Siquijor

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Moalboal ist ein relativ kleiner, beschaulicher Ort. Selten wird man vom Straßenlärm aufgeweckt – dann schon eher von Partygästen und den vielen Hähnen, die um 03:00 Uhr Morgens das Krähen anfangen. Doch der Ort ist auch sehr touristisch und zieht meiner Meinung nach nicht immer ein erfreuliches Klientel an, wie eine etwas eskalierte Party im Hostel bezeugte. Ich wollte weg von den Touristen-Hotspots und Tauchzentren, hin zu einer Insel, auf der die Uhren noch etwas langsamer gehen. Siquijor ist so ein Ort. Auf dieser mystischen Insel, die wegen ihrer Heilkunst und Voodoo-Magie bekannt ist, leben die Menschen ein stilles, religiöses Leben. Autos sieht man fast gar keine, in einer Stunde hat man das Eiland auf der Küstenstraße umrundet, und im Landesinneren bestellen die Farmer ihre Felder noch mit dem Ochsenpflug. Perfekt für ein paar entspannte Urlaubstage.

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Um von Moalboal nach Siquijor zu gelangen, nimmt man am besten den Bus nach Bato, steigt von da auf ein Motorradtaxi und fährt zum Fährenterminal in Santander. Von dort nimmt man die Fähre Richtung Siquijor, entweder auf dem direkten Weg (einmal am Tag um 10:00 Uhr) oder über Dumaguete. Siquijor ist jedoch auch von Cebu City und Bohol leicht zu erreichen.

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Auf der Insel angekommen, die bereits von weiten durch ihre üppig bewaldeten Hügel ins Auge sticht, nahm ich ein völlig überteuertes Motorradtaxi, um zu meinem Hostel, dem Charisma Beach Resort, zu kommen. Hier fiel mir bereits eines auf: Es gibt auf der Insel keine Busse wie auf Cebu und Motorrad-Taxis sind recht teuer. Die günstigste und spassigste Alternative ist, sich einen Motorroller für 350 Pesos (5,25 Euro) zu mieten und damit den ganzen Tag herumzufahren. 99% der Touristen hier machen das. Vor allem, wenn man davor noch nie auf einem Motorroller gesessen hat, ist Siquijor dank das geringen Verkehrsaufkommens der perfekte Ort, das Rollerfahren zu lernen.

 

 

 

Abgestiegen bin ich im Charisma Beach ResortCharisma Beach Resort, das Privatzimmer, aber auch Schlafsäle anbietet. Das Resort besitzt auch ein Restaurant mit guter, erschwinglicher Küche. Das Highlight ist jedoch seine Lage: Es ist direkt am blütenweißen Sandstrand gelegen, sodass man tagsüber schwimmen und nachts die Sterne über dem Meer bewundern kann. Nichts trübt die entspannte Atmosphäre in diesem Idyll, vielleicht bis auf die Tatsache, dass man 60 Pesos zahlen muss, um seine Wasserfalsche aufzufüllen. Ein Service, der bei 35 Grad im Schatten eigentlich umsonst sein sollte.

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Nach der langen Anreise mit Bus und Fähre wollte ich mir noch eine Attraktion Siquijors ansehen: den Tubod Beach. Hier befinden sich viele Strandresorts mit schattigen Restaurants und Sonnenliegen. Der Strand selbst ist palmengesäumt und bietet weichen, feinen Sand. Lediglich an wenigen Stellen findet man etwas Müll inmitten der angeschwemmten Korallen und Muscheln. Vor der Küste liegt außerdem ein Riff, ähnlich wie in Moalboal, das zum Schnorcheln und Tauchen einlädt. Aufgrund meines Sonnenbrandes bin ich erst nach Sonnenuntergang ins Wasser gegangen, um mich abzukühlen. Doch selbst am Abend ist das Wasser noch herrlich warm und gleichzeitig klar. Lediglich auf die Seeigel, die im Sand lauern, muss man aufpassen. Ein Hinweis: Anders als in Moalboal zieht sich das Wasser hier zur Morgenzeit sehr weit zurück, sodass es schwierig ist, Schnorcheln zu gehen. Man sollte deshalb lieber am Nachmittag oder frühen Abend gehen.

