20 Tage auf den Philippinen – die Kosten

Die Philippinen erfreuen sich auch bei Backpackern immer größerer Beliebtheit – Gründe dafür finden sich zuhauf. Aber wie sieht es mit dem Preis aus? Wie viel kosten 20 Tage in diesem tropischen Paradies? Ich habe die Kosten meiner Reise genau dokumentiert und das Ergebnis dürfte all jenen Mut machen, die kein großes Budget zur Verfügung haben.

Vorausschicken muss ich natürlich, dass ich mit dem Rucksack gereist bin, meistens nicht in Hotels, sondern in Jugendherbergen übernachtet habe, wann immer möglich öffentliche Verkehrsmittel statt Taxis genommen habe und auch bei der Wahl der Restaurants versucht habe, zu sparen. Das war es dann aber auch mit der Sparwut: Ich bin viel umhergereist, habe wunderschöne Orte besucht, eine Menge Touren mitgemacht, Eintrittspreise bezahlt und mindestens zweimal am Tag auswärts gegessen. Hier also die nackten Zahlen.

Für 20 Tage in den Philippinen habe ich insgesamt 604 Euro ausgeben. Darin sind alle Kosten enthalten, vom Hostelbett über die Jeepney-Fahrt bis zum Abendbier. Einzig die Kosten für den Hinflug habe ich nicht mit eingerechnet: Das erhöht die Vergleichbarkeit mit den Kosten in anderen Ländern, die ich in den nächsten Beiträgen vorstellen werde.

Die Kosten verteilen sich auf folgende Bereiche:

Transport im Land: 218 Euro (darunter 80 Euro für 2 Flüge im Land)

Verpflegung: 162 Euro

Unterkunft: 131 Euro

Touren, Eintrittspreise etc: 93 Euro

diag.png

Tipps zum Geld sparen

Die Transportkosten machen den größten Anteil aus – kein Wunder, sind die Philippinen doch ein riesiges Land. Wer nicht nur in einer Gegend bleiben will, sondern verschiedene Aspekte des Inselstaats kennenlernen will, wird um die Transportkosten nicht herumkommen. Das Flugzeug ist natürlich das schnellste und komfortabelste Fortbewegungsmittel, aber auch das teuerste. Manchmal bin ich nicht um das Fliegen herumgekommen (genauer: von Manila nach Cebu und von Cebu nach Palawan). Wer Zeit und etwas Sitzfleisch hat, sollte jedoch auf Reisebusse und Vans ausweichen, die nur einen Bruchteil kosten.

Vor Ort hat man dann wieder die Wahl: Einerseits kann man sich mit Taxis, Tricycles und Motorrad-Taxis kutschieren lassen – diese sind auch nicht wirklich teuer. Wer jedoch richtig sparen will, der sollte einmal eine Fahrt in einem Jeepney, einem umgebauten offenen Kleinbus, wagen. Richtige Haltestellen gibt es selten, man fragt also am besten den Fahrer, wo das die Fahrt denn hin geht. Zimperlich darf man auch nicht sein, da die Jeepneys sehr voll werden können und die Sitzbänke nicht gerade bequem sind. Wem das nicht ausmacht, der kann so jedoch eine Menge Transportkosten einsparen.

Jeepney_cebu_1.jpg
Jeepneys – die günstigsten Verkehrsmittel auf den Philippinen…
20180318_105937.jpg
…wenn auch im Innern nicht immer vertrauenserweckend.

Nicht immer lässt es sich vermeiden, ein Taxi zu nehmen. Auch hier kann man jedoch Geld sparen, in dem man einem einfachen Grundsatz folgt: Niemals ein Taxi bei einem Busbahnhof, einem Pier oder vor einer beliebten Touristenattraktion anheuern. Die Nachfrage bestimmt hier den Preis und die Chance, übers Ohr gehauen zu werden, ist hier größer als an weniger touristischen Orten. Darum lohnt es sich immer, ein paar Nebenstraßen weiter zu laufen und dort zu warten. Wenn man dann ein Taxi oder Tricycle angehalten hat, gilt es, den erst genannten Fahrpreis abzulehnen und zu feilschen. Besteht der Fahrer immer noch auf seinem Preis, bewirkt freundliches aber bestimmtes Weggehen meistens Wunder. Und selbst wenn der Fahrer nicht einwilligt – erfahrungsgemäß findet sich immer ein Taxifahrer, der einen für weniger Geld mitnimmt.

Wie ich bereits hier geschrieben habe, hat es mir das Essen auf den Philippinen besonders angetan. Im Vergleich zu Deutschland ist selbst eine Mahlzeit in einem gehobenen Restaurant noch günstig. Wer jedoch auch hier Geld sparen und gleichzeitig die authentische philippinische Küche kennenlernen will, sollte den Restaurants für Touristen den Rücken kehren und sich einmal in den Nebenstraßen umsehen. Es gibt meist eine Fülle von kleinen Restaurant (Eateries), wo man auf westlichen Schnickschnack wie eine Speisekarte verzichtet. Stattdessen lässt man sich zeigen und erklären, was gerade in den Töpfen ist und sucht sich etwas aus. Ein vollwertiges Essen in einer solchen Eaterie sollte nicht mehr als 1,50 Euro kosten.

IMG_1218
Eine typisch philippinische Mahlzeit – für unter 2 Euro!

Einen noch geringeren Anteil machen die Kosten für Unterkünfte aus. Die geläufigsten Seiten, auf denen man sein Hostel buchen kann, muss ich kaum vorstellen. Erwähnenswert ist jedoch, dass man bei Buchungen über www.agoda.de einen Rabatt bei seiner nächsten Buchung erhält. Dieser beträgt meist nur etwa 30 Cent – bei einem Gesamtpreis von 5-7 Euro aber zumindest etwas. Mehr als 7 Euro würde ich für ein Hostelbett auf den Philippinen nicht bezahlen: Das Internet wird ohnehin meistens sehr schlecht sein, und sollte die Unterkunft doch nicht den Erwartungen entsprechen, ist es meist kein Problem, eine neue zu finden. Hostels mit kostenlosem Frühstück sind auf den Philippinen übrigens eine Seltenheit – hier würde ich unbedingt zuschlagen, wenn es den Preis nicht ungebührlich in die Höhe treibt.

Überraschend für mich war, dass Touren und Eintrittspreise mit 93 Euro den geringsten Teil meiner Gesamtkosten ausmachten. Hier ist es schwer, ein pauschales Urteil zu fällen. Jeden Wasserfall mit Seilrutsche muss man wohl nicht gegen Geld besichtigen, und natürlich kann man die Philippinen auch auf eigene Faust erkunden (zum Beispiel mit einem Motorroller, der nicht mehr als 5 Euro Miete am Tag kosten sollte), ein paar Touren würde ich jedoch schon empfehlen – zum Beispiel die Island-Hopping-Touren auf Palawan.

Wie man sehen kann – man braucht nicht viel Geld, um auf den Philippinen eine gute Zeit zu haben – 15-20 Euro am Tag sollten absolut ausreichen. Natürlich gibt es nach oben keine finanzielle Grenze, wenn man ausschließlich fliegen und Taxi fahren will, in Einzelzimmern übernachten und jede überteuerte Tour mitmachen will. Wer jedoch auf den ein oder anderen Komfort verzichten kann und eine authentische Reiseerfahrung machen will, der wird mit dem Budget, das ich hier vorgestellt habe, problemlos auskommen.

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: