Geld verdienen mit dem Texte-Schreiben

Geld verdienen von zuhause oder auf Reisen – das ist für viele ein Traum. Viele Reisende führen einen Blog, den sie liebevoll pflegen. Warum also nicht für andere Leute schreiben und damit Geld verdienen? Ich verfasse seit etwa einem Jahr Werbetexte im Bereich Tourismus und bestreite damit inzwischen nicht nur auf Reisen meinen Lebensunterhalt. In diesem Artikel will ich euch zeigen, wie das geht und wie viel ihr damit verdienen könnt.

  1. Wer bezahlt für Artikel im Bereich Tourismus?

Reiseanbieter und Hotelseiten benötigen alle eines: eine gute Platzierung bei Google. Logisch: Wer auf Seite 1 der Ergebnisse landet, wird angeklickt und verdient damit bares Geld. Um ihr Suchmaschinen-Ranking zu verbessern – Search Engine Optimization oder SEO ist das Stichwort – brauchen diese Seiten gute Texte. Diese sollten bestimmte Key Words beinhalten, denn jedes Keyword generiert im Durchschnitt einen bestimmten Gewinn für die Website, wenn Kunden draufklicken. Gleichzeitig müssen die Texte hochwertig sein, denn niemand liest gerne einen stinklangweiligen, schlecht aufgebauten Artikel, der vor Rechtschreibfehlern nur so strotzt. Aufgrund dieser Nachfrage nach guten Artikeln haben sich einige Agenturen etabliert, die Auftraggebern mit selbstständigen Textern zusammenbringen. Und hier kommt ihr ins Spiel.

  1. Was muss ich mitbringen?

Um mit dem Schreiben loszulegen, braucht ihr eigentlich nur einen Computer und einen Internetzugang. Da ihr eure Artikel online abschickt, könnt ihr von überall arbeiten. Wenn eure Texte angenommen werden, erhaltet ihr das Geld auf euer Bankkonto. Was ihr natürlich mitbringen solltet, ist Freude am Schreiben und eine sichere Beherrschung der deutschen Sprache, denn: ihr seid Freelancer und werdet pro Wort bezahlt. Euer Stundenlohn richtet sich danach, wie schnell ihr schreibt. Gleichzeitig sollten die Artikel natürlich qualitativ hochwertig und fehlerfrei sein. Aber keine Angst, mit der Zeit werdet ihr sicherer werden und vor allem schneller. Auch kritikfähig solltet ihr sein, denn es lässt sich nicht vermeiden, dass mal ein Artikel mit Änderungswünschen zurückkommt. Denkt dran: Ihr schreibt für Kunden, die euch dafür bezahlen. Ihr solltet also flexibel sein und euch unterschiedlichen Wünschen anpassen können. Das kann herausfordernd sein ist aber, wie alles andere, eine Frage der Übung.

Es gibt inzwischen mehrere Seiten, auf denen ihr euch anmelden könnt, um als Texter zu arbeiten. Ich stelle im Folgenden drei Webseiten vor, mit denen ich selbst Erfahrungen gemacht habe:

Content.de

Mit dieser Seite habe ich angefangen. Um euch anzumelden, müsst ihr einen Rechtschreib- und Grammatiktest bestehen sowie einen kurzen Probeartikel einreichen. Dann werdet ihr vom Content-Team je nach Qualität eures Textes eingestuft, von 2 bis 5 Sternen. Dies ist wichtig, denn jeder Kunde kann entscheiden, welche Stufe sein Auftrag haben soll. Als Stufe 4-Autor könnt ihr auch nur Aufträge der Stufe 4 oder niedriger annehmen. Je nach Stufe erhaltet ihr einen bestimmten Betrag pro geschriebenem Wort: Auf der niedrigsten Stufe sind es 0,80 Cent pro Wort, auf der höchsten 4,50 Cent pro Wort. Kein großes Taschengeld. Daneben gibt es die Direct Orders, bei der euch Kunden direkt einen Auftrag erteilen. Hier könnt ihr den Wortpreis selbst festlegen. So weit die Basics. Ich habe für content.de nur wenige Texte geschrieben, weil der Auftragspool im Bereich Tourismus sehr mager ist. Darum gehe ich gleich weiter zur nächsten Textbörse:

