Schnorcheln mit Walhaien

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Am nächsten Tag stand eine besondere Aktivität auf der Tagesordnung, auf die ich mich schon lange gefreut hatte: Das Schnorcheln mit Walhaien in Oslob. Dabei habe ich lange hin und her überlegt, ob ich es wirklich machen soll. Zwar schwimmen die Walhaie frei umher und sind in den Gewässern von Oslob zuhause, jedoch werden sie von den Veranstaltern mit Krill gefüttert. Nur so wird gewährleistet, dass wirklich jeder Tourist die sanften Riesen auch zu Gesicht bekommt. Kritiker prangern diese Praxis an, da die Tiere so von Menschen abhängig gemacht werden und ihre natürlichen Verhaltensweisen ablegen. Durch das ganzjährige Füttern bleiben die Walhaie in Oslob, anstatt umherzuziehen, was ihren natürlichen Biorythmus stört. Kritiker mahnen außerdem an, dass die Walhaie durch den Kontakt mit Menschen und Booten verletzt werden könnten. Letzteren Kritikpunkt kann ich nachvollziehen: Bereits früh am Morgen sind so viele Boote und Touristen im Wasser, dass sich ein Kontakt nicht immer vermeiden lässt. Jedoch muss ich Gegnern des Walhai-Tourismus entgegenhalten, dass man nach ihrer Logik weder Zoos besuchen noch Haustiere halten dürfte, da diese ja auch versorgt und gefüttert werden. Außerdem sind die Walhai-Touren eine wichtige Einnahmequelle für die Region und viele Familien finden durch sie ihr Auskommen.

Ich habe mich nach etwas moralischem Gerangel dafür entschieden, mit den Walhaien zu schnorcheln und bereue es nicht. Die Begegnung mit den riesigen Fischen ist wirklich ein besonderes Erlebnis, auch wenn es natürlich Massenabfertigung vom feinsten ist. Nicht umsonst handelt es sich hier um eine der beliebtesten Aktivitäten auf Cebu und für viele der einzige Grund, nach Oslob zu kommen.

Los ging es um 05:30 Uhr morgens, nachdem ich bereits am Vorabend meine Tour für 1000 Pesos (15 Euro) gebucht hatte. Zusammen mit unseren Guides vom Hostel ging es zum Orientierungszentrum, wo bereits zu dieser frühen Uhrzeit hunderte von Touristen warteten. Nach einer kurzen Wartepause bekamen wir unsere Einführung und die Veranstalterin erklärte uns die Regeln: einen Sicherheitsabstand von 4m zu den Walhaien einhalten, die Tiere nicht anfassen, kein Sonnenöl benutzen. Danach erhielten wir unsere Schnorchelausrüstung, bemannten unser Boot und fuhren etwa 100 Meter vor die Küste. Hier wurde mir dann bereits etwas deutlich: So richtig viel tun die Tourveranstalter nicht. Man hätte sich auch einfach für 200 Pesos Schnorchelbrille und Flossen ausleihen und auf eigene Faust zu den Walhaien hinausschwimmen können. Das hätte vielleicht für etwas Unmut bei den Bootsführern gesorgt, wäre jedoch weit günstiger gekommen. Nach einer sehr kurzen Fahrt ging es dann auch schon los und alle sprangen, bewaffnet mit Unterwasserkameras, ins Wasser. Und auch die Walhaie ließen nicht lange auf sich warten. Aus der Tiefe tauchten sie mit ihren riesigen gesprenkelten Leibern auf und es war wirklich beeindruckend, diese Tiere ganz aus der Nähe zu sehen. Walhaie sind, wie auch von den Veranstaltern erklärt wird, harmlose Tiere, die sich trotz ihrer enormen Größe von Kleinstlebewesen ernähren. Trotzdem flößte es mir Respekt ein, als einer der Kolosse mit geöffnetem Mund auf mich zuschwamm. Ein weiterer Walhai streifte meinen Fuß mit seiner Rückenflosse und es war eindeutig, dass die Tiere bereits zur Genüge an Menschen gewöhnt waren. Nach einer halben Stunde war das Spektakel dann vorbei und meine Gruppe fuhr mit dem Boot zurück zur Küste, um sich bei einem Kaffee und ein paar Pfannkuchen über das Erlebnis auszutauschen. Ich würde auf jeden Fall wieder mit den Walhaien schnorcheln, auch wenn mir 1000 Pesos für den vergleichsweise geringen Aufwand der Tourveranstalter im Nachhinein doch etwas viel erscheinen und ethische Bedenken zurückbleiben…