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Moalboal (Teil 2)

Am nächsten Morgen wollte ich möglichst früh das machen, wofür Moalboal berühmt ist: Schnorcheln am Korallenriff. Dabei kommt es einem zugute, dass der Strand größtenteils weggespült wurde: Man muss nämlich auch bei Ebbe nicht weit hineinlaufen, sondern kann gleich ins Wasser gehen. Auch liegen am Panagsama Beach, anders als beispielsweise in Siquijor, kaum Seeigel herum. Ich lieh mir für 250 Pesos (3,75 Euro) Taucherbrille, Schnorchel und Flossen, sowie für 500 Pesos (7,5 Euro) eine Unterwasserkamera aus und machte mich auf den Weg zum Riff. Was ich dort sah, übertraf all meine Erwartungen. Nicht nur war das Wasser glasklar und die Sichtverhältnisse entsprechend gut. Vor allem die Artenvielfalt an Fischen im Korallenriff verschlug mir schier die Sprache. Von kleinen Anemonenfischen, Neonfischen, Doktor- und Pufferfischen bis zu aus dem Wasser springenden Baby-Barracudas war dort alles zu sehen. Sogar eine Seeschlange stieg dicht neben meinem Kopf zum Atem aus dem Wasser, ohne sich im Geringsten an meiner Anwesenheit zu stören. Ein Highlight beim Schnorcheln waren dann aber die Meeresschildkröten. Diese sanften Tiere kann man überall auf den Philippinen sehen, wenn man Glück hat. In Moalboal jedoch, und dafür wirbt der Ort auch, ist eine Begegnung quasi garantiert! Ich habe während meines mehrstündigen Tauchgangs bestimmt vier Meeresschildkröten gesehen, die gemächlich und völlig ohne Scheu eine Weile neben mir schwammen, bevor sie wieder im tiefen Blau des offenen Meeres verschwanden. Angeblich ist die linke Seite des Strands (ab der Mauer) besonders geeignet, um Schildkröten zu sehen. Ich habe sie jedoch auch an anderen Abschnitten zu Gesicht bekommen. Schwimmt man etwas weiter heraus, fällt das Korallenriff steil ab und offenbart erst seine wahre Größe. Hier hatte ich mir dann doch gewünscht, eine Taucherflasche zu haben.

Man kann am Korallenriff den ganzen Tag schnorcheln, ich empfehle jedoch dringend, so früh wie möglich aufzubrechen. Nicht nur wird die Sichtweite des Wassers durch den zunehmenden Wellengang getrübt, der auch das Schwimmen erschwert. Auch verwandelt sich das Riff um den Mittag herum in einen geschäftigen Touristenort. Hunderte Bootsführer steuern die besten Stellen an und können sehr ungehalten auf deutsche Touristen reagieren, die im Weg herumschwimmen. Darum war es für mich um 14:00 Uhr Zeit, aufzubrechen und die Ausbeute meiner Unterwasserkamera zu begutachten. Die hier zu sehenden Bilder geben nur einen kleinen Ausschnitt der Tierwelt wieder, die ich erblickt habe. Auch ist die Qualität nicht berauschend. Dennoch vermitteln sie einen Einblick, warum Moalboal unbedingt einen Abstecher wert ist.

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Die Meeresschildröten haben keinerlei Scheu vor dem Menschen

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NOCH EINE WICHTIGE WARNUNG!

Auch wenn ihr denkt, dass ihr die Sonne gut vertragt – Wenn ihr auf die Philippinen reist, bringt starke Sonnencreme (mindestens Faktor 30) mit und benutzt diese um Gottes Willen auch! Die Sonne hier nahe am Äquator ist mörderisch und man darf sich nicht in Sicherheit wiegen, wenn der Himmel bewölkt ist. Die UV-Strahlen dringen trotzdem durch und sind besonders am Meer tückisch. Ich war 6 Stunden nur mit Badehose bekleidet im Wasser und bin wahrscheinlich noch glimpflich davon gekommen. Das Bild zeigt trotzdem deutlich, wie heftig ich mich verbrannt habe (und das, obwohl es in diesen 6 Stunden hauptsächlich geregnet hat!)

