Wohnen in Chiang Rai

Nach drei Tagen war die Entscheidung gefallen: Chiang Rai sollte meine temporäre Heimat in Thailand werden. Nun ging es an die Wohnungssuche. Für alle Farangs wie mich, die kein Thai sprechen, ist www.renthub.in.th die beste Anlaufstelle. Dort stehen eine ganze Reihe von Unterkünften zur Verfügung. Unterscheiden muss man zwischen Apartments und Condos: Apartments sind günstiger, haben nur ein Zimmer und ein Bad. Condos sind teurer, größer und haben meistens zwei Zimmer. Als Single kam nur ein Apartment für mich in Frage. Ach ja, und Apartments haben keine Küche. Mir aber egal, wenn das Essen um die Ecke nur 1 Euro kostet!

Jetzt stand ich vor der Qual der Wahl: Wo will ich wohnen? Wie viel will ich ausgeben? Fürs erste sollte es ein Apartment möglichst nah am Stadtzentrum sein, damit ich schnell zum Busbahnhof und meinem geliebten Nachtmarkt komme. Dafür zahle ich dann auch ein paar Baht mehr. Über 5.000 Baht (140 Euro) im Monat sollte es dann aber nicht kosten. Klimaanlage erscheint mir ratsam. Zurzeit (Februar) ist es zwar noch angenehm, aber ich weiß, die Hitzewelle wird spätestens nächsten Monat anfangen. Am Ende streiche ich mir ein paar Angebote zwischen 3.300 und 4.500 Baht fett an. Natürlich: Zieht man es vor, etwas außerhalb von Chiang Rai zu wohnen, zahlt man deutlich weniger, hat aber wieder die Transportkosten, um in die Stadt zu kommen.

In die engere Auswahl kam schließlich das Srirawat Court Apartment, nur 10 Minuten vom Night Market entfernt. Das erste Telefonat gestaltete sich etwas schwierig, weil die Vermieterin nur Thai spricht. Ich bin also einfach hingegangen und ihre Tochter hat per Telefon übersetzt. Sie zeigte mir das Zimmer, das 24 Quadratmeter misst und einfach eingerichtet, aber sauber ist. Darin befinden sich ein Bett, ein Tisch, ein Schrank und ein Fernseher (den ich nicht brauche), außerdem ein Bad mit Dusche und ein kleiner Balkon. Alles, was man als Schreiberling zum Leben und Arbeiten braucht. Die Vermieterin, ihr Mann und ihre Tochter sind sehr freundlich, so ist auch die Sprachbarriere kein großes Problem mehr. Ich bitte sie um eine Kopie des Mietvertrags, um ihn mir in Ruhe durchzulesen. Etwas beschämt sagt sie mir, der Vertrag wäre auf Thailändisch. Aber kein Problem, wenn es so nette Hostel-Mitarbeiter gibt, die den Wisch für mich übersetzen!

Die Bedingungen sind ziemlich Standard, wahrscheinlich wird es bei euch genau so sein, wenn ihr eine Wohnung in Chiang Rai mietet: Die Miete von 4.000 Baht (112 Euro) ist am ersten jedes Monats fällig, dazu ist bei Einzug eine Monatsmiete im Voraus sowie eine Monatsmiete als Kaution zu bezahlen (kein Vergleich zu den Miethaien in Deutschland, die 3 Monatsmieten verlangen dürfen!) Im Zimmer darf nichts verändert werden (ist mir recht), was ich kaputt mache, muss ich bezahlen, laute Partys und Dauergäste sind verboten. Interessant: Wenn ich länger als 15 Tage fort bleibe, muss ich den Vermietern Bescheid sagen. Wie es mit dem Rauchen aussieht, habe ich nicht gefragt des guten Eindrucks willen. Zur Not gehe ich die zwei Schritte vor die Tür…

Hier sind ein paar Fotos des Apartments:

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So könnt ihr euch ein Apartment für 4.000 Baht im Monat vorstellen. Wie gesagt, bewegt sich das Zimmer im mittleren bis gehobenen Preissegment. Es geht noch deutlich günstiger, dann eben ohne Klimaanlage und Flachbildfernseher. Wer gar keine Ansprüche hat, kann in Chiang Rai bereits für 2.000 Baht (55 Euro) im Monat leben. Teurer geht es natürlich auch, wenn man edle Einrichtung, ein Fitness-Center im Apartmentkomplex und eine westliche Küche haben will. Jeder muss sich fragen, wofür er seine Wohnung braucht: Ich wollte ein Zimmer in ruhiger Lage, um ungestört meine Arbeit zu erledigen, bevor ich wieder auf Reisen gehe. Gleichzeitig war mir die Nähe zum Nachtmarkt und zum Busbahnhof wichtig, um am Wochenende Ausflüge zu unternehmen. Auch ein Fitnessstudio sollte nicht weit entfernt sein, Supermärkte gibt es ohnehin an jede Ecke.

Ich bin gespannt, ob mein temporäres Zuhause meine Vorstellungen erfüllt. Mein Mietvertrag läuft ohnehin erst einmal für einen Monat, danach kann ich entweder verlängern oder mir etwas anderes suchen. Ich hoffe, ich konnte euch einen kleinen Einblick in die Wohnsituation in Chiang Rai geben!

Schaut auch einmal bei meiner Artikelreihe „Mein Leben in Chiang Rai“ vorbei.

Mein Leben in Chiang Rai (Teil 1)

Was ist das für ein Gefühl, als ich nach 10 Stunden Busfahrt in Chiang Rai aussteige? Nein, so etwas hatte ich in Thailand wirklich noch nie. Kälte! Es ist arschkalt hier früh am Morgen. Kein Wunder, sind wir hier doch in den Bergen und fast schon in Myanmar. Das Thai-Mädel neben mir im offenen Minibus ist am Zittern. Ich überlege, ob ich ihr meine Jacke anbieten soll. Wir fahren Richtung Innenstadt und die Sonne kommt langsam zum Vorschein. Als ich ankomme, haben sich die Temperaturen normalisiert. Ich sehe mich um: Das ist also die Innenstadt von Chiang Rai. Ich bin angenehm überrascht: viele Geschäfte und Restaurants, aber kaum Verkehr. Und das Beste: Man kann die Luft hier sogar atmen! Kein Vergleich zum smog-verpesteten Bangkok oder dem überfüllten Chiang Mai. Auch meine Unterkunft, das Sook Hostel, überzeugt mich. Die Zimmer sind sauber, es gibt eine eigene Küche, kostenloses Wasser und einen Roller-Verleih.

Nach einem kleinen Nickerchen auf dem Bean Bag gehe die Gegend erkunden. Das erste, was mich interessiert, sind die Preise. Hier an der Hauptstraße zahle ich 80 Baht für ein Gericht. Das ist nicht unbedingt teuer, ich hatte mir vom günstigen Norden jedoch mehr versprochen. Später finde ich Restaurants, in denen man für 40 Baht ein vollwertiges Essen bekommt. Man muss nur einmal von der Hauptstraße weg. Traut sich keiner der Touristen in die Nebenstraßen? Die meisten zieht es zum Night Market, einem großen Markt voller Verkaufstände, Klamotten und einer riesigen Essensmeile. Das wird für die nächsten Tage meine Anlaufstelle für den Mitternachtssnack. Quark gibt es ja in Thailand nicht, darum muss Hühnchen herhalten. Für 30 Baht auch gar nicht teuer.

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Auf dem Night Market gibt es allerhand Kleidung zu kaufen…
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…aber auch traditionellen, thailändischen (??) Federschmuck.
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Meine zweite Heimat: der Food Court des Nachtmarkts

Bei meinem Spaziergang am ersten Tag werde ich gleich wieder positiv überrascht. Geht man nur ein paar Schritte aus der Innenstadt raus, vergisst man fast, dass man in der größten Stadt der Provinz ist. Alles ist grün, die Vögel zwitschern, niemand stresst einen. Überhaupt stresst einen keiner hier. Der malerische Norden Thailands ist vom Massentourismus bisher verschont geblieben. Ein paar Backpacker kommen hierher, die meisten sind auf der Durchreise nach Laos und bleiben für ein paar Tage. Klar, die Party geht woanders. Aber nach dem wuseligen Treiben auf Bankoks Khaosan Road kann es für mich gar nicht ruhig genug sein.