Textbroker.de

Die älteste Textbörse im deutschsprachigen Raum funktioniert ähnlich wie content.de, auch die Verdienstmöglichkeiten sind in etwa gleich. Ihr erstellt euren Account und reicht einen Probetext ein. Anschließend erhaltet ihr eine Einstufung von 2 bis 5 Sternen, die sich verbessern kann, wenn ihr konstant gute Qualität abliefert. Eure Texte werden nämlich nicht nur von den Auftraggebern, sondern auch vom Textbroker-Team bewertet. Ich wurde nach etwa 6 Monaten auf 5 Sterne hochgestuft, womit mir besser bezahlte Aufträge zur Verfügung standen. Was mir erst einmal nichts gebracht hat, denn ähnlich wie auf content.de existieren im Bereich Tourismus kaum Aufträge mit 5 Sternen. Beim Großteil handelt es sich um 4 Sterne-Texte, die mit 1,5 Cent pro Wort bezahlt werden. Der große Vorteil an einer 5-Sterne-Bewertung ist, dass Kunden auf euch aufmerksam werden und euch mit etwas Glück sog. Direct Orders erteilen. Aber dazu in einem eigenen Abschnitt mehr.

Nach eurer Einstufung könnt ihr Aufträge aus dem Pool annehmen. Die Kategorien entsprechen ungefähr denen von content.de, nur dass im Bereich Reisen und Tourismus deutlich mehr Aufträge zu finden sind. Seit ich angemeldet bin, waren immer mindestens 20 Aufträge gleichzeitig verfügbar. Reiseanbieter scheinen also Textbroker.de zu bevorzugen. Habt ihr euren Text geschrieben und alle geforderten Keywords untergebracht, schickt ihr den Artikel ab. Die Plagiatprüfung läuft im Hintergrund. Wenn sie Alarm schlägt, bekommt ihr den Text zur Überarbeitung zurück. Ein wichtiger Unterschied: Anders als bei content.de könnt ihr hier nur einen Auftrag gleichzeitig annehmen. Erst wenn ihr ihn abschickt, ist der Auftragspool für euch wieder sichtbar. Nimmt der Kunde euren Text an, erhaltet ihr das Geld gutgeschrieben. Ansonsten bekommt ihr ihn zur Änderung zurück. An dieser Stelle wird es Zeit für einen kleinen Exkurs.

Was passiert bei Uneinigkeiten zwischen Auftraggeber und Autor?

Als Texter versucht ihr natürlich, die Vorgaben des Briefings zu erfüllen. Dennoch kommt es manchmal zu Unstimmigkeiten, wenn der Artikel nicht den Wünschen eures Auftraggebers entspricht. Wenn ihr mit den Änderungswünschen nicht einverstanden seid, könnt ihr euch an den Textbroker-Support wenden, der versucht, schlichtend einzugreifen. Das ist mir persönlich bisher nur einmal passiert: Ein Kunde gab einen Text über die 10 schönsten Sehenswürdigkeiten in Dubai in Auftrag und lehnte meinen Artikel ab, weil er zwei Sehenswürdigkeiten nicht enthielt, die der Kunde gerne drin gehabt hätte. Stattdessen sollte ich zwei andere Sehenswürdigkeiten streichen. Der Support riet mir, das mit dem Kunden zu klären, was ich auch tat. Ich schrieb zurück, dass ich es nicht einsehe, etwas am Text zu ändern, das aus dem Original-Briefing nicht ersichtlich ist. Aus Kulanz änderte ich jedoch eine Sehenswürdigkeit und der Kunde nahm den Text schließlich an. Ob der Textbroker-Support zu seinen oder meinen Gunsten entschieden hätte, kann ich nicht sagen. Ich denke aber, man sollte eine gesunde Mitte finden: Einerseits sollte man sich auch als Auftragnehmer nicht alles gefallen lassen und nicht jede ungerechte Forderung erfüllen. Etwas Entgegenkommen ist jedoch angebracht, denn: ein unzufriedener Kunde könnte euch mit einer schlechten Bewertung eure Statistik versauen und: Zufriedene Kunden sind eher bereit, euch Direct Orders zu erteilen, die eure Verdienstmöglichkeiten steigern. Wie gesagt, das war der einzige Konflikt mit einem Kunden. Ansonsten bin ich mit Textbroker.de sehr zufrieden. Das Interface ist übersichtlich und einfach zu bedienen, der Auftragspool ist immer voll und die Kunden meistens sehr umgänglich. Der Verdienst kann zu Beginn etwas mager ausfallen, steigert sich jedoch mit der Zeit.

