El Nido (Palawan)

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El Nido

Meine Zeit in den Philippinen neigte sich dem Ende zu und es wurde Zeit, für mein letztes Ziel: der Ort El Nido im Norden Palawans. Die Fahrt mit dem akklimatisierten Van dauerte ungefähr vier Stunden. In El Nido angekommen, mussten wir uns erst ein Zimmer suchen. Hier fielen mir bereits die im Vergleich zu Port Barton deutlich höheren Preise auf. Außerdem muss ich sagen, dass mir El Nido von allen Städten, die ich auf den Philippinen besucht habe, am wenigsten gefallen hat. Der Ort ist mir zu vollgepackt mit Touristen, zu eng, zu verschmutzt, zu teuer. Er ist weder architektonisch schön, noch ein Ort zum Entspannen, noch besonders gut geeignet zum Feiern. Im Grunde wäre El Nido nur ein überteuertes Nest, wenn da nicht diese Aussicht wäre…

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Die Stadt kann es sich leisten, teuer zu sein, denn sie liegt geografisch an einem der schönsten Orte Palawans, der Philippinen – ja wahrscheinlich ganz Südostasiens. Bereits in der Stadt fällt der Blick auf die majestätischen, dicht bewachsenen Kalksteinfelsen: Überbleibsel einer Zeit, als der Meeresspiegel viel höher war.

Ich wollte unbedingt einen besseren Blick auf diese Felsen und die Bucht von El Nido erhaschen – darum meldete ich mich und meine Begleiter zum sog. Canopy Walk an: Für 500 Pesos (7,5 Euro) kann man dort einen Felsen besteigen, wobei man immer gesichert ist. Das Risiko ist somit minimal, darum lohnt sich der Canopy Walk vor allem für unerfahrene Kletterer. Dabei kommt durchaus Adrenalin auf, z.B. wenn man (natürlich gesichert) eine wacklige Hängebrücke überqueren muss. Lange dauert der Ausflug in luftige Höhen übrigens nicht: Nach etwa 20 Minuten hatten wir die Aussichtsplattform erreicht, wo unser Tourguide noch ein Foto von uns machte. Dieses hätten wir unten angekommen käuflich erwerben können. Insgesamt ein spaßiges, wenn auch etwas kurzes Vergnügen und perfekt für einen angebrochenen Nachmittag. Wer mehr Erfahrung im Klettern hat, dürfte die Tour jedoch ziemlich langweilig finden und ist mit einer längeren Klettertour wohl besser beraten.

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Aussicht auf die Bucht von El Nido

Wir hatten noch ein wenig Zeit, bevor es dunkel wurde, also entschlossen wir uns, zu einem der schönsten Strände El Nidos zu fahren: Nacpan Beach. Die Fahrt dauert mit dem Tricycle etwa eine Stunde und ist aufgrund der schlechten Straßen sehr unbequem. Die holprige Fahrt lohnt sich jedoch, denn der Strand stellte wirklich alles in den Schatten, was ich bisher auf den Philippinen gesehen habe. Der Sand ist fein und blütenweiß und vor der Küste herrscht ein kräftiger Wellengang, der ein Bad im warmen Wasser umso spaßiger macht. Außerdem konnten wir hier einen wunderschönen Sonnenuntergang beobachten, bevor wir uns bei Einbruch der Dunkelheit auf den Rückweg zu unserem Hotel machten.

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Island Hopping in El Nido

Am nächsten Morgen wollten wir endlich das machen, wofür die meisten Touristen nach El Nido kommen: Island Hopping in der malerischen Bucht zwischen den imposanten Kalksteinfelsen. Hier hatten wir wieder die Qual der Wahl zwischen vier verschiedenen Touren. Wir entschieden uns für eine Tour mit fünf Inseln und einem ausgewogenem Angebot aus Schnorcheln, Höhlen und begehbaren Inseln. Mit dabei war ein Mittagessen und die Tour sollte pro Person etwa 1200 Pesos (18 Euro) kosten.