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Durch die Stadt fließt der Kok River, der in Laos in den Mekong mündet.

Ich gehe vorbei am Wahrzeichen Chiang Rais, dem Clock Tower. Der goldene Uhrenturm ist nett anzuschauen, sieht aber (wie vieles komischerweise) auf den Bildern größer aus. Danach geht es an ein paar schönen Tempeln vorbei. Ich nehme mir vor, diese wann anders zu betreten, wenn ich lange Klamotten dabei habe. (Tempel soll man in Thailand ja nicht mit Tanktop betreten. Und zumindest in den nicht-touristischen Tempeln halte ich mich daran, ich will ja nicht noch mehr auffallen als ohnehin schon).

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Bevor ich zurückgehe und mein Zimmer beziehe, komme ich noch zufällig an einem kleinen Museum vorbei. Das Ferienhaus des ehemaligen Ministerpräsidenten Phibulsongkram besitzt einen schönen Park und eine kleine Ausstellung. Zwar ist alles auf Thailändisch, aber ich folge der Devise: Wenn es umsonst ist, kann man auch reingehen. Auf dem Weg zurück zum Hostel merke ich meine Müdigkeit. Zeit sich von der langen Busfahrt zu erholen. Ich werde ja, wenn es gut läuft, noch länger hier sein und alles ganz genau erkunden können.

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Pai

Im Norden Thailands liegt ein ganz besonderes Juwel. Mit seinen dicht bewaldeten Hügeln, Nebelwäldern, Canyons und heißen Quellen bietet das kleine Pai nicht nur etwas für die Augen, sondern auch Balsam für die Seele. Vor allem wenn man genug von den Touristenmassen in Chiang Mai hat. Günstige Preise und freundliche Einheimische tragen zur Anziehungskraft dieses Refugiums für Hippies und Backpacker bei.

Pai lässt sich am bequemsten von Chiang Mai aus erreichen. Na gut, bequem ist vielleicht übertrieben. Die steilen Gebirgsstraßen winden sich ganz schön, dafür dauert die Fahrt auch nur 4 Stunden und ist schon für 5 Euro zu haben. An der Busstation in Pai angekommen, stehen viele Unterkünfte zur Verfügung. Ich habe etwas außerhalb im Hostel Paitopia gewohnt, das einen eigenen Pool, Bungalows und ein kleines Restaurant besitzt. Auswärts Essen ist jedoch günstiger. Ist man mit dem Roller unterwegs und hält abseits des Stadtzentrums, bekommt man schon für 1,50 Euro ein vollwertiges Essen! Ein Motorroller empfiehlt sich ohnehin, da es keine öffentlichen Transportmittel gibt. Es gelten die üblichen Sicherheitsregeln: Langsam fahren, auf dumme Touristen achten und Helm aufsetzen! Hat man einen fahrbaren Untersatz gemietet, wird es Zeit, die Sehenswürdigkeiten in und um Pai zu besuchen:

Big Buddha

Los geht es bei der großen Buddhastatue östlich von Pai. Aufgrund ihrer Lage auf einem Hügel ist sie bereits von weitem zu sehen. Der Aufstieg ist anstrengend (vor allem im heißen Oktober), lohnt sich aber nicht nur wegen der beeindruckenden Ausmaße, sondern auch aufgrund des Panoramas. Der Eintritt ist frei, daneben könnt ihr unten noch die halb abgebrannten Überreste eines Tempels und den Neubau besichtigen.

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Quelle: Espen Faugstad, Website

Pai Historical Bridge

Eine Brücke über den Pai-Fluss aus dem Zweiten Weltkrieg. Nach ihrer Zerstörung wurde sie originalgetreu wieder aufgebaut, daneben steht eine moderne Stahlbrücke für Fahrzeuge zur Verfügung. Hier kann man nicht viel mehr machen als Drüberlaufen und die Infotafeln auf Englisch zu lesen. Die Aussicht auf den Fluss und die Wälder ist jedoch ganz nett.

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Fotograf: James Antrobus, Website

Pai Canyon

Eine der Hauptattraktion von Pai und sehr einfach zu erreichen, da direkt an der Hauptstraße gelegen. Von diesem Canyon aus habt ihr eine grandiose Aussicht, nur der Weg ist teilweise schwierig und erfordert ein wenig kraxeln und klettern.

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Pai Land Split

Ein wirklich interessanter Ort: Hier sorgte ein Erdbeben 2008 für einen Riss in der Landschaft. Daneben befindet sich auf dem Gelände eine organische Obstfarm, die leckeren Saft anbietet – als Kostprobe ganz umsonst.

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Bamboo Bridge

Weiter westlich liegt eine Brücke aus Bambus, die sich über den Reisfeldern erstreckt. Die Aussicht ist wirklich schön. Nur genügend Wasser solltet ihr mitnehmen, da es auf der Bambusbrücke kaum Schatten gibt. Am Ende des Weges wartet ein kleiner Tempel.

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Yun Lai Viewpoint

Diesen Aussichtspunkt steuert ihr am besten am frühen Morgen mit dem Roller an. Von Pai aus dauert die Fahrt etwa 20 Minuten und es geht steil bergauf. Die Aussicht ist atemberaubend, vor allem wenn der Nebel über den Bergwäldern aufsteht. Die Landschaft rund um Pai hat etwas mystisch-faszinierendes.

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Muang Paeng Hot Springs

Nur wenige Minuten von Pai entfernt liegen die heißen Quellen von Tha Pai. Diese könnt ihr getrost links liegen lassen – zu teuer und zu viele Besucher. Investiert das Geld lieber in einen vollen Tank und fahrt zu den Muang Paeng Hot Springs, die etwa 1 Stunde südlich von Pai liegen. Alleine die Fahrt durch die atemberaubende Landschaft lohnt sich. Wenn euch der Geruch fauler Eier um die Nase weht, seid ihr richtig gefahren. Die Quellen kosten keinen Eintritt, trotzdem stehen Toiletten und Umkleiden bereit. Baden könnt ihr in einem kleinen Becken sowie künstlichen Wasserläufen. Und steckt bloß nicht euren Fuß in die Quelle selber – das Wasser ist wirklich heiß. Außer mir und einer Thai-Familie war niemand bei den Quellen, ein echter Geheimtipp also!

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Pai Night Market

Wenn ihr euch von eurem Ausflugstag ausgeruht habt, solltet ihr einmal auf den Nachtmarkt von Pai schauen. Hier gibt es nicht nur alle möglichen Spezialitäten aus Nord-Thailand zu probieren. Es gibt auch Klamotten, Schmuckstücke und allen möglichen Krimskrams. Die Kinder können sich auf Fahrgeschäften vergnügen und auf einer großen Bühne wird Live-Musik gespielt.

 

Koh Chang

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Koh Chang ist eine Insel im Golf von Thailand, etwa 6 Stunden östlich von Bangkok. Die zweitgrößte Insel des Landes überzeugt mit ihren Stränden, der urwüchsigen Vegetation und einer ruhigen Atmosphäre. Hier findet jeder einen Platz zum Entspannen, aber auch komfortable Resorts, internationale Restaurants und ein gutes Handynetz. Perfekt für alle, die idyllische Inseln lieben, aber nicht zu weit vom Schuss sein möchten.

Inhaltsverzeichnis

1. Klong Prao Beach
2. Kai Bae Beach
3. Lonely Beach
4. Long Beach
5. White Sand Beach
6. Island Hopping
7. Klong-Plu Wasserfall
8. Kiri-Phet Wasserfall
9. Wat Salak Petch
10. Koh Chang Memorial

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Strände auf Koh Chang

1. Klong Prao Beach

In der Nähe befinden sich viele Unterkünfte. Solltet ihr im Coconut Beach Resort oder im sehr empfehlenswerten Habitat Hostel übernachten, habt ihr diesen Strand direkt vor der Haustür. Der Sand könnte feiner sein, dafür ist Klong Prao Beach sehr sauber. Das Wasser sieht etwas trübe aus, das liegt aber nur am aufgewirbelten Sand. Das Schöne: Bei Ebbe könnt ihr weit hinauslaufen. Der Fluss, der beide Strandabschnitte teilt, ist dann seicht genug zum Durchwaten. Dahinter befinden sich schnuckelige Restaurants und Strandbars. Klong Prao Beach wird vor allem von Resortgästen und Familien besucht, ist aber nicht überlaufen.