Team Orders und Direct Orders zur Verdienststeigerung

Zusätzlich zu den Open Orders, die alle Autoren annehmen dürfen, solange sie die erforderliche Einstufung haben, gibt es noch zwei weitere Kategorien: Team Orders stehen einer bestimmten Gruppe von angemeldeten Textern zur Verfügung. Es gibt offene Teams, denen jeder beitreten kann, und geschlossene Teams, in die man eingeladen wird. Die Honorare in den geschlossenen Teams sind meistens, aber nicht immer, höher als die Vergütung für Open Orders. Direct Orders erhaltet ihr, wie der Name schon sagt, von Auftraggebern, die euch direkt anschreiben. Das Interessante: Hier könnt ihr den Preis selbst bestimmen. Standardmäßig werden Direct Orders mit 2,8 Cent pro Wort vergütet: Das ist doppelt so viel wie das Honorar für offene Aufträge.

Trips by Tips

Diese Berliner Webseite unterscheidet sich von den doch sehr ähnlichen Seiten content und textbroker. Es handelt sich um eine Textbörse, die sich ausschließlich an Kunden im Bereich Touristik und Reisen wendet. Ideal also für Reiseautoren wie mich. Das Bewerbungsverfahren ist ähnlich: Ihr schreibt einen Probetext als Bewerbung. Jedoch erhaltet ihr hier keine Sterne-Einstufung, ihr werdet entweder angenommen oder abgelehnt. Wurde euer Text akzeptiert, seid ihr in der Probephase. Das heißt, ihr nehmt aus dem Auftragspool drei Aufträge an und bearbeitet diese. Werden diese Texte ebenfalls angenommen, habt ihr die Probephase beendet und könnt so viele Aufträge gleichzeitig annehmen wie ihr möchtet. Der größte Unterschied zu anderen Textbörsen ist, dass Tripsbytips eine eigene Redaktion besitzt, quasi als Bindeglied zwischen Kunde und Autor. Das heißt, ihr habt mit dem eigentlichen Auftraggeber nichts zu tun. Zu jedem Artikel erhaltet ihr ein Feedback mit Anmerkungen und einer Sterne-Bewertung. Warum es diese gibt, hat sich mir bisher noch nicht erschlossen, da die Sterne keine Auswirkungen haben, welche Aufträge ihr annehmen dürft. Entspricht euer Text nicht den Wünschen der Redaktion, müsst ihr ihn überarbeiten. Ein weiteres Charakteristikum von TripsbyTips ist das Bonusprogramm. Besteht euer Text auf Anhieb die Prüfung der Redaktion, erhaltet ihr 1/3 des Honorars als zusätzliche Prämie. Gewissenhaftes Arbeiten lohnt sich also. Glücklicherweise scheint diese Regelung nicht in Stein gemeißelt zu sein. Ich habe zum Beispiel einmal einen Artikel zur Bearbeitung zurückerhalten und den Bonus trotzdem bekommen – wahrscheinlich, weil es ein recht langer Artikel war (1300 Wörter) und sich die Änderungen in Grenzen hielten. Oder TripsbyTips will seine erfahrenen Autoren mit guter Bewertung bei der Stange halten, denn – und das ist das Erfreuliche: Der Auftragspool ist immer voll. In 6 Monaten habe ich ein einziges Mal eine Flaute erlebt, die jedoch nur einen Tag anhielt. Teilweise wurde ich sogar mit der Bitte angeschrieben, etwas mehr zu schreiben. Arbeit gibt es also genug. Auch die Verdienstmöglichkeiten sind besser als bei textbroker und content. Pro Wort erhaltet ihr hier, je nach Auftrag, fast das Doppelte. Den Qualitätsbonus habe ich bereits erwähnt. Dazu kommt noch der Vielschreiber-Bonus: Schreibt ihr mehr als 10 Texte im Monat, erhaltet ihr noch einmal 10% des monatlichen Honorars obendrauf, bei 50 Texten sind es 15%. Alles darüber hinaus halte ich für unrealistisch, allein schon, weil die Redaktion teilweise 2 Wochen braucht, um einen Text abzunehmen. Trotzdem verdient ihr mit TripsbyTips besser als bei den anderen Seiten. Die Kehrseite der Medaille: Meiner Erfahrung nach sind die Aufträge auch deutlich anspruchsvoller. Seitenlange Briefings mit engen Vorgaben und vielen spezifischen Keywords sind keine Seltenheit. Es sind vor allem die großen Reiseanbieter und Hotelseiten, die sich bei Tripsbytips Texte kaufen, dementsprechend muss die Qualität stimmen. Die Redaktion würde ich als streng, professionell und fair bezeichnen. Ich musste oft Texte ändern, jedoch immer mit guter Begründung. Auch habe mich meistens ausführliches Feedback erhalten und konnte somit meinen Schreibstil weiter entwickeln. Alles in allem bin ich mit Tripsbytips sehr zufrieden. Durch den Qualitäts- und den Vielschreiberbonus lässt sich hier gutes Geld verdienen, wenn man sich erst einmal eingearbeitet hat.