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Also lasst es langsam angehen, bleibt maximal eine halbe Stunde in der prallen Sonne und macht es lieber wie die Locals und zieht euch lange Kleidung an. Auch empfehle ich dringend, genug Sonnencreme aus Deutschland mitzubringen. Diese wird nämlich auf den Philippinen so gut wie gar nicht verkauft, und wenn man Sonnencreme bekommt, dann eine mit Bleichmittel (auf den Philippinen gilt, wie auch andernorts in Südostasien, blasse Haut als schön). Es lohnt sich also, sich vorher einzudecken, damit man die Sonne auch guten Gewissens genießen kann.

Moalboal

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Da ich in den nächsten Tagen nicht so aktiv war, dass sich ein Blogeintrag für jeden Tag lohnen würde und ich auch nicht nur kurze Artikel posten will, teile ich meinen Aufenthalt in Moalboal in zwei Teile auf.

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Nur wenige Stunden, nachdem ich mit den Walhaien geschwommen war, nahm ich den Bus nach Moalboal und erreichte den Ort ungefähr 2 Stunden später. Meine erste Anlaufstelle, nachdem ich im Le Village Hostel eingecheckt hatte, war Panagsama Beach. Der Strand, der vor allem für sein Korallenriff bekannt ist, wurde vom letzten Taifun im Jahr 1984 schlimm verwüstet und hat viel von seiner ursprünglichen Fläche eingebüßt. Trotzdem kann man dort noch die Sonne genießen und im türkisblauen Wasser schwimmen. Die Qualität des Sandes geht in Ordnung – auch wenn es auf den Philippinen wesentlich feinere Strände gibt. Auch der Müll am Strand hält sich in Grenzen und man hat es von dort nicht weit zu den zahlreichen Restaurants an der Küstenpromenade. Wirklich geeignet ist Panagsama Beach vor allem zum Schnorcheln – dazu im nächsten Beitrag mehr.

Moalboal ist vor allem bei Tauchern und Schnorchlern beliebt, und so reihen sich direkt am Strand Tauchzentren aneinander, in denen man sein PADI-Zertifikat machen kann. Dort findet man auch eine große Auswahl an Restaurants mit (für Deutschland) günstigen Preisen und guter Qualität. Jedoch – und diese Erkenntnis wäre mir fast zu spät gekommen – wenn man wirklich gutes, authentisches und preisgünstiges philippinisches Essen kosten will, sollte man dem Strand den Rücken kehren und stattdessen in den eigentlichen Ort Moalboal fahren, der etwa 3 km entfernt liegt. Dort sollte man am Pier nahe des Rathauses eine sog. Eatery aufsuchen, wo man auf westlichen Schnickschnack wie eine Speisekarte komplett verzichtet. Stattdessen stehen eine ganze Reihe von Kochtöpfen herum, aus denen man sich eine kleine Portion aussuchen kann. Das Konzept erinnert an ein Buffet und lohnt sich meiner Meinung nach wirklich. Nicht nur fand ich das Essen dort besser – vor allem das Chicken Curry und die Bambussprossen haben es mir angetan – auch habe ich für ein vollwertiges Mittagessen nur 100 Pesos (1,50 Euro!) ausgegeben – etwa 1/3 von dem, was ich in einem der Touristen-Restaurants gezahlt hätte. Es zahlt sich also, wie so oft in Südostasien, aus, abseits der Touristenattraktionen nach gutem Essen Ausschau zu halten.

Am nächsten Morgen bin ich zu einer der Hauptattraktionen Moalboals gefahren – den Kawasan Wasserfällen. Diese sind von den Unterkünften an der Panagsama Beach Road ganz leicht zu erreichen: Man fährt zuerst mit dem Motorrad-Taxi zur Hauptstraße in Moalboal (oder läuft eine halbe Stunde), und nimmt dann einen der Busse nach Santander bzw. Cebu City. Die Fahrt bis zu den Wasserfällen dauert etwa 45 Minuten und kostet nur 30 Pesos (45 Cent). An einer modernen katholischen Kirche angekommen, steigt man aus, hält sich links, und schon geht es zu den Wasserfällen, für die man 45 Pesos (67 Cent) Eintritt zahlen muss.

