Koh Larn

Kennt ihr das? Ihr seid im Großstadtdschungel von Bangkok unterwegs und sehnt euch danach, die Füße in den Sand zu stecken? Gleichzeitig habt ihr wenig Zeit oder seid einfach zu bequem, die 8-stündige Fahrt nach Koh Samui anzutreten? Dann dürfte Pattaya euer nahe liegendes Ziel sein. Wortwörtlich, denn der legendäre Ferienort liegt nur 3 Stunden von Bangkok entfernt. Jede Stunde fährt ein Bus, gerne auch direkt vom Flughafen – bequemer geht es kaum. Jetzt ist Pattaya natürlich kein tropisches Paradies mehr – um es einmal vorsichtig auszudrücken. Selbst der ruhigere Strand von Jomtien ist schon recht überlaufen, alles andere als malerisch und einfach nichts Besonderes. Strandfreunde wird es daher auf Koh Larn ziehen, eine kleine Insel vor der Küste Pattayas.

Die Anreise mit der Fähre kostet nur 30 Baht (0,82 Euro). Schneller und teurer ist das Speed Boat. Die Fähre legt am Tawaen Beach Pier auf der Nordseite der Insel an. Rechterhand vom Steg befindet sich dann auch der erste Strand. Das Wasser ist hübsch türkisblau, aber der Badebereich ist dann doch recht klein. Nicht einmal die Fläche eines Fußballfelds ist hier mit Bojen umzäunt. Eher eine große Badewanne, fehlen nur noch die Schwimmflügel. Den kichernden chinesischen Touristen scheint es nichts auszumachen. Den Tamaen Beach könnt ihr getrost in die Tonne kloppen. Hier sind viel zu viele Menschen. Zum Glück warten etwas weiter schon die roten Sammeltaxis, die euch für 30 Baht zu schöneren Küstenabschnitten bringen:

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hübsches Wasser und wenig Platz – der Strand am Tawaen Pier

Zum Beispiel zum Samae Beach. Dieser Strand ist weitläufiger und nicht ganz so überlaufen. Für Koh Larn-Verhältnisse zumindest. Eine Sonnenliege lässt sich natürlich immer mieten, aber natürlicher Schatten ist Mangelware. Ich habe mich neben einen Stapel ausleihbarer Plastikringe gelegt und war damit vor der Sonne geschützt. Das Wasser ist erfreulich sauber, klar und vor allem nicht so pisswarm wie im Süden Thailands (Krabi, Phuket). Spätestens am Samae Beach dürftet ihr euch fragen: „Hä, warum sprechen alle Russisch?“ Aber es ist so: Aus irgendeinem Grund ist Koh Larn (wie ganz Pattaya) ein beliebtes Ziel für russische Urlauber. Hoffentlich hat das Putin noch nicht mitbekommen, denn sollte die Zahl der Russen die Zahl der Thailänder übersteigen, ist bestimmt mal wieder Zeit für eine kleine Annexion…

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Samae Beach

Am Strand liegen ist mit der Zeit auch öde, darum lohnt sich ein Spaziergang zum kleinen Aussichtspunkt im Norden. Von hier aus überblickt ihr den Strand und das tiefblaue Meer. Noch weiter nördlich liegt der kleinere Tien Beach. Nehmt bloß kein Sammeltaxi, es sind zu Fuß wirklich nur 10 Minuten und der Weg bietet viel Schatten. Dieser Strand sieht fast so aus wie Samae Beach – nur das Panorama ist etwas schöner. Aber viel mehr Platz habt ihr hier auch nicht. Koh Larn trägt übrigens den Spitznamen „Coral Island“. Warum, ist mir persönlich ein Rätsel. Ich habe keine einzige Koralle gesehen. Ein paar Fische und das war´s . Kein Wunder jedoch, wenn man die Touristenmassen bedenkt, die alles niedertrampeln.

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Weiter geht’s Richtung Süden, zum Nual Beach. Für mich persönlich der schönste Strand Koh Larns. Vor allem könnt ihr hier auch ganz links im Schatten der Bäume liegen, wenn ihr ein Plätzchen findet.

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Nual Beach

Für mich war es das schon. Ich hatte meine dringend benötigte Dosis Sonne und Meer bekommen und machte mich auf den Rückweg nach Pattaya. Die Fähre fährt vom Bali Hai Pier ab, somit könnt ihr einen schönen Rundweg über die Insel machen. Beliebt bei Touristen ist auch das Fahren mit dem Motorroller. 300 Baht kostet der Spass, der sich nur lohnt, wenn ihr wirklich den ganzen Tag auf Koh Larn bleibt. Dann könnt ihr auch zum Windmill Viewpoint fahren. Viel zu sehen gibt es dort jedoch auch nichts. Die Straßen sind gut in Schuss, alles ist sauber und die Vegetation ist hübsch. Koh Larn ist eine Insel, die Lust auf die wahren Juwele Thailands macht. Mehr aber auch nicht.

Aber ich will nicht unfair sein: Insgesamt bekommt ihr auf Koh Larn das, was man angesichts der Nähe zu Pattaya und Bangkok erwarten kann: eine leicht erreichbare Ferieninsel mit netten Stränden, klarem Wasser und vor allem vielen Besuchern. Paradiesische Tropenkulissen wie in der James Bond-Bay, auf Koh Chang oder der Halbinsel Railey sucht ihr dort jedoch vergebens.

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