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Klong Prao Beach am frühen Abend

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2. Kai Bae Beach

Meiner Meinung nach der schönste Strand auf der Hauptinsel Koh Chang. Von der Hauptstraße nehmt ihr vor dem steilen Berg die Abzweigung zum Resort (der Strand ist jedoch öffentlich). Kai Bae Beach punktet mit feinem, weißen Sand, vorbildlicher Sauberkeit und türkisblauem Wasser.

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Ein Highlight ist die kleine Insel Ko Mun Nai. Diese erreicht ihr am besten mit dem Kayak, was etwa 15 Minuten dauert. Das Ausleihen kostet 100 Baht (2,70 Euro) pro Stunde, was ausreicht, um einmal um die Insel herumzufahren.

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Blick von Ko Mun Nai auf Koh Chang

3. Lonely Beach

Dieser Strand ist überhaupt nicht einsam. Ganz im Gegenteil – nachts verwandelt sich der Lonely Beach in den Party-Hotspot der Insel. Das Publikum ist jung, vor allem Backpacker sonnen sich hier. Ich konnte dem Strand nichts besonderes abgewinnen, guter thailändischer Standard eben. Nachts wird es sehr laut. Das solltet ihr bedenken, wenn ihr dort übernachten wollt.

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4. Long Beach

Dieser Strand an der Ostküste hat mich mit gemischten Gefühlen zurückgelassen. Die Szenerie des halbmondförmigen Küstenabschnitts gehört zum Schönsten auf Koh Chang. Auch das Wasser ist wunderbar klar und sehr flach. Dafür liegt jedoch viel Müll rum, der von der Flut angespült wird. Kein Wunder, hier befindet sich kein großes Resort mit Angestellten, die den Abfall einsammeln. Lediglich ein Restaurant mit Bungalows steht dort. Long Beach ist der ruhigste Strand auf Koh Chang. Hier stört euch wirklich niemand. Perfekt für alle, die abschalten wollen. Passend dazu habt ihr dort auch kaum Handy-Empfang, geschweige denn WLAN. Einen Bungalow am Strand gibt es schon für 300 Baht (8 Euro) die Nacht.

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5. White Sand Beach

Im Nordwesten der Insel liegt noch ein schöner Strand, der von Resorts umgeben ist. Der White Sand Beach überzeugt mit feinem, sehr sauberem Sand und flachem, warmem Wasser. Die Palmen im Hintergrund sind malerisch, wirklich beeindruckend ist jedoch das Panorama der bewachsenen Hügel, über denen Vögel kreisen. Am Strand existieren zahlreiche Restaurants und Bars. Der White Sand Beach ist lang und bietet genug schattige Plätze für die vielen Besucher in den umliegenden Resorts.

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Die beste Möglichkeit, zu den Stränden zu gelangen, ist übrigens ein Motorroller. Die Preise liegen bei 250 Baht (7 Euro) pro Tag. Auch Fahrräder stehen für 150 Baht (4 Euro) zur Verfügung. Das gebirgige Terrain macht das Fahrradfahren jedoch sehr anstregend. Eine dritte Alternative sind die öffentlichen Minibusse, die zwischen 50 und 100 Baht pro Strecke kosten. Meiner Kenntnis nach fahren sie jedoch nicht an der Ostküste.

6. Island Hopping

Die Strände auf Koh Chang sind schon sehenswert. Die wirklichen Juwele warten jedoch auf den kleinen Inseln vor der Südküste. Ich kann die halbtägige Schnorcheltour empfehlen. Enthalten sind 3 Inseln, ein Mittagessen sowie Transport von und zu eurer Unterkunft. Der Trip dauert etwa 4 Stunden und kostet 800 Baht (22 Euro).

  1. Ko Klum

Die erste Insel. Aus der Ferne ganz hübsch anzuschauen. Hier geht ihr nicht an Land, was aufgrund des Mülls an der Küste aber ganz gut ist. Stattdessen schnorchelt ihr in einem Korallenriff. Gut, es mag buntere Riffe geben, hier existieren nur relativ farbarme Steinkorallen. Lohnenswert ist das Schnorcheln dank der zahlreichen Fischschwärme dennoch.

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2. Ko Wai

Hier geht ihr zum ersten Mal an Land. Der Sand und die Vegetation sind einfach fantastisch. Das Wasser leuchtet genauso schön türkis-blau, wie man es von Thailand-Urlaubsbildern kennt. Auch schnorcheln könnt ihr hier, Fischreichtum und Sichtweite sind jedoch nicht so gut wie vor Ko Klum.

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3. Ko Laoya

Die letzte Insel auf dem Trip ist meiner Meinung nach die beste – und das nicht nur, weil es hier das Mittagessen gibt. Der Sand ist noch einen Ticken feiner und weißer als auf Ko Wai und ihr könnt wunderbar an der palmenbewachsenen Küste spazieren gehen. Schnorcheln lässt sich hier auch gut, sowohl beim Korallenriff als auch bei den Felsen vor der Küste.

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Sonstige Attraktionen

7. Klong Plu-Wasserfall

Dieser Wasserfall befindet sich zwischen den Stränden Klong Prao und Kai Bea. Nur ein paar Minuten von der Hauptstraße entfernt befindet sich der Eingang, wo ihr den Obulus von 200 Baht (6 Euro) entrichtet. Danach folgt ein kurzer, sehr machbarer Fußweg zum Wasserfall. Im Becken könnt ihr schwimmen und euch dabei von den Fischen die Hornhaut von den Füßen knabbern lassen. Die größeren Exemplare nehmen auch gerne mal einen ganzen Zee ins Maul, haben aber zum Glück keine spitzen Zähne 😉 Der Wasserfall an sich ist nicht spektakulär, aber das Fisch-Spa ist ein netter Zeitvertreib.

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8. Kiri Phet-Wasserfall

Eine schöne Alternative für alle, die keine 200 Baht zahlen möchten. Dieser Wasserfall liegt etwas abseits der Hauptstraße auf der Ostseite der Insel. Schon der Hinweg durch eine Kokosplantage ist wunderschön. Vom Parkplatz aus führt ein etwa 15-minütiger Fußweg zum Wasserfall, der zumindest in der Trockenzeit nur eine überschaubare Menge Wasser führt. Dafür könnt ihr in einem tiefen Becken schwimmen und seid wahrscheinlich völlig ungestört dabei. Erfreulich: Der Besuch kostet euch keinen Cent! Wichtig: Nehmt beim Parkplatz den linken Weg zum Wasserfall!

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9. Wat Salak Petch

Ein kleiner Tempel in der Nähe Kiri Phets, der erst 1994 eingeweiht wurde. Der Eintritt kostet nur 20 Baht (0,60 Euro). Besonders schön sind die goldene Buddhastatue und die kunstvollen Wandgemälde.

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Eine kleine Gedenkstätte für die 36 Matrosen, die bei der Schlacht von Koh Chang 1941 ihr Leben verloren. Kann man hinfahren, wenn man ohnehin am Long Beach ist, viel zu sehen gibt es jedoch nicht. Alle Informationen sind nur auf Thailändisch. Hinter der Gedenkstätte befindet sich ein kleiner Strand.

