Mandalay

On the road to Mandalay…“ So fängt ein berühmtes Gedicht von Rudyard Kipling an, in dem der britische Dichter die Schönheit von Burmas Landschaft, Tempeln (und Frauen) preist. Wer bei diesem exotischen Namen an eine exotische Stadt denkt, wird auf den ersten Blick enttäuscht. Mandalay wirkt weit „normaler“ und westlicher als das chaotische Yangon. Doch der erste Schein trügt: In Mandalay verbergen sich Kulturschätze und Monumente, die zu den absoluten Highlights auf jeder Myanmar-Reise gehören.

Inhaltsverzeichnis

Mobilität

1. Königspalast
2. Shwenandaw-Kloster
3. Atumashi-Kloster
4. Kuthodaw-Pagode
5. Kyauktawgyi-Pagode
6. Mandalay Hill
7. Kusinara Ingyin Tawya Pagode
Mingun
8. Sat Taw Yar Pagode
9. Mingun-Pagode
10. Hsinbyume-Pagode
11. Mingun-Glocke
12. Jade-Markt
13. Aung Nan
14. Mahamuni Tempel
15. U Bein Bridge
16. Inwa

Mobilität

Wenn es einen Titel für die fußgänger-unfreundlichste Stadt gibt, dann geht er eindeutig an Mandalay. Der Verkehr ist besonders abends mörderisch, Fußgänger-Übergänge gibt es nicht oder sie werden ignoriert. Laufen fällt wegen der großen Entfernungen flach, Motorradfahren ist für Ausländer verboten, öffentliche Verkehrsmittel existieren nicht. Das beste ist, ihr mietet euch einen Fahrer. Das kostet euch pro Tag nur etwa 11.000 MMK (6 Euro) und ist die entspannteste Art, Mandalay kennenzulernen. Egal ob ihr die Sehenswürdigkeiten besuchen, Geld abheben, ein Zugticket kaufen oder zur Apotheke wollt – euer Fahrer bringt euch sicher hin und kann euch die schönsten Ecken Mandalays zeigen.

Die Sehenswürdigkeiten

1. Königspalast

Mandalays Königspalast liegt in einer Stadt in der Stadt – umgeben von einem breiten Wassergraben. Nur ein kleiner Teil des Areals ist für Besucher zugänglich. Der einzige Weg zum Palast führt durch das östliche Tor. Dort muss man den Obolus von 10.000 MMK (6 Euro) entrichten, der aber auch zum Besuch anderer Wahrzeichen berechtigt. Anschließend könnt ihr euch im Palastkomplex frei bewegen.

Nach meinem Besuch der ähnlich anmutenden Zitadelle von Hue habe ich nicht viel erwartet, wurde aber positiv überrascht. Klar, die riesigen Teakholz-Hallen stammen alle aus den 90er Jahren, sind aber dennoch imposant. Im Inneren seht ihr Wachsfiguren der berühmtesten burmesischen Könige, daneben gibt es eine Ausstellung mit Kunstschätzen und Gemälden. Auf einem Aussichtsturm könnt ihr euren Blick über den Palast schweifen lassen. Irgendwie strahlt die schachbrettartige Anlage mit den roten Säulen eine friedvolle Atmosphäre aus. Insgesamt definitiv einen Besuch wert, etwa 1 Stunde solltet ihr einplanen.

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2. Shwenandaw-Kloster

Ein traditionelles Kloster aus dem 18. Jahrhundert. Das Kloster gehörte einst zum Königspalast, wurde dann aber ausgelagert und fiel somit nicht dem verheerenden Großbrand zum Opfer. Shwenandaw beeindruckt mit seinen Schnitzereien und den hohen Säulen aus Teakholz.

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3. Atumashi-Kloster

Gleich daneben steht dieses beeindruckende Bauwerk – der Nachbau eines Klosters, das Ende des 19. Jahrhunderts niederbrannte. Die Säulenhalle mit ihrem Kontrast aus Gold und rotem Teakholz kann nur als spektakulär bezeichnet werden.

