An indische Sakralarchitektur erinnert dieser pyramidenförmige Tempel, der im 13. Jahrhundert erbaut wurde. Die Fassade ist reich mit Darstellungen des Buddha verziert.

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11. Thatbinnyu-Tempel

Bei diesem 61 Meter hohen Tempel handelt es sich um das höchste Gebäude Bagans. Der Sakralbau mit der weiß getünchten Fassade ist von außen hübsch anzusehen, im Inneren gibt es jedoch nicht viel zu sehen.

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12. Shwesandaw-Pagode

Diese Pagode ähnelt einer Pyramide und war früher ein beliebter Ort für Touristen, die den Sonnenaufgang bewundern wollten. Heute ist der Zugang zur Treppe versperrt, einmal aus der Nähe betrachten reicht also aus.

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13. Thitsarwadi-Tempel

Dank der reich verzierten Portale ein hübsch anzusehender Tempel. Im Innenraum gibt es einige kleinere Buddhastatuen zu sehen.

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14. Sein Nyet Pagode

Ein relativ unbekannter Tempel zwischen New und Old Bagan. Sein Nyet befindet sich etwas abseits, darum kommen wenige Besucher hierher.

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Fazit

Als ich eingangs erwähnt habe, dass Bagan viele Tempel besitzt, war das kein Spass. Tausende von Tempeln säumen die Steppenlandschaft. Um alle zu sehen, müsste man locker eine Woche in Bagan verbringen. Es macht durchaus Spass, mit dem E-Bike zu kleinen Backstein-Pagoden aufzubrechen, bei denen sich keine Touristen aufhalten. Die Haupttempel Bagans kann man jedoch locker an einem oder zwei Tagen sehen. Alles in allem ist Bagan ein lohnenswertes Ziel auf jeder Myanmar-Reise. Jedoch verraten die vielen Händler, dass der Ort bereits sehr touristisch geworden ist.

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