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Tipps zum erfolgreichen Texte-Schreiben

In diesem Artikel habe ich dir gezeigt, wie man mit dem Schreiben Geld verdienen kann. Nun soll es um das Handwerkszeug gehen. Wie schreibe ich einen guten Text, der meinen Auftraggeber und den Leser zufrieden stellt? Natürlich bin ich nicht der Papst des SEO-Textens und lerne selbst kontinuierlich dazu. Auch hat jeder seinen individuellen Stil. Ich habe jedoch in meiner Zeit als Reiseautor viel Feedback erhalten, das mir geholfen hat, besser und effektiver Texte zu verfassen. Diese Tipps möchte ich mit dir teilen:

1. Die Recherche

Bevor das erste Wort auf das Blatt kommt, steht die Recherche. Diese kann mal mehr, mal weniger ausführlich ausfallen. Einen Ort, an dem du drei Monate gelebt hast, wirst du einfacher beschreiben können als ein Reiseziel, von dem du noch nie gehört hast. Über Strandurlaub in Südostasien kann ich mehr erzählen als über Wanderreisen an der Ostsee. Doch wenn du nur über Orte schreibst, die du kennst, wirst du am Anfang wahrscheinlich nur wenige Aufträge annehmen können. Wie also über ein wenig oder gar nicht bekanntes Reiseziel schreiben?

Brainstorming

Klischees sind ein zweischneidiges Schwert. Einerseits erleichtert das Verallgemeinern uns Menschen das Denken – ein evolutionärer Vorteil. Andererseits wirkt ein Text, der nur aus Stereotypen besteht, schnell platt. Wenn du ein Reiseziel ausgesucht hast, schreib doch einmal alles auf, was du damit verbindest. Paris – Eiffelturm und Croissants, Hawaii – Traumstrände und Surfen, Schweiz – Kuckucksuhren und Käse. Das hat zwei Vorteile: Zum einen hast du schon einmal etwas auf dem Blatt stehen (nichts ist furchteinflößender für einen Autor als eine leere Seite). Zum anderen kannst du bei der weiteren Recherche überprüfen, ob diese Meinungen und Klischees wirklich stimmen. Der Leser möchte überrascht werden. Vielleicht denkt er etwa beim Reiseziel Toronto an kanadische Wildnis, Wandern und Skifahren. Doch wenn du ihm schreibst, dass er dort auch am Strand liegen kann – und das in nächster Nähe zur Innenstadt – hast du seinen Horizont erweitert und machst ihn neugierig, das Reiseziel zu besuchen.

Wikipedia

Klar, die größte freie Enzyklopädie des World Wide Web hat etwas Anrüchiges. Auf der Uni hat man dir wahrscheinlich beigebracht, einen großen Bogen um Wikipedia zu machen. Aber du bist nicht (mehr) an der Uni, und du bist in Zeitdruck, wenn du deinen Text irgendwann fertig kriegen willst. Wikipedia bietet dir vor allem eins: übersichtliche Daten und Fakten. Wie groß ist das Reiseziel? Wie viele Leute leben dort? Wie ist die Flora und Fauna, was sind die beliebtesten Sehenswürdigkeiten? Diese Informationen bilden das Skelett des Textes, das du in einem nächsten Schritt mit Fleisch ergänzt.

Mache dir selbst ein Bild

Du kannst nicht jedes Reiseziel selbst besuchen. Wenn das so wäre, hätte ich bereits über 100 Länder bereist. Aber unsere moderne Technologie bringt dich der persönlichen Erfahrung so nah wie noch nie. Öffne Google Maps und gib dein Ziel ein. Wie sieht es von oben aus? Wie wirkt es auf den Fotos? Immer mehr Städte werden komplett als lebensechte 3D-Karten rekonstruiert. So kannst du dir etwa ein Gebäude aus allen möglichen Perspektiven ansehen. Wie sind seine Ausmaße im Vergleich zur Umgebung? Gibt es auffällige Merkmale, über die du schreiben könntest? Irgendjemand schreibt, von Punkt X hätte man eine gute Aussicht auf Ort Y, aber stimmt das auch? Aktiviere Google Street View und mach dir dein eigenes Bild. Unternimm einen virtuellen Rundgang durch das Reiseziel – natürlich immer im realistischen Rahmen angesichts der Vergütung für deinen Artikel.

Bewertungen

Du hast den Auftrag, über die Copacabana in Rio de Janeiro zu schreiben. Wikipedia hat dir die wichtigsten Daten geliefert und dank Google Maps weisst du, wo der Strand liegt, wie weit er vom Stadtzentrum entfernt ist und welche Sehenswürdigkeiten sich dort befinden. Doch dies ist nur das Gerüst. Kaum ein Auftraggeber wird dich dafür bezahlen, eine reine Beschreibung zu liefern. Du musst für den Strand werben, damit der Kunde über die Seite ein Hotelzimmer genau hier bucht. Dafür musst du die Stärken des Strandes herausstellen. Was gefällt den Menschen hier? Warum kommen sie her? Was zeichnet ihn gegenüber anderen Stränden aus? Zum Glück kann heute jeder seine Meinung zu allem abgeben. Sieh dir die Bewertungen auf Google Maps und TripAdvisor an und übernimm (natürlich paraphrasiert) Kommentare, die du hilfreich findest. Manchmal sollst du vielleicht auch über negative Seiten und Alternativen schreiben. Dann sind Bewertungen noch wichtiger. Doch achte auf das Alter der Kommentare: Keinen Menschen interessiert heute, wie toll man 2005 auf Borocay Party machen konnte. Das gleiche gilt für Eintrittspreise, Öffnungszeiten und andere Informationen, die sich schnell ändern.

Die Gliederung

Der erste Schritt ist getan: Du bist ein Experte für dein Reiseziel geworden (im Rahmen des Erforderlichen) und hast genug Input gesammelt, um darüber zu schreiben. Wie du anfängst, hängt nun ganz von deinem Stil und vor allem vom Auftrag ab. Im einfachsten Fall ist es ein Listenartikel, in dem du verschiedene Orte nacheinander abhandelst. Aber vielleicht bist du auch komplett frei in deiner Gliederung: Beschreibst du z.B. eine Stadt, könntest du über jeden Stadtteil einen Abschnitt schreiben. Oder du nimmst die Perspektive des Lesers ein. Was kann man dort machen? Ein Abschnitt könnte Freizeitmöglichkeiten für Familien behandeln, ein anderer Museen und Kultur, ein anderer Natur und Outdoor-Aktivitäten. Wie auch immer du vorgehst: Eine gute Gliederung ist das A und O. Nicht nur hilfst du dem Leser, sich in deinem Text zurecht zu finden, auch du behältst so die Übersicht. Wahrscheinlich hast du eine maximale Anzahl an Wörtern zur Verfügung, etwa 1.000 Wörter. Da wäre es blöd, wenn du 700 Wörter im ersten Absatz schreibst, der Text aber noch fünf weitere Absätze haben soll. Nutze das „Wörter zählen“-Tool in Word und überprüfe ab und zu, ob du dich noch im Rahmen bewegst. Sonst musst du am Ende ganze Teile deines Geschriebenen wieder löschen. Hast du den Text gegliedert, kannst du die einzelnen Abschnitte hin und herschieben, wie es dir beliebt und am meisten Sinn macht. Die Königsdisziplin stellen dann sinnvolle und elegante Überleitungen dar, die für einen glatten Lesefluss sorgen. Diese sind umso wichtiger, wenn es keine Zwischenüberschriften gibt.

Viele Kunden verlangen eine Einleitung, die den Leser emotional packt und zum Weiterlesen anregt. Diese schreibst du idealerweise am Schluss, wenn du weißt, was du eigentlich einleitest. So macht es wenig Sinn, in der Einleitung die tollen Strände von Barbados anzupreisen, wenn im Text kein einziger Strand vorkommt. Auch geht es in der Einleitung weniger um Fakten als um Emotionen. Hier kannst du mit breiten Pinselstrichen arbeiten, um ein Stimmungsbild deines Reiseziels zu zeichnen, oder wie ich es gerne sage: die Seele des Ortes einfangen. Die Details kommen dann im Hauptteil. Eine abschließende Zusammenfassung kann den Artikel abrunden, ich bin aber kein großer Freund davon. Wenn der Leser sich deinen Artikel bis zum Schluss durchgelesen hat (was ohnehin nur selten vorkommt), hat er sich die für ihn wichtigen Informationen bestimmt schon herausgezogen. Ein Schluss bläht den Artikel meist nur unnötig auf. Wenn nicht ausdrücklich vom Kunden gewünscht, würde ich ihn also weglassen.

