Singapur

Singapur, gleichzeitig Großstadt und Land, sollte auf keiner Reise nach Malaysia fehlen. Der asiatische Tiger zieht Menschen aus der ganzen Welt an, Reisende sowie Arbeitssuchende. Ein echter Schmelztigel also. Die Stadt mit den blitzblanken Bürgersteigen, der effizienten Infrastruktur und den schillernden Hochhäusern ist laut einer Liste des Economist der teuerste Ort zum Leben weltweit, was viele Budget Traveller abschrecken dürfte. In diesem Beitrag zeige ich, wie es trotzdem möglich ist, die Stadt für wenig Geld zu erkunden, und welche Sehenswürdigkeiten sich wirklich lohnen, wenn man für einen Tag in Singapur ist.

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Dankbarerweise bietet auch Singapur bezahlbare Hostels, und zwar in den Stadtteilen Little India und Chinatown. Ein Bett im Schlafsaal im Inncrowd-Hostel bekommt man schon für 17 Singapur-Dollars (11 Euro) pro Nacht, inklusive Frühstück. Dieses sollte man wahrnehmen, denn die Essenspreise sind selbst im relativ preisgünstigen Little India etwa doppelt so hoch wie im angrenzenden Malaysia. 6 SGD (4 Euro) pro Mahlzeit muss man auf jeden Fall einkalkulieren. Noch teurer sind Alkohol und Zigaretten. Natürlich kann man eine gewisse Freimenge einführen, allerdings nicht, wenn man von Malaysia aus einreist. Es kann sich also lohnen, sich im Duty Free Shop einzudecken, wenn man mit dem Flugzeug kommt.

Die Transportkosten dagegen sind in Singapur erfreulich niedrig. Nicht nur verfügt die Stadt über das wohl effizienteste und idiotensicherste U-Bahn-Netz der Welt, auch die Preise sind mit durchschnittlich 1,5 SGD (1 Euro) pro Fahrt recht bezahlbar. Mit der U-Bahn erreicht man leicht alle Sehenswürdigkeiten, die sich zum Großteil in der Downtown, der aufpolierten Innenstadt von Singapur befinden.

 

Von Little India oder Chinatown kommend, sollte der erste Weg zum Merlion-Park führen. Hier hat man einen guten Blick auf ein Wahrzeichen der Stadt, das berühmte Sands Hotel, und kann außerdem die Löwenstatue (das Symbol Singapurs bewundern). Zu Fuß erreicht man ebenfalls schnell das Esplanade-Theatre, das vor allem wegen der etwas befremdlich wirkenden Skulptur im Inneren sehenswert ist. Etwa eine halbe Stunde Fußweg führt zum Clarke Quaye, den letzten Resten der Altstadt Singapurs vor dem Bauboom. Die historischen Häuser aus dem 19. Jahrhundert erinnern an Singapurs Vergangenheit als provinzielle Hafenstadt, beherbergen heute Bars und Läden und sind besonders nachts sehenswert.

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von weitem sichtbar – das Sands Hotel
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Blick auf die Skyline mit dem Esplanade Theatre (links)

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Clarke Quay

Weiter geht es mit der U-Bahn zur Haltestelle Bayfront, Marina Bay, und von dort aus zur Hauptattraktion der Downtown, den Gardens by the Bay. Die Gärten, ein prestigeträchtiges Aushängeschild für die Umweltfreundlichkeit und Energieeffizienz Singapurs, beherbergen nicht nur malerische Grünflächen und Kanäle, sondern auch die sog. „Supertrees“. Diese künstlich geschaffenen und mit Pflanzen bewachsenen Strukturen sind schon tagsüber sehenswert. Ihre ganze Pracht entfalten sie jedoch nach Einbruch der Dunkelheit, wenn sie (um 19:45 und 20:45 Uhr) in einer beeindruckenden Lichtshow in Szene gesetzt werden.