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Bereits der Weg zu den Kawasan Fällen ist malerisch. Im Schatten der Palmen fließt ein Fluss mit klarem, sehr blauem Wasser, in dem die Locals ihre Wäsche waschen. Bei den Wasserfällen selbst machen viele eine Canyoneering Tour, bei der man ausgerüstet mit Helm und Schwimmweste über Felsen klettert und ins Wasser springt. Der Preis beträgt je nach Veranstalter 1000 bis 2000 Pesos (15-30 Euro). Ich habe die Tour gemacht, da ich aufgrund meines starken Sonnenbrands nicht ins Wasser wollte. Man kann jedoch auch einfach so in den Wasserfällen schwimmen oder von verschieden hohen Plattformen ins Wasser springen. Ich habe mich an diesem Tag damit begnügt, im weitläufigen Areal zu wandern und die Natur zu genießen. Tipp: Wenn man den letzten Wasserfall hinter sich gelassen hat, kommen noch zwei Dschungelpfade. Nimmt man den rechten, geht es bergauf und man kann eine wunderschöne Aussicht auf das bewaldete Tal und die nebelbehangenen Hügel erhaschen. Abseits der Touristenströme konnte ich hier ein paar wunderschöne Schmetterlinge sehen, die leider alle zu schnell für meine Kamera waren.

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Das Wasser beeindruckt durch seine türkisblaue Farbe. Man muss jedoch mit vielen Touristen rechnen.

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Die Einheimischen legen kleine Feuer, um die Moskitos abzuhalten – eine sehr effektive Methode

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Schnorcheln mit Walhaien

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Am nächsten Tag stand eine besondere Aktivität auf der Tagesordnung, auf die ich mich schon lange gefreut hatte: Das Schnorcheln mit Walhaien in Oslob. Dabei habe ich lange hin und her überlegt, ob ich es wirklich machen soll. Zwar schwimmen die Walhaie frei umher und sind in den Gewässern von Oslob zuhause, jedoch werden sie von den Veranstaltern mit Krill gefüttert. Nur so wird gewährleistet, dass wirklich jeder Tourist die sanften Riesen auch zu Gesicht bekommt. Kritiker prangern diese Praxis an, da die Tiere so von Menschen abhängig gemacht werden und ihre natürlichen Verhaltensweisen ablegen. Durch das ganzjährige Füttern bleiben die Walhaie in Oslob, anstatt umherzuziehen, was ihren natürlichen Biorythmus stört. Kritiker mahnen außerdem an, dass die Walhaie durch den Kontakt mit Menschen und Booten verletzt werden könnten. Letzteren Kritikpunkt kann ich nachvollziehen: Bereits früh am Morgen sind so viele Boote und Touristen im Wasser, dass sich ein Kontakt nicht immer vermeiden lässt. Jedoch muss ich Gegnern des Walhai-Tourismus entgegenhalten, dass man nach ihrer Logik weder Zoos besuchen noch Haustiere halten dürfte, da diese ja auch versorgt und gefüttert werden. Außerdem sind die Walhai-Touren eine wichtige Einnahmequelle für die Region und viele Familien finden durch sie ihr Auskommen.

Ich habe mich nach etwas moralischem Gerangel dafür entschieden, mit den Walhaien zu schnorcheln und bereue es nicht. Die Begegnung mit den riesigen Fischen ist wirklich ein besonderes Erlebnis, auch wenn es natürlich Massenabfertigung vom feinsten ist. Nicht umsonst handelt es sich hier um eine der beliebtesten Aktivitäten auf Cebu und für viele der einzige Grund, nach Oslob zu kommen.