Tipps für einen eleganten Schreibstil

Die Gliederung steht, die Seite ist voller Notizen, Zahlen und Daten, Satzfragmenten und Formulierungen. Zeit, das Ganze in eine gut lesbare Form zu bringen. Dein Artikel kann noch so vor gut recherchierten, wertvollen Informationen strotzen – wenn er nicht gut geschrieben ist, wird niemand ihn lesen. Das Formulieren ist eine Kunst – zum Glück, sonst wären alle Werbetexter schon längst von Robotern ersetzt worden. Und während es gut und richtig ist, seinem eigenen Stil treu zu bleiben, gibt es einige Tipps, die du beachten solltest, um deinen Text interessant und leicht lesbar machen:

Vermeide Wortwiederholungen.

Sieh dir folgenden Satz an: „Mallorca bietet vielfältige Freizeitmöglichkeiten. Neben malerischen Stränden lockt die Insel Gäste auch mit malerischer Natur und vielfältigen Einkaufsmöglichkeiten“. Wir Menschen sind Gewohnheitstiere. Jeder hat seine Lieblingswörter, die sich immer wieder in den Text einschleichen. „Malerisch“ ist definitiv eines meiner malerischen Lieblingswörter J Wortwiederholungen sind jedoch ein No-Go bei Artikeln, da sie den Text eintönig machen. Bei einem Satz ist das Finden von gleichen Wörtern noch einfach. Aufwändiger ist da schon das Durchforsten ganzer Textpassagen. Zum Glück schickte mir eine Texter-Kollegin den Link zu einem Tool, das sie gebastelt hat. Das Programm durchsucht automatisch den Text, den ihr eingebt, auf wiederkehrende Wörter und markiert diese. Natürlich: Manchmal lassen sich Wortwiederholungen nicht vermeiden. Oder wie viele Synonyme für Strand kennt ihr? Küstenabschnitt? Sandiger Meeresvorplatz? Fällt euch wirklich kein Synonym ein, solltet ihr einen Thesaurus zu Rate ziehen. Zu kreative Formulierungen lassen den Text jedoch unfreiwillig komisch wirken. Meine Faustregel: Das gleiche Wort sollte nie mehr als 3 Mal in einem Abschnitt von etwa 200 Wörtern vorkommen. Und wenn doch, niemals zweimal direkt hintereinander.

Variiere die Satzanfänge.

Ein weiteres Beispiel: „Rügen ist ein Paradies für Wanderer. Malerische Wanderwege führen an hoch erhobenen Steilklippen entlang. Viele Vogelarten bewohnen die uralten Birkenwälder. Die Strände laden zum Baden ein. Restaurants und Strandbars sorgen für das leibliche Wohl der Gäste.“ Was haben diese Sätze gemeinsam? Richtig, sie fangen alle mit dem Subjekt an. Noch zwei Abschnitte dieser Art und jeder Leser legt den Artikel garantiert gelangweilt weg. Variantenreiche Satzanfänge sind das Salz in der Suppe des Textens. Sie halten die Aufmerksamkeit des Lesers hoch und schmeicheln unserem ästhetischen Empfinden. Also einfach einmal mit dem Objekt des Satzes anfangen, oder einer Präposition. „Im Sommer lohnt sich ein Ausflug nach XY…“, „Entspannten Badespass verspricht der See Z…“

Spiele mit verschiedenen Satzarten.

Variierende Satzanfänge sind ein Muss. Verschiedene Satzarten lockern den Artikel weiter auf und sorgen für Abwechslung beim Lesen. Wie wäre es zum Beispiel mit einer rhetorischen Frage? Gerne auch in Kurzform: „Oder soll es ein abgelegener Küstenabschnitt sein? Dann empfiehlt sich ein Abstecher nach…“ Gedankenstriche brechen die Textstruktur ebenfalls wohltuend auf. „Traumstrände, Korallenriffe und geschwungene Hügel – XY ist ein Paradies für Outdoor-Freunde.“ Besonders bei werbenden Artikeln bietet sich auch die direkte Ansprache des Lesers an: „Den besten Espresso in Rom genießen Sie bei…“ Das geht bis zur direkten Aufforderung: „Lassen Sie sich bei einer Schönheitsbehandlung im Hotel XY verwöhnen.“ Als Faustregel gilt: Je informativer und formeller der Artikel sein soll, desto weniger rhetorische Fragen, Einschübe und Anreden darf er enthalten. Doch bei Werbeartikeln wird das Eingehen auf den Leser sogar ausdrücklich gewünscht, um eine emotionale Beziehung aufzubauen.

Fasse dich kurz.

Ja, wir Deutschen mögen lange Sätze. Für unlesbare Wortungetüme muss man nicht einmal die Werke Kants und Hegels zur Hand nehmen. Wer wie ich das Vergnügen hatte, Oberstufen-Klausuren zu korrigieren, weiß, was ich meine. Verständlich eigentlich. Ein Punkt ist so abschließend, so definitiv, und oft ist man so schön im Gedankenfluss… Aber es leuchtet wohl jedem ein: Kurze Sätze sind leichter verständlich als lange. Mehr als drei Kommas sollte kein Satz enthalten und ich halte mich an die Regel: Lässt sich ein Satz sinnvoll teilen, dann mache ich das aus. Als Beispiel dieser Satz: „Neben dem Kunsthaus von Zürich, in dem bedeutende europäische Maler aus fünf Jahrhunderten hängen, kommen Kunstfreunde auch bei den zahlreichen Galerien der Stadt, von denen sich viele rund um das Handwerkerquartier befinden, auf ihre Kosten.“ Dieses Ungetüm lässt sich mindestens noch einmal zerteilen, ohne dass auch nur ein Quäntchen an Information verloren geht. Nur kurze Sätze sind natürlich auch nicht empfehlenswert. Dann wirkt der Text zu abgehackt. Den einen oder anderen Schachtelsatz würde ich meinen Lesern schon zumuten, alleine der Abwechslung halber. Es ist der gesunde Mix, der einen Text interessant macht.

Drücke dich präzise aus.

Vor allem Reiseberichte sind eine subjektive Angelegenheit. Kein Wissenschaftler kann sagen, warum die Leute lieber an Strand A gehen als an Strand B. Auch die Formulierungen in Bewertungsportalen sind meistens sehr persönlich: „Cooler Strand“, „hat mir gefallen“, „Daumen hoch“… Die Kunst bei der Beschreibung von Reisezielen ist es nun, diese Subjektivität auszudrücken, ohne gleichzeitig zu schwammig zu formulieren. Ein Beispiel: „Der Königspalast von Bangkok gehört zu den schönsten Sehenswürdigkeiten der Stadt.“ Das kann schon sein, aber warum? Schau dir dieses Bild an: Was macht diesen Ort so schön? Sind es die Ausmaße, die Proportionen? Der Glanz der Edelsteine oder wie das goldene Dach im Sonnenlicht glänzt? Hab keine Angst davor, das Offensichtliche zu schreiben, denn der Leser hat vielleicht keine Ahnung, wie der Palast von Bangkok aussieht. Es geht darum, den Leser zu überzeugen, am besten durch anschauliche Beispiele. Weitere stark subjektive Wörter sind „groß“ und „ruhig“. „Badegäste finden an der Nordküste einen großen, ruhigen Strand.“ Nicht besonders überzeugend, oder? Wenn du noch ein paar Wörter übrig hast, schreibe doch lieber: „Badegäste finden an der Nordküste einen 7 Kilometer langen Strand, der dank seiner abgeschiedenen Lage immer noch zu den Geheimtipps der Insel gehört.“

Feinschliff und Korrekturen

Es ist vollbracht: Der Artikel ist geschrieben, strotzend vor Informationen und Mehrwert für den Leser. Zum Schluss steht natürlich noch das Korrigieren von Rechtschreib- und Grammatikfehlern. Danach mache ich sofort eines: Ich lege den Text weg und mache etwas anderes. Viele Fehler fallen mir nämlich erst auf, wenn ein bisschen Abstand zu meinem Machwerk gewonnen habe – meistens einen halben Tag. Dann fällt mir plötzlich noch eine viel bessere Formulierung ein. Oder ich merke, dass die eine oder andere Information vielleicht für den Leser gar nicht so interessant ist. Das Ausmerzen von Fehlern ist natürlich eine Sisyphus-Arbeit. Wenn ich merke, dass meine Konzentration nachlässt, lese ich mir den Artikel laut vor. Oder ich gebe ihn in die Maske des Textportals ein und überliege ihn noch einmal. Doch irgendwann muss Schluss sein, denn wir sind alle nur Menschen. Wenn ihr einen Fehler nach dreimaligem Korrekturlesen nicht gefunden hat, wird ihn der Leser wahrscheinlich auch nicht finden.