 

Verdienstmöglichkeiten und eigene Erfahrungen

 

Wie viel lässt sich nun mit dem Schreiben realistischerweise verdienen? Oder konkreter: Wie viel verdiene ich im Moment mit dem Schreiben?

Wie gesagt, verfasse ich seit einiger Zeit nur noch Texte für textbroker und Tripsbytips, nachdem auf content.de nur noch wenige Aufträge in meinem Fachgebiet verfügbar sind. Die schlechte Nachricht zuerst: Am Anfang habe ich mit dem Schreiben fast nichts verdient. Das war zum einen der schlechten Vergütung für Open Orders geschuldet – 1,5 Cent pro Wort sind nun einmal nicht besonders viel. Zum anderen war ich noch viel zu langsam und zu perfektionistisch. Man muss sich schon fragen, wie viel Zeit und Aufwand man in einen Artikel stecken sollte, der einem gerade einmal 6 Euro einbringt. Doch das Schreiben gefiel mir und das positive Feedback ermutigte mich, dran zu bleiben. Mit der Zeit wurde ich schneller: Aus einer Seite in zwei Stunden wurden schnell zwei, aus 5 Euro Stundenlohn immerhin 6, dann 7 und so weiter. Außerdem fing ich an zu recyclen. Natürlich kann ich nicht den gleichen Artikel zweimal abgeben, schon gar nicht, wenn ich am ersten Artikel kein Copyright mehr habe. Aber das schöne an Reiseberichten ist ja: Die Ziele sind oft die gleichen: So brauche ich vielleicht etwas mehr Zeit für einen Artikel über ein Reiseziel, mit dem ich mich überhaupt nicht auskenne. Beim zweiten Text zum gleichen Thema spare ich mir aber schon den Rechercheaufwand und kann bereits vorhandene Ideen einfach umformulieren. Dazu kam nach einiger Zeit der Qualitätsbonus von TripsbyTips, immerhin ein Drittel mehr Geld. Und natürlich noch der Vielschreiberbonus, wenn ich fleißig war.

Meine größte Verdienststeigerung kam jedoch durch die Direct Orders auf textbroker.de. Die Kunden sehen sowohl eure Bewertung als auch die Anzahl der Texte, die ihr bereits erfolgreich abgegeben habt. Viele Auftraggeber suchen nach erfahrenen Autoren und sind bereit, für gute Qualität ein paar Euro mehr auszugeben. So kamen mit der Zeit Anfragen von Direktkunden, die mir einen erfreulichen Zustrom an Aufträgen bescherten und immer noch bescheren. Ich bin mittlerweile geübt genug im Texten, dass ich an einem durchschnittlichen Tag etwa 1.500 Wörter schreibe – ungefähr 3 Word-Seiten also. Dafür bekomme ich 42 Euro. Meistens schreibe ich 5 Stunden am Tag, 6 Tage die Woche, das ergibt einen monatlichen Verdienst von 1.092 Euro. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass ich dafür nicht einmal das Haus verlassen muss. Wenn ich im Moment in Deutschland leben würde, und nicht im viel günstigeren Thailand, würde ich auch noch 500 Wörter am Tag mehr schreiben. Mehr als 2.000 Wörter am Tag halte ich jedoch für unrealistisch. Auch das Schreiben ist auf Dauer anstrengend, und das nicht nur für die Tippfinger. Auch würde die Qualität der Texte wahrscheinlich darunter leiden. Obwohl ich mit den hier vorgestellten Textbörsen zufrieden bin, ist es mein langfristiges Ziel, mich von Seiten wie Tripsbytips und textbroker zu lösen und mir einen Stamm von Kunden aufzubauen, die mich direkt bezahlen. Doch im Moment bin ich mit dem Verdienst im Verhältnis zum Arbeitsaufwand mehr als zufrieden.

Habt ihr Lust, selbst Vollzeit als Texter zu arbeiten? Oder wollt ihr einfach nur eure Reisekasse aufbessern. Dann seht euch diese Tipps von mir an, die euch dabei helfen, mit dem Texten anzufangen.

 

 

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s

%d Bloggern gefällt das: