Mein Leben in Chiang Rai (Teil 2)

Es ist interessant, wie sich nach ein paar Tagen das Leben auch in der Ferne auf Routine einpendelt. Morgens aufstehen, ein Kaffee beim Seven Eleven trinken, Frühstücken, Rauchen, Arbeiten, Mittagessen, ein oder zwei Sehenswürdigkeiten anschauen, Abendessen, Bier, Bett. Chiang Rai ist perfekt für so einen Tagesrhythmus. Es gibt zwar viel zu sehen in der Stadt selbst, aber keine tagesfüllenden Aktivitäten. Perfekt für einen Nachmittagsausflug. Wenn ich mehr Zeit habe, erkunde ich das Hinterland der Stadt. Besonders die gebirgige Grenzregion zu Myanmar ist wunderschön. Darum will ich in diesem Beitrag zwei Sehenswürdigkeiten vorstellen, die eine in Chiang Rai, die andere 1,5 Stunden entfernt:

White Temple

Der Weiße Tempel steht auf der Liste der schönsten Sakralbauten Thailands ganz weit oben – und das, obwohl er erst 1997 errichtet wurde. Dabei ist das Tempelareal noch längst nicht fertig. Bis 2070 sollen die Arbeiten dauern. Der Haupttempel ist jedoch schon abgeschlossen und stellt die wichtigste Attraktion dar. Schon von Weitem sieht man ihn in der Sonne strahlen. Leicht kitschig wirkt er ja, wie aus Zuckerguss. Kommt man jedoch näher, fragt man sich, welche Drogen der Ebauer wohl genommen hat. Surreale Szenen zieren den Eingangsbereich des Tempels, darunter Totenköpfe, missgestaltete Fabelwesen, Ein Knäuel von Armen, das aus der Erde sprießt. Es handelt sich wohl um Darstellungen der Hölle, oder eine der 9 buddhistischen Höllen. Das Paradies verspricht dagegen der Innenbereich des Tempels, der jedoch nicht so spektakulär ist wie die weiße Fassade. Aufgrund der Massen an Touristen werdet ihr relativ schnell über die Brücke und durch den Tempel bugsiert. Anhalten wird nicht gern gesehen, da sich dann der „Verkehr“ schnell staut. Dafür erhascht ihr vor dem Ausgang noch eine schöne Perspektive auf den Tempel, der sich im Wasser spiegelt.

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Blick auf den White Temple vom Ausgang

Dahinter liegen ein künstlicher Wasserfall, ein Buddha-Garten und ein weiterer goldener Tempel, der aber kein Muss ist. Unbedingt empfehlen würde ich aber die Kunstgalerie von Chalermchai Kositpipat, dem Meister hinter dem Weißen Tempel. Die Gemälde stellen Szenen aus der buddhistischen Frömmigkeit dar und sind echt sehenswert. Die Ausstellung ist kostenlos. Fotos sind leider nicht erlaubt, darum müsst ihr wohl oder übel selbst hingehen. 😉

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Der Eintritt zum Tempel kostet nur 50 Baht (1,40 Euro). Hin kommt ihr am bequemsten mit dem blauen Minibus, der 20 Baht (0,5 Euro) pro Fahrt kostet.

Doi Mae Salong

Zuerst die gute Nachricht: Die Landschaft um Chiang Rai ist wirklich sehenswert. Neben grünen Reisfeldern und kleinen Flussläufen erheben sich hier bewaldete Hügel und dichte Bergwälder. Die schlechte Nachricht: Die Touren sind einfach hoffnungslos überteuert. 800 Baht kostet die günstigste Tour, die ich bisher gesehen habe, und da sind die Eintrittspreise noch nicht eingerechnet. Darum meine Empfehlung zu Anfang: Mietet euch einen Motorroller. Das kostet euch etwa 200 Baht (5 Euro) am Tag und ihr genießt absolute Freiheit. Der Verkehr in Chiang Rai ist nicht vergleichbar mit Bangkok oder Chiang Mai und erfordert nicht viel Können. Die hinterletzte Gebirgsstraße ist hier asphaltiert, das Fahren ist also relativ sicher.

Ein beliebtes Ziel für Rollertouren ist das Bergdorf Doi Mae Salong nordwestlich von Chiang Rai. Früher war die Gegend ein Epizentrum für den Opiumhandel. Später siedelten sich hier Angehörige einer chinesischen Armeedivision an, die gegen die kommunistische Volksrepublik kämpfte. Von dieser illustren Vergangenheit merkt man heute nicht mehr viel, dennoch verraten die Schilder, dass die Einwohner größtenteils Chinesen sind – nachträglich thailändisch eingebürgert. Der Weg nach Doi Mae Salong ist steil und sehr pittoresk. Überall könnt ihr anhalten und die Aussicht genießen. Fallt aber nicht auf jeden Wegweiser herein, auf dem „View Point“ steht, oftmals handelt es sich um Werbung für die Restaurants. Natürlich könnt ihr dort herunterkucken, aber das Panorama ist nicht immer beeindruckend.

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Besonders schön ist dagegen der Mae Salong Park, der zu einem Hotel gehört und einen Park mit kunstvollen Blumenbeeten besitzt. Vom Poolbereich aus (der bei meinem Besuch komplett verlassen war) könnt ihr schöne Fotos von der Bergkulisse machen.

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Kurz vor Ortsausgang lohnt sich ein Schlenker nach rechts. Dort geht es zu einem buddhistischen Tempel mit goldenem Stupa und wirklich beeindruckenden Ausmaßen. Auch hier war außer mir keiner, kein Besucher, kein Mönch, niemand. Falls ihr euch also mal richtig alleine fühlen wollt, ist Mae Salong das Richtige für euch.

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Ein paar Kilometer weiter Richtung Chiang Rai erstrecken sich einige Teeplantagen. Hier könnt ihr anhalten, ein wenig herumlaufen, Tee und Schmuckstücke kaufen. Ganz nett, aber kein Vergleich zu den endlosen Teefeldern der Cameron Highlands. Für mich war damit Schluss, aber es gibt noch viel mehr Aussichtspunkte und kleine Tempel zu entdecken.

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Von Chiang Rai fahrt ihr etwa 2 Stunden nach Doi Mae Salong und 2 Stunden wieder zurück. Für etwas Abwechslung könnt ihr eine Schleife fahren, also beim Möbelgeschäft von der Autobahn links abbiegen und über die nördliche Route zurückfahren.

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Das Fahren ist, wie gesagt, nicht schwer in Chiang Rai und Umgebung. Die meisten Straßen sind asphaltiert und der Verkehr hält sich in Grenzen. Unangenehm ist, dass die Hauptstraße in der Trockenzeit so staubig ist, ein Helm mit Visier ist fast schon Pflicht. Es gelten die üblichen Vorsichtsmaßnahmen. Besonders sollte man bedenken, dass der Außenspiegel in Thailand nur dafür da ist, sein Makeup zu richten. Also immer damit rechnen, dass euer Vordermann unerwartet ausschert!

Wer nicht selber fahren will, kann auch den öffentlichen Bus Mae Sai nehmen. Alle Infos dazu findet ihr hier.

Falls ihr auch längere Zeit im ruhigen, idyllischen Chiang Rai verbringen wollt, schaut euch einmal meinen Beitrag über Wohnen in Chiang Rai an.

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