 

Habt ihr den Text korrigiert, gebt ihr ihn in die Hände eures Auftraggebers oder Lektors – mit dem Wissen, dass ihr einen Schritt weiter seid, der beste Reiseautor aller Zeiten zu werden. Und natürlich in freudiger

Geld verdienen mit dem Texte-Schreiben

Geld verdienen von zuhause oder auf Reisen – das ist für viele ein Traum. Viele Reisende führen einen Blog, den sie liebevoll pflegen. Warum also nicht für andere Leute schreiben und damit Geld verdienen? Ich verfasse seit etwa einem Jahr Werbetexte im Bereich Tourismus und bestreite damit inzwischen nicht nur auf Reisen meinen Lebensunterhalt. In diesem Artikel will ich euch zeigen, wie das geht und wie viel ihr damit verdienen könnt.

  1. Wer bezahlt für Artikel im Bereich Tourismus?

Reiseanbieter und Hotelseiten benötigen alle eines: eine gute Platzierung bei Google. Logisch: Wer auf Seite 1 der Ergebnisse landet, wird angeklickt und verdient damit bares Geld. Um ihr Suchmaschinen-Ranking zu verbessern – Search Engine Optimization oder SEO ist das Stichwort – brauchen diese Seiten gute Texte. Diese sollten bestimmte Key Words beinhalten, denn jedes Keyword generiert im Durchschnitt einen bestimmten Gewinn für die Website, wenn Kunden draufklicken. Gleichzeitig müssen die Texte hochwertig sein, denn niemand liest gerne einen stinklangweiligen, schlecht aufgebauten Artikel, der vor Rechtschreibfehlern nur so strotzt. Aufgrund dieser Nachfrage nach guten Artikeln haben sich einige Agenturen etabliert, die Auftraggebern mit selbstständigen Textern zusammenbringen. Und hier kommt ihr ins Spiel.

  1. Was muss ich mitbringen?

Um mit dem Schreiben loszulegen, braucht ihr eigentlich nur einen Computer und einen Internetzugang. Da ihr eure Artikel online abschickt, könnt ihr von überall arbeiten. Wenn eure Texte angenommen werden, erhaltet ihr das Geld auf euer Bankkonto. Was ihr natürlich mitbringen solltet, ist Freude am Schreiben und eine sichere Beherrschung der deutschen Sprache, denn: ihr seid Freelancer und werdet pro Wort bezahlt. Euer Stundenlohn richtet sich danach, wie schnell ihr schreibt. Gleichzeitig sollten die Artikel natürlich qualitativ hochwertig und fehlerfrei sein. Aber keine Angst, mit der Zeit werdet ihr sicherer werden und vor allem schneller. Auch kritikfähig solltet ihr sein, denn es lässt sich nicht vermeiden, dass mal ein Artikel mit Änderungswünschen zurückkommt. Denkt dran: Ihr schreibt für Kunden, die euch dafür bezahlen. Ihr solltet also flexibel sein und euch unterschiedlichen Wünschen anpassen können. Das kann herausfordernd sein ist aber, wie alles andere, eine Frage der Übung.

Es gibt inzwischen mehrere Seiten, auf denen ihr euch anmelden könnt, um als Texter zu arbeiten. Ich stelle im Folgenden drei Webseiten vor, mit denen ich selbst Erfahrungen gemacht habe:

Content.de

Mit dieser Seite habe ich angefangen. Um euch anzumelden, müsst ihr einen Rechtschreib- und Grammatiktest bestehen sowie einen kurzen Probeartikel einreichen. Dann werdet ihr vom Content-Team je nach Qualität eures Textes eingestuft, von 2 bis 5 Sternen. Dies ist wichtig, denn jeder Kunde kann entscheiden, welche Stufe sein Auftrag haben soll. Als Stufe 4-Autor könnt ihr auch nur Aufträge der Stufe 4 oder niedriger annehmen. Je nach Stufe erhaltet ihr einen bestimmten Betrag pro geschriebenem Wort: Auf der niedrigsten Stufe sind es 0,80 Cent pro Wort, auf der höchsten 4,50 Cent pro Wort. Kein großes Taschengeld. Daneben gibt es die Direct Orders, bei der euch Kunden direkt einen Auftrag erteilen. Hier könnt ihr den Wortpreis selbst festlegen. So weit die Basics. Ich habe für content.de nur wenige Texte geschrieben, weil der Auftragspool im Bereich Tourismus sehr mager ist. Darum gehe ich gleich weiter zur nächsten Textbörse:

Textbroker.de

Die älteste Textbörse im deutschsprachigen Raum funktioniert ähnlich wie content.de, auch die Verdienstmöglichkeiten sind in etwa gleich. Ihr erstellt euren Account und reicht einen Probetext ein. Anschließend erhaltet ihr eine Einstufung von 2 bis 5 Sternen, die sich verbessern kann, wenn ihr konstant gute Qualität abliefert. Eure Texte werden nämlich nicht nur von den Auftraggebern, sondern auch vom Textbroker-Team bewertet. Ich wurde nach etwa 6 Monaten auf 5 Sterne hochgestuft, womit mir besser bezahlte Aufträge zur Verfügung standen. Was mir erst einmal nichts gebracht hat, denn ähnlich wie auf content.de existieren im Bereich Tourismus kaum Aufträge mit 5 Sternen. Beim Großteil handelt es sich um 4 Sterne-Texte, die mit 1,5 Cent pro Wort bezahlt werden. Der große Vorteil an einer 5-Sterne-Bewertung ist, dass Kunden auf euch aufmerksam werden und euch mit etwas Glück sog. Direct Orders erteilen. Aber dazu in einem eigenen Abschnitt mehr.

Nach eurer Einstufung könnt ihr Aufträge aus dem Pool annehmen. Die Kategorien entsprechen ungefähr denen von content.de, nur dass im Bereich Reisen und Tourismus deutlich mehr Aufträge zu finden sind. Seit ich angemeldet bin, waren immer mindestens 20 Aufträge gleichzeitig verfügbar. Reiseanbieter scheinen also Textbroker.de zu bevorzugen. Habt ihr euren Text geschrieben und alle geforderten Keywords untergebracht, schickt ihr den Artikel ab. Die Plagiatprüfung läuft im Hintergrund. Wenn sie Alarm schlägt, bekommt ihr den Text zur Überarbeitung zurück. Ein wichtiger Unterschied: Anders als bei content.de könnt ihr hier nur einen Auftrag gleichzeitig annehmen. Erst wenn ihr ihn abschickt, ist der Auftragspool für euch wieder sichtbar. Nimmt der Kunde euren Text an, erhaltet ihr das Geld gutgeschrieben. Ansonsten bekommt ihr ihn zur Änderung zurück. An dieser Stelle wird es Zeit für einen kleinen Exkurs.

Was passiert bei Uneinigkeiten zwischen Auftraggeber und Autor?