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Steigt man aus der U-Bahn ins Freie, sieht man bereits das opulente Sands-Hotel vor sich aufragen. Ein Zimmer in diesem 5-Sterne-Hotel kostet locker 400 Euro pro Nacht und auch auf die Terrasse kann man als Otto-Normalbürger nicht einfach fahren. Allerdings kann man das Erdgeschoss des Megabaus von innen bewundern. Hier findet man eine große Auswahl an Geschäften, Restaurants und sogar einen befahrbaren Fluss, der durch das Einkaufszentrum fließt. Unbedingt einen Besuch wert, auch wenn man nichts kaufen will! In der Downtown ein bezahlbares Restaurant zu finden, kann man übrigens vergessen. Bleibt nur, sich in einer der Einkaufszentren mit Gratis-Kostproben einzudecken oder zum Burger King zu gehen, wo man für 2 SGD (1,20 Euro) so etwas wie ein Mittagessen bekommt.

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In den Gardens by the Bay befinden sich zwei Besuchermagnete: der sog. Flower Dome und der Cloud Forest. Ein Kombi-Ticket für beide Attraktionen kostet für Ausländer 26 SGD (17 Euro). Viele Mitreisende zeigten sich mir gegenüber jedoch eher enttäuscht vom Flower Dome: im Grunde genommen ein Gewächshaus unter einer gläsernen Kuppel. Hat man also nur Zeit und/oder Geld für eine Sehenswürdigkeit, würde ich den Cloud Forest empfehlen (Eintritt: 16 SGD). Die futuristische Glaskonstruktion beherbergt eine bunte Vielfalt der Pflanzenwelt Südostasiens und ist auf mehreren Stockwerken angelegt. Mit jedem Stockwerk verändert sich auch die Vegetation, von tropischem Regenwald, über hoch gelegenem Nebelwald bis hin zu Tropfsteinformationen. Wasserfälle, Gimmicks wie die welt-kleinsten Orchideen und ein technisch-beeindruckendes Kino sorgen für Abwechslung beim Besuch des Cloud Forest.

Ein Geheimtipp für jeden, der die Flora Malaysias unter freiem Himmel bestaunen will, sind die Botanischen Gärten Singapurs, nur wenige U-Bahn-Minuten entfernt. Das Areal ist riesig und bietet neben europäisch anmutenden Parkanlagen, malerischen Palmenhainen und Kakteenausstellungen auch ein Stück ursprünglichen Regenwalds. Hier kann man gut und gerne 2-3 Stunden verbringen, ohne alles gesehen zu haben und der Eintritt ist (bis auf den Orchideengarten) komplett kostenlos! Nur sollte man sich nicht daran stören, dass ein großer Waran vor einem den Pfad überquert.

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Die Kosten

Was kostet nun ein Tag in Singapur, inklusive Essen, Transport und Eintritt in den Cloud Forest? Ich bin mit 49 SGD (31 Euro) gut ausgekommen, ohne hungern oder den Tag im Hostelzimmer fristen zu müssen. Nicht schlecht für die teuerste Stadt der Welt! Die Kosten verteilen sich auf folgende Bereiche:

Unterkunft: 17 SGD

Verpflegung: 11 SGD

Transport: 5 SGD

Eintrittspreis: 16 SGD

Mehr als einen Tag muss man meiner Meinung nach in Singapur nicht verbringen, es sei denn, man wird vom Geld gedrückt. Klar kann man noch ein paar Tempel bewundern, viele teure Attraktionen wie die Night Safari oder die Universal Studios besuchen und sogar etwas abseits der Innenstadt Wandern gehen. Aber ich wage zu behaupten, all das kann man im benachbarten Malaysia und allgemein in Südostasien viel günstiger bekommen. Trotzdem kann ich einen Besuch Singapurs nur empfehlen: und sei es nur, um einmal die futuristische, erschreckend effiziente Seite Südostasiens und vielleicht die potentielle Zukunft unserer eigenen Großstädte live zu sehen…

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