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4. Kuthodaw-Pagode

Diese Pagode aus dem 19. Jahrhundert ziert zahlreiche Postkarten aus Myanmar – und das vor allem dank der weißen Stupas. 729 sind es an der Zahl, und zusammen enthalten Sie die Verse des gesamten Pali-Kanons. Auch wenn man die Heilige Sprache nicht beherrscht, lohnt sich ein Rundgang entlang der strahlenden Marmorpyramiden. Ähnlich schön ist der goldene Stupa im Zentrum der Pagode.

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5. Kyauktawgyi-Pagode

Ein weiterer schöner Tempelkomplex, der besonders dank seiner bunt glitzernden Säulen ins Auge sticht. Kunstvolle Pagoden erheben sich inmitten einer üppigen Vegetation. Daneben beeindruckt der Tempel durch hohe Säulenhallen und eine große Buddhastatue.

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6. Mandalay Hill

Der Hügel, den ihr von fast überall in der Stadt sehen könnt. Ihr habt die Wahl, entweder die 1729 Treppenstufen zu steigen – nein danke bei 40°C und gefühlten 1000% Luftfeuchtigkeit – oder ihr lasst euch hochfahren. Oben beim Tempel angekommen, müsst ihr noch einmal 1300 MMK (0,80 Euro) zahlen, um die Aussicht zu genießen. Diese ist nicht besonders beeindruckend, zumindest im April und Mai, wenn Staub die Sicht erschwert.

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7. Kusinara Ingyin Tawya Pagode

Ein echter Geheimtipp. Nicht einmal mein Fahrer kannte diesen Tempel und musste sich erst durchfragen. Ein paar mal sind wir sogar daran vorbeigefahren, denn die alte Pagode ist leicht zu übersehen. Die Hauptattraktion liegt aber dahinter, am schlafenden Mönch vorbei. Hier erstreckt sich ein wunderschön verzierter Tempel mit weißen Ornamenten und einem liegenden, goldenen Buddha. Ein Ort der Anbetung, den die Zeit scheinbar vergessen hat.

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Mingun

Dieser kleine Ort nördlich von Mandalay ist perfekt, um spektakuläre Tempel mit einer Bootsfahrt auf dem Irrawaddy zu verbinden. Die Fähre startet morgens um 09:00 Uhr von diesem Ort und kommt um 12:30 wieder zurück. Der Eintritt zum gesamten Tempel-Komplex kostet 5.000 MMK (3 Euro). Folgendes gibt es zu sehen:

8. Sat Taw Yar Pagode

Dieser strahlend weiße Tempel ist das erste, was ihr seht, wenn ihr mit dem Boot ankommt. Durchaus hübsch anzusehen und mit guter Aussicht auf den Fluss.

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9. Mingun-Pagode

Dieser Tempel ist groß, und ich meine wirklich groß! 50 Meter ragt der Megabau aus dem 18. Jahrhundert in den Himmel. Zum Vergleich: Der größte Tempel Angkor Wats ist 63 Meter hoch, aber dadurch, dass die Mingun-Pagode einsam in der flachen Steppe steht, wirkt sie um einiges höher. Sie hält den Rekord des höchsten Gebäudes aus aufeinander gestapelten Ziegeln. Kaum zu glauben, dass sie noch einmal 100 Meter höher werden sollte.

Witzig: Wer bei diesen gigantischen Ausmaßen einen ebenso großen Innenraum erwartet, wird überrascht: Nur eine winzige Kammer mit Schrein ist begehbar. Ihr könnt an der Seite des Tempels hochlaufen und die Aussicht genießen. Die Steine werden jedoch mörderisch heiß und Schuhe sind verboten.

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10. Hsinbyume-Pagode

Nach dem größten Tempel nun der weißeste Tempel Mandalays. Ohne Sonnenbrille ist der Anblick der Hsinbyume-Pagode nur schwer zu ertragen. Der Tempel aus dem 19. Jahrhundert ist in konzentrischen Kreisen erbaut, auf Treppen gelangt ihr nach oben ins Innere, das jedoch eher schlicht ist. Von außen aber ein Hingucker, der seinesgleichen sucht. Nicht einmal der Weiße Tempel von Chiang Rai kann da mithalten.