Als Texter versucht ihr natürlich, die Vorgaben des Briefings zu erfüllen. Dennoch kommt es manchmal zu Unstimmigkeiten, wenn der Artikel nicht den Wünschen eures Auftraggebers entspricht. Wenn ihr mit den Änderungswünschen nicht einverstanden seid, könnt ihr euch an den Textbroker-Support wenden, der versucht, schlichtend einzugreifen. Das ist mir persönlich bisher nur einmal passiert: Ein Kunde gab einen Text über die 10 schönsten Sehenswürdigkeiten in Dubai in Auftrag und lehnte meinen Artikel ab, weil er zwei Sehenswürdigkeiten nicht enthielt, die der Kunde gerne drin gehabt hätte. Stattdessen sollte ich zwei andere Sehenswürdigkeiten streichen. Der Support riet mir, das mit dem Kunden zu klären, was ich auch tat. Ich schrieb zurück, dass ich es nicht einsehe, etwas am Text zu ändern, das aus dem Original-Briefing nicht ersichtlich ist. Aus Kulanz änderte ich jedoch eine Sehenswürdigkeit und der Kunde nahm den Text schließlich an. Ob der Textbroker-Support zu seinen oder meinen Gunsten entschieden hätte, kann ich nicht sagen. Ich denke aber, man sollte eine gesunde Mitte finden: Einerseits sollte man sich auch als Auftragnehmer nicht alles gefallen lassen und nicht jede ungerechte Forderung erfüllen. Etwas Entgegenkommen ist jedoch angebracht, denn: ein unzufriedener Kunde könnte euch mit einer schlechten Bewertung eure Statistik versauen und: Zufriedene Kunden sind eher bereit, euch Direct Orders zu erteilen, die eure Verdienstmöglichkeiten steigern. Wie gesagt, das war der einzige Konflikt mit einem Kunden. Ansonsten bin ich mit Textbroker.de sehr zufrieden. Das Interface ist übersichtlich und einfach zu bedienen, der Auftragspool ist immer voll und die Kunden meistens sehr umgänglich. Der Verdienst kann zu Beginn etwas mager ausfallen, steigert sich jedoch mit der Zeit.

Team Orders und Direct Orders zur Verdienststeigerung

Zusätzlich zu den Open Orders, die alle Autoren annehmen dürfen, solange sie die erforderliche Einstufung haben, gibt es noch zwei weitere Kategorien: Team Orders stehen einer bestimmten Gruppe von angemeldeten Textern zur Verfügung. Es gibt offene Teams, denen jeder beitreten kann, und geschlossene Teams, in die man eingeladen wird. Die Honorare in den geschlossenen Teams sind meistens, aber nicht immer, höher als die Vergütung für Open Orders. Direct Orders erhaltet ihr, wie der Name schon sagt, von Auftraggebern, die euch direkt anschreiben. Das Interessante: Hier könnt ihr den Preis selbst bestimmen. Standardmäßig werden Direct Orders mit 2,8 Cent pro Wort vergütet: Das ist doppelt so viel wie das Honorar für offene Aufträge.

Trips by Tips

Diese Berliner Webseite unterscheidet sich von den doch sehr ähnlichen Seiten content und textbroker. Es handelt sich um eine Textbörse, die sich ausschließlich an Kunden im Bereich Touristik und Reisen wendet. Ideal also für Reiseautoren wie mich. Das Bewerbungsverfahren ist ähnlich: Ihr schreibt einen Probetext als Bewerbung. Jedoch erhaltet ihr hier keine Sterne-Einstufung, ihr werdet entweder angenommen oder abgelehnt. Wurde euer Text akzeptiert, seid ihr in der Probephase. Das heißt, ihr nehmt aus dem Auftragspool drei Aufträge an und bearbeitet diese. Werden diese Texte ebenfalls angenommen, habt ihr die Probephase beendet und könnt so viele Aufträge gleichzeitig annehmen wie ihr möchtet. Der größte Unterschied zu anderen Textbörsen ist, dass Tripsbytips eine eigene Redaktion besitzt, quasi als Bindeglied zwischen Kunde und Autor. Das heißt, ihr habt mit dem eigentlichen Auftraggeber nichts zu tun. Zu jedem Artikel erhaltet ihr ein Feedback mit Anmerkungen und einer Sterne-Bewertung. Warum es diese gibt, hat sich mir bisher noch nicht erschlossen, da die Sterne keine Auswirkungen haben, welche Aufträge ihr annehmen dürft. Entspricht euer Text nicht den Wünschen der Redaktion, müsst ihr ihn überarbeiten. Ein weiteres Charakteristikum von TripsbyTips ist das Bonusprogramm. Besteht euer Text auf Anhieb die Prüfung der Redaktion, erhaltet ihr 1/3 des Honorars als zusätzliche Prämie. Gewissenhaftes Arbeiten lohnt sich also. Glücklicherweise scheint diese Regelung nicht in Stein gemeißelt zu sein. Ich habe zum Beispiel einmal einen Artikel zur Bearbeitung zurückerhalten und den Bonus trotzdem bekommen – wahrscheinlich, weil es ein recht langer Artikel war (1300 Wörter) und sich die Änderungen in Grenzen hielten. Oder TripsbyTips will seine erfahrenen Autoren mit guter Bewertung bei der Stange halten, denn – und das ist das Erfreuliche: Der Auftragspool ist immer voll. In 6 Monaten habe ich ein einziges Mal eine Flaute erlebt, die jedoch nur einen Tag anhielt. Teilweise wurde ich sogar mit der Bitte angeschrieben, etwas mehr zu schreiben. Arbeit gibt es also genug. Auch die Verdienstmöglichkeiten sind besser als bei textbroker und content. Pro Wort erhaltet ihr hier, je nach Auftrag, fast das Doppelte. Den Qualitätsbonus habe ich bereits erwähnt. Dazu kommt noch der Vielschreiber-Bonus: Schreibt ihr mehr als 10 Texte im Monat, erhaltet ihr noch einmal 10% des monatlichen Honorars obendrauf, bei 50 Texten sind es 15%. Alles darüber hinaus halte ich für unrealistisch, allein schon, weil die Redaktion teilweise 2 Wochen braucht, um einen Text abzunehmen. Trotzdem verdient ihr mit TripsbyTips besser als bei den anderen Seiten. Die Kehrseite der Medaille: Meiner Erfahrung nach sind die Aufträge auch deutlich anspruchsvoller. Seitenlange Briefings mit engen Vorgaben und vielen spezifischen Keywords sind keine Seltenheit. Es sind vor allem die großen Reiseanbieter und Hotelseiten, die sich bei Tripsbytips Texte kaufen, dementsprechend muss die Qualität stimmen. Die Redaktion würde ich als streng, professionell und fair bezeichnen. Ich musste oft Texte ändern, jedoch immer mit guter Begründung. Auch habe mich meistens ausführliches Feedback erhalten und konnte somit meinen Schreibstil weiter entwickeln. Alles in allem bin ich mit Tripsbytips sehr zufrieden. Durch den Qualitäts- und den Vielschreiberbonus lässt sich hier gutes Geld verdienen, wenn man sich erst einmal eingearbeitet hat.

 

Verdienstmöglichkeiten und eigene Erfahrungen

 

Wie viel lässt sich nun mit dem Schreiben realistischerweise verdienen? Oder konkreter: Wie viel verdiene ich im Moment mit dem Schreiben?

Wie gesagt, verfasse ich seit einiger Zeit nur noch Texte für textbroker und Tripsbytips, nachdem auf content.de nur noch wenige Aufträge in meinem Fachgebiet verfügbar sind. Die schlechte Nachricht zuerst: Am Anfang habe ich mit dem Schreiben fast nichts verdient. Das war zum einen der schlechten Vergütung für Open Orders geschuldet – 1,5 Cent pro Wort sind nun einmal nicht besonders viel. Zum anderen war ich noch viel zu langsam und zu perfektionistisch. Man muss sich schon fragen, wie viel Zeit und Aufwand man in einen Artikel stecken sollte, der einem gerade einmal 6 Euro einbringt. Doch das Schreiben gefiel mir und das positive Feedback ermutigte mich, dran zu bleiben. Mit der Zeit wurde ich schneller: Aus einer Seite in zwei Stunden wurden schnell zwei, aus 5 Euro Stundenlohn immerhin 6, dann 7 und so weiter. Außerdem fing ich an zu recyclen. Natürlich kann ich nicht den gleichen Artikel zweimal abgeben, schon gar nicht, wenn ich am ersten Artikel kein Copyright mehr habe. Aber das schöne an Reiseberichten ist ja: Die Ziele sind oft die gleichen: So brauche ich vielleicht etwas mehr Zeit für einen Artikel über ein Reiseziel, mit dem ich mich überhaupt nicht auskenne. Beim zweiten Text zum gleichen Thema spare ich mir aber schon den Rechercheaufwand und kann bereits vorhandene Ideen einfach umformulieren. Dazu kam nach einiger Zeit der Qualitätsbonus von TripsbyTips, immerhin ein Drittel mehr Geld. Und natürlich noch der Vielschreiberbonus, wenn ich fleißig war.