Es ging los mit Entalula Island. Hier machten wir einen Stopp zum Schnorcheln, wobei uns der Bootsführer vor den Quallen warnte. Die Warnung veranlasste ein paar Mitglieder unserer Gruppe, auf dem Boot zu bleiben, sollte sich jedoch als unberechtigt herausstellen. Der Spot war wunderbar geeignet zum Schnorcheln, auch wenn das Riff bei weitem nicht an die Unterwassergärten in Port Barton heranreichte.

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Als nächstes fuhren wir nach Snake Island. Wie bei Starfish Island in der Nähe Port Bartons handelt es sich dabei um eine Sandbank, die bei Flut komplett unter Wasser liegt, zur Zeit unseres Besuches jedoch begehbar war. Wenn man einen kurzen Weg durch die Mangrovensümpfe geht, gelangt man außerdem zu einem Aussichtspunkt, von wo aus man einen wunderschönen Blick über die Sandbank und die nahe gelegenen Inseln genießen kann.

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Auf der nächsten Insel sollten wir unser Mittagessen erhalten – zuvor jedoch stand ein Besuch der Cudugnon-Höhle an, in die man nur durch einen schmalen Eingang gelangt. Die Höhe selbst beeindruckt durch ihren hohen Innenraum und die interessante Färbung des Gesteins. Außerdem kann man, wenn man mutig ist, über eine Schlucht zu einem Aussichtspunkt klettern.

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Die Kletterei machte mich hungrig, so dass ich mich schon auf das Mittagessen freute. Und ich wurde nicht enttäuscht: Während wir in der Höhle waren, hatten unsere Tour Guides ein beeindruckendes Mahl aufgetischt: Es gab frisch gefangenen Fisch, Shrimps, Hühnchen, Reis, Gemüse, dazu Mangos, frische Anananas und Wassermelone. Das Essen unter freiem Himmel schmeckte köstlich und ich kann jedem nur empfehlen, eine Island Hopping Tour mit Verpflegung zu buchen!

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Frisch gestärkt machten wir uns auf den Weg zu Cathedral Cave, einer Höhle, die nur mit dem Boot erreichbar ist und aufgrund ihrer länglichen Form und des hohen Deckengewölbes an eine Kathedrale erinnert. Ein durchaus interessantes Ziel und eine gute Gelegenheit, Fotos zu schiessen.

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Das Highlight dieses Inselspringens wartete jedoch noch auf uns – in der Form von Pinagbuyutan Island. Falls ich auf einer Insel stranden müsste, würde ich mir diese aussuchen, denn sie bietet einfach alles: traumhaften Sandstrand, grüne Wiesen, Palmen, majestätische Klippen und einen atemberaubenden Ausblick auf die Felsen in der Ferne. Nicht einmal die Masse an Touristen konnte die Inselromantik auf Pinagbuyutan stören. Eindeutig meine Lieblingsinsel bisher!

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Mit diesen wunderschönen Impressionen machten wir uns auf den Rückweg nach El Nido. Am nächsten Tag besuchte ich noch Marimegmeg Beach: Der Strand liegt näher an El Nido als Nacpan Beach, ist deutlich weniger malerisch, zum Schwimmen aber sehr gut geeignet.

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Mein abschließendes Urteil? Besagte Französin hatte Recht: Port Barton mag die schönsten Korallenriffe haben, doch die Inselwelt vor der Küste El Nidos stellte alles in den Schatten, was ich davor gesehen hatte. Darum empfehle ich jedem, die Island-Hopping-Touren zu machen. Das dürfte dann auch der einzige Grund sein, El Nido zu besuchen. Wie schon gesagt, mochte ich die Stadt an sich nicht besonders: Sie ist mir zu laut, zu verschmutzt, zu teuer: Zwar bekommt man auch hier ein Mittagessen für 50 Pesos (75 Cent), man muss aber recht lange danach suchen. In einem der schicken Restaurants kann man für eine Mahlzeit mit Getränken gut das 10-fache ausgeben – für die Philippinen inakzeptabel. Doch wie gesagt: Die wunderschöne, einzigartige Naturkulisse entschädigt für den Wucher. Ein gelungener (vorläufiger) Abschluss meiner Reise auf die Philippinen!

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