Los ging es um 05:30 Uhr morgens, nachdem ich bereits am Vorabend meine Tour für 1000 Pesos (15 Euro) gebucht hatte. Zusammen mit unseren Guides vom Hostel ging es zum Orientierungszentrum, wo bereits zu dieser frühen Uhrzeit hunderte von Touristen warteten. Nach einer kurzen Wartepause bekamen wir unsere Einführung und die Veranstalterin erklärte uns die Regeln: einen Sicherheitsabstand von 4m zu den Walhaien einhalten, die Tiere nicht anfassen, kein Sonnenöl benutzen. Danach erhielten wir unsere Schnorchelausrüstung, bemannten unser Boot und fuhren etwa 100 Meter vor die Küste. Hier wurde mir dann bereits etwas deutlich: So richtig viel tun die Tourveranstalter nicht. Man hätte sich auch einfach für 200 Pesos Schnorchelbrille und Flossen ausleihen und auf eigene Faust zu den Walhaien hinausschwimmen können. Das hätte vielleicht für etwas Unmut bei den Bootsführern gesorgt, wäre jedoch weit günstiger gekommen. Nach einer sehr kurzen Fahrt ging es dann auch schon los und alle sprangen, bewaffnet mit Unterwasserkameras, ins Wasser. Und auch die Walhaie ließen nicht lange auf sich warten. Aus der Tiefe tauchten sie mit ihren riesigen gesprenkelten Leibern auf und es war wirklich beeindruckend, diese Tiere ganz aus der Nähe zu sehen. Walhaie sind, wie auch von den Veranstaltern erklärt wird, harmlose Tiere, die sich trotz ihrer enormen Größe von Kleinstlebewesen ernähren. Trotzdem flößte es mir Respekt ein, als einer der Kolosse mit geöffnetem Mund auf mich zuschwamm. Ein weiterer Walhai streifte meinen Fuß mit seiner Rückenflosse und es war eindeutig, dass die Tiere bereits zur Genüge an Menschen gewöhnt waren. Nach einer halben Stunde war das Spektakel dann vorbei und meine Gruppe fuhr mit dem Boot zurück zur Küste, um sich bei einem Kaffee und ein paar Pfannkuchen über das Erlebnis auszutauschen. Ich würde auf jeden Fall wieder mit den Walhaien schnorcheln, auch wenn mir 1000 Pesos für den vergleichsweise geringen Aufwand der Tourveranstalter im Nachhinein doch etwas viel erscheinen und ethische Bedenken zurückbleiben…

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Oslob

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Ich wollte endlich raus aus den großen Städten. Palmen, Meer und weiße Sandstrände – dafür war ich auf die Philippinen gekommen, darum wollte ich mich möglichst schnell auf den Weg nach Oslob machen. Der kleine Ort ist vor allem wegen den Walhaien berühmt, die sich in den Gewässern tummeln, und ist etwa 4 Busstunden von Cebu City entfernt. Die Busfahrt war wenig angenehm, da es sich um einen umgebauten Schulbus handelte, der so viele Passagiere aufnahm, wie eben am Straßenrand warteten. Ohne Möglichkeit, mein Gepäck zu verstauen, verbrachte ich die vier Stunden eingeklemmt, genervt vom permanenten Hupen des Fahrers (auch ohne ersichtlichen Grund) und der Dauerbeschallung mit 90er Jahre Popmusik, auf die Filipinos aus unerfindlichen Gründen total abfahren.

Dementsprechend war ich froh, als ich in Oslob angekommen war, und damit in einer ganz anderen Welt. Hier gehen die Uhren noch anders, alles ist kleiner und entspannter als in Cebu City. Mit dem Motorradtaxi fuhr ich die kurze Strecke zu meiner Unterkunft, dem Sharky Hostel, und konnte bereits auf der Fahrt das üppige Grün der Hügel bewundern, das sich vom türkisblauen Meer abhob. Das Sharky Hostel selbst ist eine sehr empfehlenswerte Unterkunft. Etwas abseits der Hauptstraße gelegen, verbreiten die kleinen Bambushütten im hawaiianischen Stil Resort-Stimmung, und die Schlafsäle sind schlicht, aber sauber und sehr geräumig. Auch hat man es von hier gar nicht weit zu den Walhaien – aber die sollten erst am nächsten Tag dran sein.

Zuerst musste nach den Strapazen der Reise ein ausgiebiges Mittagessen her, das ich im Sunrise Grill Haus neben dem Hostel zu mir genommen habe. Für gebratenen Fisch mit Reis und einen überragenden Mango-Shake habe ich nur 250 Pesos (3,75 Euro) bezahlt. Dazu noch die tolle Aussicht auf das Meer – ein echter Geheimtipp!