Meine größte Verdienststeigerung kam jedoch durch die Direct Orders auf textbroker.de. Die Kunden sehen sowohl eure Bewertung als auch die Anzahl der Texte, die ihr bereits erfolgreich abgegeben habt. Viele Auftraggeber suchen nach erfahrenen Autoren und sind bereit, für gute Qualität ein paar Euro mehr auszugeben. So kamen mit der Zeit Anfragen von Direktkunden, die mir einen erfreulichen Zustrom an Aufträgen bescherten und immer noch bescheren. Ich bin mittlerweile geübt genug im Texten, dass ich an einem durchschnittlichen Tag etwa 1.500 Wörter schreibe – ungefähr 3 Word-Seiten also. Dafür bekomme ich 42 Euro. Meistens schreibe ich 5 Stunden am Tag, 6 Tage die Woche, das ergibt einen monatlichen Verdienst von 1.092 Euro. Nicht schlecht, wenn man bedenkt, dass ich dafür nicht einmal das Haus verlassen muss. Wenn ich im Moment in Deutschland leben würde, und nicht im viel günstigeren Thailand, würde ich auch noch 500 Wörter am Tag mehr schreiben. Mehr als 2.000 Wörter am Tag halte ich jedoch für unrealistisch. Auch das Schreiben ist auf Dauer anstrengend, und das nicht nur für die Tippfinger. Auch würde die Qualität der Texte wahrscheinlich darunter leiden. Obwohl ich mit den hier vorgestellten Textbörsen zufrieden bin, ist es mein langfristiges Ziel, mich von Seiten wie Tripsbytips und textbroker zu lösen und mir einen Stamm von Kunden aufzubauen, die mich direkt bezahlen. Doch im Moment bin ich mit dem Verdienst im Verhältnis zum Arbeitsaufwand mehr als zufrieden.

Habt ihr Lust, selbst Vollzeit als Texter zu arbeiten? Oder wollt ihr einfach nur eure Reisekasse aufbessern. Dann seht euch diese Tipps von mir an, die euch dabei helfen, mit dem Texten anzufangen.

 

 

Koh Larn

Kennt ihr das? Ihr seid im Großstadtdschungel von Bangkok unterwegs und sehnt euch danach, die Füße in den Sand zu stecken? Gleichzeitig habt ihr wenig Zeit oder seid einfach zu bequem, die 8-stündige Fahrt nach Koh Samui anzutreten? Dann dürfte Pattaya euer nahe liegendes Ziel sein. Wortwörtlich, denn der legendäre Ferienort liegt nur 3 Stunden von Bangkok entfernt. Jede Stunde fährt ein Bus, gerne auch direkt vom Flughafen – bequemer geht es kaum. Jetzt ist Pattaya natürlich kein tropisches Paradies mehr – um es einmal vorsichtig auszudrücken. Selbst der ruhigere Strand von Jomtien ist schon recht überlaufen, alles andere als malerisch und einfach nichts Besonderes. Strandfreunde wird es daher auf Koh Larn ziehen, eine kleine Insel vor der Küste Pattayas.

Die Anreise mit der Fähre kostet nur 30 Baht (0,82 Euro). Schneller und teurer ist das Speed Boat. Die Fähre legt am Tawaen Beach Pier auf der Nordseite der Insel an. Rechterhand vom Steg befindet sich dann auch der erste Strand. Das Wasser ist hübsch türkisblau, aber der Badebereich ist dann doch recht klein. Nicht einmal die Fläche eines Fußballfelds ist hier mit Bojen umzäunt. Eher eine große Badewanne, fehlen nur noch die Schwimmflügel. Den kichernden chinesischen Touristen scheint es nichts auszumachen. Den Tamaen Beach könnt ihr getrost in die Tonne kloppen. Hier sind viel zu viele Menschen. Zum Glück warten etwas weiter schon die roten Sammeltaxis, die euch für 30 Baht zu schöneren Küstenabschnitten bringen:

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hübsches Wasser und wenig Platz – der Strand am Tawaen Pier

Zum Beispiel zum Samae Beach. Dieser Strand ist weitläufiger und nicht ganz so überlaufen. Für Koh Larn-Verhältnisse zumindest. Eine Sonnenliege lässt sich natürlich immer mieten, aber natürlicher Schatten ist Mangelware. Ich habe mich neben einen Stapel ausleihbarer Plastikringe gelegt und war damit vor der Sonne geschützt. Das Wasser ist erfreulich sauber, klar und vor allem nicht so pisswarm wie im Süden Thailands (Krabi, Phuket). Spätestens am Samae Beach dürftet ihr euch fragen: „Hä, warum sprechen alle Russisch?“ Aber es ist so: Aus irgendeinem Grund ist Koh Larn (wie ganz Pattaya) ein beliebtes Ziel für russische Urlauber. Hoffentlich hat das Putin noch nicht mitbekommen, denn sollte die Zahl der Russen die Zahl der Thailänder übersteigen, ist bestimmt mal wieder Zeit für eine kleine Annexion…

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Samae Beach

Am Strand liegen ist mit der Zeit auch öde, darum lohnt sich ein Spaziergang zum kleinen Aussichtspunkt im Norden. Von hier aus überblickt ihr den Strand und das tiefblaue Meer. Noch weiter nördlich liegt der kleinere Tien Beach. Nehmt bloß kein Sammeltaxi, es sind zu Fuß wirklich nur 10 Minuten und der Weg bietet viel Schatten. Dieser Strand sieht fast so aus wie Samae Beach – nur das Panorama ist etwas schöner. Aber viel mehr Platz habt ihr hier auch nicht. Koh Larn trägt übrigens den Spitznamen „Coral Island“. Warum, ist mir persönlich ein Rätsel. Ich habe keine einzige Koralle gesehen. Ein paar Fische und das war´s . Kein Wunder jedoch, wenn man die Touristenmassen bedenkt, die alles niedertrampeln.

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Weiter geht’s Richtung Süden, zum Nual Beach. Für mich persönlich der schönste Strand Koh Larns. Vor allem könnt ihr hier auch ganz links im Schatten der Bäume liegen, wenn ihr ein Plätzchen findet.

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Nual Beach

Für mich war es das schon. Ich hatte meine dringend benötigte Dosis Sonne und Meer bekommen und machte mich auf den Rückweg nach Pattaya. Die Fähre fährt vom Bali Hai Pier ab, somit könnt ihr einen schönen Rundweg über die Insel machen. Beliebt bei Touristen ist auch das Fahren mit dem Motorroller. 300 Baht kostet der Spass, der sich nur lohnt, wenn ihr wirklich den ganzen Tag auf Koh Larn bleibt. Dann könnt ihr auch zum Windmill Viewpoint fahren. Viel zu sehen gibt es dort jedoch auch nichts. Die Straßen sind gut in Schuss, alles ist sauber und die Vegetation ist hübsch. Koh Larn ist eine Insel, die Lust auf die wahren Juwele Thailands macht. Mehr aber auch nicht.

Aber ich will nicht unfair sein: Insgesamt bekommt ihr auf Koh Larn das, was man angesichts der Nähe zu Pattaya und Bangkok erwarten kann: eine leicht erreichbare Ferieninsel mit netten Stränden, klarem Wasser und vor allem vielen Besuchern. Paradiesische Tropenkulissen wie in der James Bond-Bay, auf Koh Chang oder der Halbinsel Railey sucht ihr dort jedoch vergebens.