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Oslob

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Ich wollte endlich raus aus den großen Städten. Palmen, Meer und weiße Sandstrände – dafür war ich auf die Philippinen gekommen, darum wollte ich mich möglichst schnell auf den Weg nach Oslob machen. Der kleine Ort ist vor allem wegen den Walhaien berühmt, die sich in den Gewässern tummeln, und ist etwa 4 Busstunden von Cebu City entfernt. Die Busfahrt war wenig angenehm, da es sich um einen umgebauten Schulbus handelte, der so viele Passagiere aufnahm, wie eben am Straßenrand warteten. Ohne Möglichkeit, mein Gepäck zu verstauen, verbrachte ich die vier Stunden eingeklemmt, genervt vom permanenten Hupen des Fahrers (auch ohne ersichtlichen Grund) und der Dauerbeschallung mit 90er Jahre Popmusik, auf die Filipinos aus unerfindlichen Gründen total abfahren.

Dementsprechend war ich froh, als ich in Oslob angekommen war, und damit in einer ganz anderen Welt. Hier gehen die Uhren noch anders, alles ist kleiner und entspannter als in Cebu City. Mit dem Motorradtaxi fuhr ich die kurze Strecke zu meiner Unterkunft, dem Sharky Hostel, und konnte bereits auf der Fahrt das üppige Grün der Hügel bewundern, das sich vom türkisblauen Meer abhob. Das Sharky Hostel selbst ist eine sehr empfehlenswerte Unterkunft. Etwas abseits der Hauptstraße gelegen, verbreiten die kleinen Bambushütten im hawaiianischen Stil Resort-Stimmung, und die Schlafsäle sind schlicht, aber sauber und sehr geräumig. Auch hat man es von hier gar nicht weit zu den Walhaien – aber die sollten erst am nächsten Tag dran sein.

Zuerst musste nach den Strapazen der Reise ein ausgiebiges Mittagessen her, das ich im Sunrise Grill Haus neben dem Hostel zu mir genommen habe. Für gebratenen Fisch mit Reis und einen überragenden Mango-Shake habe ich nur 250 Pesos (3,75 Euro) bezahlt. Dazu noch die tolle Aussicht auf das Meer – ein echter Geheimtipp!

Ich wollte mehr von der tropischen Landschaft sehen, also entschloss ich mich für einen Ausflug zu den Tumalog-Wasserfällen. Bei wolkenlosem Himmel legte ich eine halbe Stunde auf der Küstenstraße zurück, bevor ein kleinerer Weg links Richtung Wasserfälle abbog. Angebote, mich für 100 Pesos zu den Wasserfällen zu fahren, lehnte ich dankend ab, schließlich wollte ich Geld sparen und etwas von der Landschaft sehen. Der Weg dorthin entpuppte sich aufgrund des steilen Anstiegs und der mörderischen Hitze jedoch als recht anstrengend, und so war ich froh, dass ein freundliches Filipino-Pärchen sich meiner erbarmte und mich auf der Ladefläche ihres Pickup-Trucks mitnahm. Die letzten paar Meter zu den Wasserfällen kann man theoretisch mit dem Motorrad-Taxi zurücklegen, man kann aber auch laufen, denn weit ist es nicht.

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Die Tumalog-Wasserfälle an sich sind wirklich beeindruckend. Zwar ist das Areal nicht so weitläufig wie das der Kawasan-Fälle bei Moalboal und es werden keine Canyoneering-Touren angeboten; dafür sind die Wasserfälle höher und das klare Wasser lädt zu einer Erfrischung ein. Nach dem langen Fußweg ist es herrlich, sich unter den kalten Wasserschauer zu stellen, sich an einer seichten Stelle die Sonne auf den Rücken scheinen zu lassen oder auf den Felsen herum zu klettern. Der Eintritt zu den Fällen kostet für Ausländer 45 Pesos (67 Cent) ist meiner Meinung nach jeden Peso wert.