Ich wollte mehr von der tropischen Landschaft sehen, also entschloss ich mich für einen Ausflug zu den Tumalog-Wasserfällen. Bei wolkenlosem Himmel legte ich eine halbe Stunde auf der Küstenstraße zurück, bevor ein kleinerer Weg links Richtung Wasserfälle abbog. Angebote, mich für 100 Pesos zu den Wasserfällen zu fahren, lehnte ich dankend ab, schließlich wollte ich Geld sparen und etwas von der Landschaft sehen. Der Weg dorthin entpuppte sich aufgrund des steilen Anstiegs und der mörderischen Hitze jedoch als recht anstrengend, und so war ich froh, dass ein freundliches Filipino-Pärchen sich meiner erbarmte und mich auf der Ladefläche ihres Pickup-Trucks mitnahm. Die letzten paar Meter zu den Wasserfällen kann man theoretisch mit dem Motorrad-Taxi zurücklegen, man kann aber auch laufen, denn weit ist es nicht.

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Die Tumalog-Wasserfälle an sich sind wirklich beeindruckend. Zwar ist das Areal nicht so weitläufig wie das der Kawasan-Fälle bei Moalboal und es werden keine Canyoneering-Touren angeboten; dafür sind die Wasserfälle höher und das klare Wasser lädt zu einer Erfrischung ein. Nach dem langen Fußweg ist es herrlich, sich unter den kalten Wasserschauer zu stellen, sich an einer seichten Stelle die Sonne auf den Rücken scheinen zu lassen oder auf den Felsen herum zu klettern. Der Eintritt zu den Fällen kostet für Ausländer 45 Pesos (67 Cent) ist meiner Meinung nach jeden Peso wert.

Den Rückweg zum Hostel legte ich wieder teilweise zu Fuß, teilweise mit dem Motorrad-Taxi zurück. So war ich am frühen Abend zurück im Sharky und konnte bei der Rezeption meine Walhai-Tour für den nächsten Morgen buchen. Das Sharky-Hostel ist nicht nur geräumig ausgestattet und nett anzusehen, sondern bietet mit seiner Common Area auch perfekte Hostelatmosphäre. Zur Zeit meines Besuchs waren dort Backpacker aus der ganzen Welt, vor allem aus England und Australien, zu Gast, und wir hatten eine Menge Spass. Insgesamt hat mir Oslob von allen Orten auf der Insel Cebu am besten gefallen, vor allem wegen der entspannten Atmosphäre, der tollen Landschaft und den freundlichen Menschen, die ich dort kennenlernen durfte.

Cebu City

 

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Nach einem Tag in Manila ging es weiter auf Cebu, eine Insel in den Visayas. Der größte Flughafen der Insel befindet sich in Cebu City, also flog ich von Manila aus dorthin. Nach einem kurzen Abstecher zu meinem Hostel im Food District nahm ich ein Uber, um etwas aus der Stadt heraus zu fahren. Ich fuhr zum Temple of Leah, einem Monument, das an die römisch-griechische Antike erinnert. Der Erbauer, ein wohlhabender Bürger Cebu Citys, errichtete diesen Tempel im Gedenken an seine verstorbene Frau, Leah Albino-Adarna. Der Tempel ist ganz schmuck anzusehen, sagt einem aber nicht viel, wenn man nicht mehr über die Verstorbene weiß. Hauptsächlich ein Ausflugsort für Pärchen, aber man kann auch einen schönen Blick auf Cebu City erhaschen.

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Liebe oder Obsession – der Temple of Leah in Cebu City

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Da ich beim Tempel weder Handynetz noch Internet hatte, musste ich ein Motorrad-Taxi anheuern, um zu meinem nächsten Ziel zu kommen. Ich war am Anfang noch skeptisch, allerdings sind diese Taxis mit der Zeit zu meinem bevorzugten Fortbewegungsmittel geworden. Die Dinger sind nicht nur günstig, sondern kommen auch gut durch den dichten Feierabendverkehr. Außerdem macht es Spaß, auf den gewundenen Gebirgsstraßen zu fahren und manchmal bekommt man sogar einen Helm! Für 100 Pesos fuhr ich also zum Tops Lookout, einem Aussichtspunkt, von dem aus man weit über Cebu City und sogar bis nach Bohol blicken kann. Dort gibt es auch ein günstiges Restaurant mit ebenso schöner Aussicht. Gegessen habe ich Bicol Express: Schweinefleisch mit grünen Bohnen in Kokos-Ingwer-Sauße, dazu Reis und scharfe Chillis. Ein leckeres Gericht, das man auch in milder Variante bestellen kann. Dazu gab es Ananassaft: zwar aus der Dose, aber trotzdem gut.

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Vom Tops Lookout kann man einen tollen Sonnenuntergang bewundern.

In Cebu City selbst kann man noch den Taoistischen Tempel ansehen, dafür hatte ich jedoch keine Zeit. Insgesamt ist die Stadt ein wenig grüner als Manila und ein bisschen ruhiger, jedoch nicht viel. Mir kommt es wie Manila light vor und es gibt hier nicht viel zu sehen, weshalb man meiner Meinung nach nicht mehr als einen Tag hier verbringen sollte, bevor man sich den wahren Schätzen Cebus zuwendet.

Abgestiegen bin ich übrigens im Food District Hostel. Das Hostel ist schön eingerichtet und sauber. Außerdem bietet es für die Philippinen ungewöhnlich schnelles Internet. Allerdings war es bei meinem Besuch sehr leer – wirkliche Hostelatmosphäre kommt dort also nicht auf. Ein Aufenthalt kann sich aber lohnen, wenn man ohnehin in Cebu City übernachten muss und ein ruhiges Plätzchen sucht. Gezahlt habe ich 300 Pesos (4,50 Euro) für ein Bett im 8-Bett-Zimmer, das jedoch fast völlig leer war. Eine gute Idee also, wenn man ohnehin in Cebu City übernachten muss und gerne allein sein möchte.

Manila

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Die meisten Backpacker, die ich auf den Philippinen getroffen habe, meiden Manila wie die Pest. Entweder sie besuchen die Hauptstadt gar nicht, oder sie verbringen nur ein paar Stunden am Flughafen, bevor sie sich auf den Weg zu den Inseln machen. Das ist verständlich: Die Stadt ist laut, schmutzig und überfüllt. Horrorstories über die bittere Armut und die hohe Kriminalität tragen zum schlechten Image der Stadt bei. Ich habe trotzdem einen ganzen Tag hier verbracht und bin froh darum. Und das nicht nur, weil ich mich in der Stadt von den Strapazen eines zehnstündigen Fluges erholen konnte.

Abgestiegen bin ich im Pink Hostel, einer preiswerten, aber dennoch sauberen und nett eingerichteten Unterkunft mit Pool und wunderschöner Aussicht auf die Stadt. Auch die Lage war sehr gut. Mit dem Zug war ich in einer halben Stunde in der Altstadt Manilas. Die Fahrt hat 15 Philippinische Pesos (22 Cent) gekostet.

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Sehenswert ist neben der Mall of Asia, einem der größten Einkaufszentren Südostasiens, ist vor allem das Fort Santiago. Es befindet sich im historischen Viertel Intramuros, oder dem, was davon übrig geblieben ist. Das Fort wurde von den Spaniern, Amerikanern und schließlich den japanischen Kolonialherren benutzt und ist recht gut erhalten. Man kann dort auf den Wällen spazieren gehen, die Lochgefängnisse besichtigen und ein Museum zu Ehren des philippinischen Nationalhelden José Rizal besichtigen.

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Ebenfalls in Intramuros befindet sich die Kathedrale von Manila, die nach ihrer Zerstörung im Zweiten Weltkrieg wieder aufgebaut wurde. Die Kathedrale ist von außen imposant, im Innenraum jedoch eher schlicht.

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Ich bin nach diesen beiden Sehenswürdigkeiten zurück ins Hostel gefahren und habe den Tag bei ein paar Bierchen bei der Bucht von Manila ausklingen lassen. Insgesamt ist die Stadt bestimmt keinen mehrtägigen Aufenthalt wert, aber sie ist auch nicht das Drecksloch, als das sie oft dargestellt wird. Es gibt dort durchaus schöne Stellen und vor allem Nachts bieten die funkelnden Hochhäuser Manilas eine willkommene Abwechslung zum provinziellen Charme der kleineren Inseln.