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11. Mingun-Glocke

Bei dieser Sehenswürdigkeit handelt es sich um die zweitgrößte Glocke der Welt. 3,70 Meter hoch und 87 Tonnen schwer ist das gute Stück, das Anfangs des 19. Jahrhunderts gegossen wurde. Die Glocke kann immer noch geläutet werden – erstaunlich, wenn man bedenkt, dass sie das große Erdbeben von 1838 überlebte. Trotz des Weltrekords – mehr als ein paar Minuten müsst ihr nicht einplanen, um die Glocke anzusehen.

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Bevor es zurück zum Boot geht, solltet ihr euch noch die Lions of Stone, riesige behauene Felsen, ansehen. Ein Spaziergang am Flussufer hat seinen Reiz. Allerdings baden hier manchmal die Einheimischen, was zu peinlichen Situationen führen kann.

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12. Jade-Markt

Habt ihr gewusst, dass sich in Mandalay der größte Markt für Jade befindet? Aus dem grünen Edelstein werden allerhand Schmuckstücke hergestellt. Jeden Morgen könnt ihr dabei zusehen, wie die Jade verkauft, geprüft und geschliffen wird. Der Eintritt kostet für Ausländer 2500 MMK (1,50 Euro). Solltet ihr zuhause haufenweise Jade rumliegen haben und nicht wissen, wohin damit… das ist genau der richtige Ort.

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13. Aung Nan

Ein Kleinod, auf das mich mein Fahrer aufmerksam gemacht hat. Der Laden ist von außen unscheinbar, beherbergt im Inneren jedoch tausende von geschnitzten Statuen und edlen Stoffen. Ich habe noch so viel religiöse Kunst auf einem Haufen gesehen. Unbedingt hinfahren!

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14. Mahamuni Tempel

Einer der bekannteren Tempel Mandalays, auch wenn er in Sachen Größe nicht mit dem Shwedagon in Yangon mithalten kann. Was den Mahamuni Tempel besonders macht, sind jedoch nicht seine goldenen Verzierungen – diese gibt es in Manday zuhauf – sondern die fast 2 Meter hohe und 6 Tonnen schwere Buddhastatue im Inneren. Die Abbildung ist so heilig, das die meisten Gläubigen sich damit begnügen müssen, sie von außen über einen Monitor anzusehen. Der einzige Weg, nahe an die Statue zu kommen, ist, Blattgold zu kaufen und auf den Buddha zu kleben. Das ist gar nicht teuer, nur 1,50 Euro kostet das Blattgold-Set. Es macht auch nichts, wenn ihr keine Buddhisten seid. Die Anweiser helfen euch gerne dabei, das Gold richtig aufzutragen. Fotos sind leider auch so nicht erlaubt und nach dem Vergolden wurde ich schnell weiter geschoben.

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Die Buddha-Cam im Mahamuni Tempel
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Nach dem goldenen Buddha lohnt sich noch der Besuch der Gemäldesammlung.

15. U Bein Bridge

Die längste Teakholz-Brücke der Welt. Ehrlich gesagt nicht besonders spektakulär und viele Besucher. Dafür habt ihr einen schönen Blick auf den See und der Eintritt ist kostenlos.

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16. Inwa

Zu guter letzt sollte noch ein Ausflug zum archäologischen Komplex Inwa südlich von Mandalay auf dem Programm stehen. Die Landschaft ist gesäumt von einer Vielzahl an alten Tempeln – zu viele um sie hier aufzuzählen. Darum hier die Highlights:

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Sandamuni, ein alter Tempel, den ihr im Inneren nach herzenslust erkunden könnt.
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Das Kloster Maha Aungmye Bonzan mit verzweigten Gängen im Inneren
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Der alte Turm von Nanmynt, den ihr leider nicht mehr betreten dürft
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Das Bagaya-Kloster mit traditioneller Teakholz-Architektur

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