Den Rückweg zum Hostel legte ich wieder teilweise zu Fuß, teilweise mit dem Motorrad-Taxi zurück. So war ich am frühen Abend zurück im Sharky und konnte bei der Rezeption meine Walhai-Tour für den nächsten Morgen buchen. Das Sharky-Hostel ist nicht nur geräumig ausgestattet und nett anzusehen, sondern bietet mit seiner Common Area auch perfekte Hostelatmosphäre. Zur Zeit meines Besuchs waren dort Backpacker aus der ganzen Welt, vor allem aus England und Australien, zu Gast, und wir hatten eine Menge Spass. Insgesamt hat mir Oslob von allen Orten auf der Insel Cebu am besten gefallen, vor allem wegen der entspannten Atmosphäre, der tollen Landschaft und den freundlichen Menschen, die ich dort kennenlernen durfte.

Cebu City

 

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Nach einem Tag in Manila ging es weiter auf Cebu, eine Insel in den Visayas. Der größte Flughafen der Insel befindet sich in Cebu City, also flog ich von Manila aus dorthin. Nach einem kurzen Abstecher zu meinem Hostel im Food District nahm ich ein Uber, um etwas aus der Stadt heraus zu fahren. Ich fuhr zum Temple of Leah, einem Monument, das an die römisch-griechische Antike erinnert. Der Erbauer, ein wohlhabender Bürger Cebu Citys, errichtete diesen Tempel im Gedenken an seine verstorbene Frau, Leah Albino-Adarna. Der Tempel ist ganz schmuck anzusehen, sagt einem aber nicht viel, wenn man nicht mehr über die Verstorbene weiß. Hauptsächlich ein Ausflugsort für Pärchen, aber man kann auch einen schönen Blick auf Cebu City erhaschen.

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Liebe oder Obsession – der Temple of Leah in Cebu City

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Da ich beim Tempel weder Handynetz noch Internet hatte, musste ich ein Motorrad-Taxi anheuern, um zu meinem nächsten Ziel zu kommen. Ich war am Anfang noch skeptisch, allerdings sind diese Taxis mit der Zeit zu meinem bevorzugten Fortbewegungsmittel geworden. Die Dinger sind nicht nur günstig, sondern kommen auch gut durch den dichten Feierabendverkehr. Außerdem macht es Spaß, auf den gewundenen Gebirgsstraßen zu fahren und manchmal bekommt man sogar einen Helm! Für 100 Pesos fuhr ich also zum Tops Lookout, einem Aussichtspunkt, von dem aus man weit über Cebu City und sogar bis nach Bohol blicken kann. Dort gibt es auch ein günstiges Restaurant mit ebenso schöner Aussicht. Gegessen habe ich Bicol Express: Schweinefleisch mit grünen Bohnen in Kokos-Ingwer-Sauße, dazu Reis und scharfe Chillis. Ein leckeres Gericht, das man auch in milder Variante bestellen kann. Dazu gab es Ananassaft: zwar aus der Dose, aber trotzdem gut.

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Vom Tops Lookout kann man einen tollen Sonnenuntergang bewundern.

In Cebu City selbst kann man noch den Taoistischen Tempel ansehen, dafür hatte ich jedoch keine Zeit. Insgesamt ist die Stadt ein wenig grüner als Manila und ein bisschen ruhiger, jedoch nicht viel. Mir kommt es wie Manila light vor und es gibt hier nicht viel zu sehen, weshalb man meiner Meinung nach nicht mehr als einen Tag hier verbringen sollte, bevor man sich den wahren Schätzen Cebus zuwendet.

Abgestiegen bin ich übrigens im Food District Hostel. Das Hostel ist schön eingerichtet und sauber. Außerdem bietet es für die Philippinen ungewöhnlich schnelles Internet. Allerdings war es bei meinem Besuch sehr leer – wirkliche Hostelatmosphäre kommt dort also nicht auf. Ein Aufenthalt kann sich aber lohnen, wenn man ohnehin in Cebu City übernachten muss und ein ruhiges Plätzchen sucht. Gezahlt habe ich 300 Pesos (4,50 Euro) für ein Bett im 8-Bett-Zimmer, das jedoch fast völlig leer war. Eine gute Idee also, wenn man ohnehin in Cebu City übernachten muss und gerne allein sein möchte.

Manila

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Die meisten Backpacker, die ich auf den Philippinen getroffen habe, meiden Manila wie die Pest. Entweder sie besuchen die Hauptstadt gar nicht, oder sie verbringen nur ein paar Stunden am Flughafen, bevor sie sich auf den Weg zu den Inseln machen. Das ist verständlich: Die Stadt ist laut, schmutzig und überfüllt. Horrorstories über die bittere Armut und die hohe Kriminalität tragen zum schlechten Image der Stadt bei. Ich habe trotzdem einen ganzen Tag hier verbracht und bin froh darum. Und das nicht nur, weil ich mich in der Stadt von den Strapazen eines zehnstündigen Fluges erholen konnte.

Abgestiegen bin ich im Pink Hostel, einer preiswerten, aber dennoch sauberen und nett eingerichteten Unterkunft mit Pool und wunderschöner Aussicht auf die Stadt. Auch die Lage war sehr gut. Mit dem Zug war ich in einer halben Stunde in der Altstadt Manilas. Die Fahrt hat 15 Philippinische Pesos (22 Cent) gekostet.

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Sehenswert ist neben der Mall of Asia, einem der größten Einkaufszentren Südostasiens, ist vor allem das Fort Santiago. Es befindet sich im historischen Viertel Intramuros, oder dem, was davon übrig geblieben ist. Das Fort wurde von den Spaniern, Amerikanern und schließlich den japanischen Kolonialherren benutzt und ist recht gut erhalten. Man kann dort auf den Wällen spazieren gehen, die Lochgefängnisse besichtigen und ein Museum zu Ehren des philippinischen Nationalhelden José Rizal besichtigen.

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Ebenfalls in Intramuros befindet sich die Kathedrale von Manila, die nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde. Die Kathedrale ist von außen imposant, im Innenraum jedoch eher schlicht.

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Ich bin nach diesen beiden Sehenswürdigkeiten zurück ins Hostel gefahren und habe den Tag bei ein paar Bierchen bei der Bucht von Manila ausklingen lassen. Insgesamt ist die Stadt bestimmt keinen mehrtägigen Aufenthalt wert, aber sie ist auch nicht das Drecksloch, als das sie oft dargestellt wird. Es gibt dort durchaus schöne Stellen und vor allem Nachts bieten die funkelnden Hochhäuser Manilas eine willkommene Abwechslung zum provinziellen Charme der kleineren Inseln.

Kündigung der privaten Krankenversicherung nach dem Referendariat

Für alle, die nach dem Referendariat nicht in den Staatsdienst übernommen werden und keine Beschäftigung als Angestellter aufnehmen, sondern etwas anderes vorhaben, z. B. reisen, ehrenamtliche Tätigkeit, Auszeit etc., stellt sich die Frage: Wo bin ich jetzt eigentlich versichert?

Während des Vorbereitungsdienstes hatten wir die Wahl zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung. Da wir als Beamte auf Widerruf Anspruch auf Beihilfe vom Dienstherren hatten, war die private Krankenversicherung mit ihrem Ausbildungstarif die günstigere Alternative. Nun fällt unser Beamtenstatus weg und damit auch der günstige Tarif. Die Idee liegt also nahe, sich wieder in der günstigeren gesetzlichen Krankenversicherung zu versichern. Das ist aber leider nicht so einfach möglich.

Auch wenn wir vor dem Referendariat, z.B. im Studium, bei einer gesetzlichen KV versichert waren, können wir nicht einfach wechseln, da wir nicht der Versicherungspflicht unterliegen. Das klingt komisch und bedeutet nicht, dass wir unversichert bleiben dürfen. Es heißt, dass wir uns freiwillig versichern müssen, und das können wir nur bei der Versicherung, bei der wir zum letzten Mal pflichtversichert waren – also bei einer privaten Krankenkasse. Dabei spielt es keine Rolle, ob ihr vor dem Referendariat einen Monat, ein Jahr oder fünf Jahre bei einer gesetzlichen Krankenkasse wart. Lasst euch das nicht von Sachbearbeitern bei den Versicherungen erzählen, diese Regelung gilt spätestens seit 2007 nicht mehr.

Die gesetzlichen Krankenkassen haben laut Gesetz nur in folgenden Fällen die Möglichkeit, euch wieder aufzunehmen:

  1. Ihr nehmt ein Angestelltenverhältnis auf, etwa als Lehrer bei einer Schule. Dann müsst ihr euch pflichtversichern und es wird euch eine gesetzliche Versicherung vorgeschlagen (ihr könnt aber auch eine andere wählen). Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich die Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung. Dies ist die Alternative für die meisten Lehrer, die nicht ins Beamtenverhältnis übernommen werden, für mich jedoch kein Weg, da ich ja erst einmal ins Ausland wollte.
  2. Ihr geltet als bedürftig und bezieht Arbeitslosengeld. Als ehemalige Referendare kommt das ALG 1 für euch nicht in Frage, da ihr im Referendariat nicht sozialversichungspflichtig beschäftigt wart. Der Bezug von ALG 2, Harz 4, kommt nur bei Bedürftigkeit in Frage. Hier kenne ich mich nicht wirklich aus, jedoch bin ich mir ziemlich sicher, dass ihr eure finanziellen Reserven aufbrauchen müsstet, bevor ihr Anspruch auf die Grundsicherung habt – keine besonders gute Voraussetzung für eine Weltreise oder längere ehrenamtliche Tätigkeit.
  3. Ihr schreibt euch als Studierender an irgendeiner Hochschule in irgendeinem zulassungsfreien Studiengang ein. Dabei ist es völlig egal, welcher Studiengang. Sobald ihr den Status Studierender habt, ist die gesetzliche Krankenversicherung dazu verpflichtet, euch wieder zu nehmen. Der Vorteil ist, dass ihr als Student oft von günstigen Tarifen profitiert, solange ihr noch nicht zu alt seid (bei der AOK Bayern z.B. 30 Jahre). Außerdem könnt ihr gewisse Vergünstigungen in Anspruch nehmen. Ein Nachteil ist, dass ihr den Semesterbeitrag zahlen müsst, auch wenn ihr nicht wirklich studiert (an meiner Hochschule in Erlangen 117 Euro). Für mich war dieser Weg der einfachste, zurück in die gesetzliche Krankenkasse zu kommen und dort zu bleiben. Denn auch wenn ich in ein paar Jahren nicht mehr immatrikuliert bin, habe ich so wieder die Möglichkeit, mich (jetzt wieder freiwillig) bei einer gesetzlichen Krankenkasse zu versichern.

Offene Punkte sind noch: Ist es möglich, die gesetzliche Krankenversicherung ruhen zu lassen, wenn man zwar noch in Deutschland gemeldet ist, aber eine Auslandskrankenversicherung mit Abdeckung von Heimaturlauben vorweisen kann (wie die STA Travel)? Und ist es möglich, als Studierender eingeschrieben zu bleiben, wenn man keinen Wohnsitz in Deutschland hat? Ich hoffe, dass ich diese Fragen in den nächsten Wochen nach ein paar Gesprächen mit meiner Versicherung beantworten und euch weitere Informationen geben kann.

 

 

 

 

 

Gedicht der Woche: „The Darkling Thrush“ (Thomas Hardy)

Thomas Hardy (1840-1928) *Woodburytype Photograph   *9 1/2 x 7 inches

Passend zur trostlosen Februarlandschaft hier in Röttenbach ein Gedicht vom Englischen Schriftsteller Thomas Hardy (1840 – 1928):

I leant upon a coppice gate
      When Frost was spectre-grey,
And Winter’s dregs made desolate
      The weakening eye of day.
The tangled bine-stems scored the sky
      Like strings of broken lyres,
And all mankind that haunted nigh
      Had sought their household fires.
The land’s sharp features seemed to be
      The Century’s corpse outleant,
His crypt the cloudy canopy,
      The wind his death-lament.
The ancient pulse of germ and birth
      Was shrunken hard and dry,
And every spirit upon earth
      Seemed fervourless as I.
At once a voice arose among
      The bleak twigs overhead
In a full-hearted evensong
      Of joy illimited;
An aged thrush, frail, gaunt, and small,
      In blast-beruffled plume,
Had chosen thus to fling his soul
      Upon the growing gloom.
So little cause for carolings
      Of such ecstatic sound
Was written on terrestrial things
      Afar or nigh around,
That I could think there trembled through
      His happy good-night air
Some blessed Hope, whereof he knew
      And I was unaware.
Dieses Gedicht malt wie kein anderes das Bild einer deprimierenden Winterlandschaft: kahle Bäume, tote Äste, ein hart gefrorener, unfruchtbarer Boden – die Landschaft selbst steht für Stillstand, Tod, und der Wind stimmt den Totengesang an. Man hat förmlich das Gefühl, selbst in diesem lebensfeindlichen Wald zu wandeln: Es ist kalt, das Leben ist trostlos, nichts geht weiter, weder im Job noch privat. Ich will mich verändern, aber kann es nicht. Mein Beruf macht mir keinen Spass, aber ich habe habe Angst, ihn aufzugeben. Angst um meine Existenz und Angst vor zu viel Freiheit. So bin ich fast so starr wie die Landschaft. Die Wege sind verschneit, alles stagniert und ich komme nicht weiter. Nur eine alte Drossel, völlig fehl am Platz in dieser Einöde, singt ihr wunderschönes Lied, das von neuer Hoffnung kündet. Der kleine Vogel weiß ganz sicher, was ich gerne vergesse: Nach dem Winter kommt der Frühling zurück, nach dem Tod bricht sich das Leben wieder Bahn. Darum ist auch die deprimierende Kälte des Winters eines Lobgesangs würdig, und auch die bedrückenden Stunden unseres Lebens haben unsere Berechtigung, wenn wir weise genug sind, sie in ihrer Vorläufigkeit Willkommen zu heißen.

8 Tage bis Tag X

Noch 8 Tage, bis es auf die Philippinen geht. Ich bin schon total aufgeregt, was mich dort erwartet. Meine Reisevorbereitungen laufen so weit nach Plan, in den nächsten Tagen stehen noch folgende Dinge an:

  • aus meinem Zimmer hier in Erlangen ausziehen und hoffentlich noch einen Nachmieter finden, damit ich für März nichts mehr zahlen muss.
  • T-Shirts und kurze Hosen kaufen, damit ich mich in den Tropen nicht zu Tode schwitzen (obwohl es auf den Philippinen diese Woche auch geregnet hat).
  • mich aus Deutschland abmelden, falls meine private Krankenversicherung doch noch auf die Idee kommt, mich nicht aus dem Vertrag zu lassen.

All diese Formalitäten können nervig werden, ich versuche sie jedoch als Teil der Reise zu sehen. In diesem Sinn geht die Reise nicht los, wenn ich in den Flieger steige, sondern hat schon vor 2 Jahren begonnen und sich als Idee geformt. Und die Reise wird sicherlich auch nicht aufhören, wenn ich wieder in Deutschland bin. Aber fürs erste genieße ich den Gedanken, keine Wohnung und keine Verpflichtung mehr zu haben, auch wenn es beängstigend ist, dass mir niemand mehr sagt, was ich zu tun habe. Hoffentlich werde ich meine Freiheit sinnvoll nutzen und in der Zeit, in der ich unterwegs bin, auch etwas über mich herausfinden. Ich muss es einfach ausprobieren. So, Zeit, etwas halbwegs Sinnvolles zu tun.