Taal Volcano & Tagaytay

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Reisen macht Spass, besonders auf den Philippinen. Trotzdem lässt sich hin und wieder eine Enttäuschung nicht verhindern, vor allem, wenn die Informationen im Internet völlig veraltet oder gar falsch sind, wenn man vor verschlossenen Toren steht oder die Preise viel teurer sind als erwartet. Meine Reise zum Taal Vulkan muss ich als eine solche Enttäuschung abbuchen, aber aus Fehlern lernt man, und zumindest kann ich in diesem Beitrag ein paar aktuelle Informationen liefern, die dem ein oder anderen vielleicht eine Enttäuschung ersparen.

Der Taal Vulkan, etwa 2 Stunden südlich von Manila, hält einen weltweiten Rekord: Der Vulkan liegt auf einer Insel. Auf dieser befindet sich eine Insel und auf dieser liegt ein weiterer See, auf der wieder eine Insel liegt. Es handelt sich also um „die weltgrößte Insel in einem See auf einer Insel in einem See auf einer Insel“ (Wikipedia). Klingt verwirrend? Macht nichts. Wichtig ist eigentlich nur, dass der Taal Volcano, die Taal-Insel, der See oder was auch immer, zu den beliebtesten Sehenswürdigkeiten Luzons gehört. Wie kommt man also hin?

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Der Taal Vulkan von oben (Quelle: Wiki Commons)

Der einfachste Weg führt von Manila aus mit dem Bus nach Tagaytay, der nächst gelegenen Stadt am Vulkan. Die Strecke wird von vielen Reisebussen befahren und dauert nur 2 Stunden. Von Mindoro im Süden kommend beginnt man die Reise am besten in Batangas; allerdings muss man von dort erst den Bus nach Turbina nehmen und dann in einen Van nach Tagaytay umsteigen, der erst losfährt, wenn er wirklich voll ist (und zwar die philippinische Interpretation von „voll“, nicht die westliche!) Reisende, die von Bicol aus kommen, sollten versuchen, in Turbina oder alternativ in Calamba (SB Calamba) auszusteigen und ebenfalls den Van nehmen.

In Tagaytay selbst ist die Auswahl an bezahlbaren Unterkünften begrenzt. Die günstigste Herberge ist das Country Living Hostel, recht versteckt gelegen in einer Ferienanlage hinter dem Metrobank-Komplex (nicht zu verwechseln mit dem Country Hotel). Hier zahlt man für eine Nacht 500 Pesos (7,5 Euro) im Schlafsaal.

Bereits auf der Fahrt nach Tagaytay kann man einen Blick auf den Kratersee und den Vulkan erhaschen, der unterhalb der Stadt liegt. Leider fährt kein Bus zur Bootsanlegestelle, die etwa 10 KM von Taygaytay entfernt liegt, darum ist man auf Tricycles angewiesen. Diese sind zur Genüge vorhanden und lassen sich auf 150 Pesos (2,25 Euro) pro einfache Fahrt herunterhandeln. Ist man dann endlich am Ufer das Taal-Sees angekommen, wird es Zeit, ein Boot für die Überfahrt zu mieten.

Hier erlebte ich dann eine böse Überraschung. Der Preis für eine Überfahrt und zurück beträgt offiziell 2.000 Pesos pro Boot. (Auf dem unteren Bild sieht man ein Schild, auf dem die „offiziellen“ Preise zu sehen sind. Jedoch sieht jedes dieser „offiziellen“ Schilder anders aus, sodass es unmöglich ist, eine verbindliche Auskunft zu bekommen). Auf einem Boot finden 7 Leute Platz. Legt man die Kosten also auf die Passagiere um, zahlt man im Idealfall also nur 4 Euro. Als Einzelperson liegt es nahe, sich eine Reisegruppe zu suchen, mit der man sich das Boot teilen kann. So habe ich es zumindest bei den Island Hopping Touren in Puerto Princesa und El Nido gemacht. Dies wird jedoch von den Bootsbesitzern am Ufer mit allen Mitteln verhindert. Man kann sogar zu einem Ressort direkt am Ufer gehen, wo Reisegruppen auf ihr Boot warten und wahrscheinlich liebend gerne noch einen Passagier mitnehmen würden, um die Kosten zu senken. Es ist jedoch nicht erlaubt, einer bereits bestehenden Bootsgruppe beizutreten. Der fadenscheinige Grund, der mir vom Management gegeben wurde, war: „In Vergangenheiten ist es zu Konflikten gekommen, wenn Reisende beim Taal-Vulkan angekommen sind, und sich nicht einigen konnten, wann sie zurückfahren wollen.“ Diese Erklärung ist für mich eine billige Ausrede, denn auch bei den Island Hopping-Touren in Palawan schaffen es die Passagiere, sich zu einigen, wann sie mit dem Boot weiter- oder zurückfahren wollen. Dort helfen einem die Tourveranstalter sogar dabei, eine Gruppe zu finden, während dies beim Taal-Vulkan schlicht sabotiert wird. Der Grund liegt meiner Meinung nach einfach in der Geldgier der Bootsbesitzer. Allein der Preis von 2000 Pesos für eine 20-minütige Bootsfahrt ist eine Frechheit. Aber als Einzelperson ein Boot für mich zu mieten, auf dem noch 6 andere Personen Platz hätten, erschien mir einfach idiotisch. Auch wenn mir die Bootsführer preislich entgegenkamen, bestand ich darauf, mit einer Gruppe mit zu fahren, was jedoch nicht gewährt wurde.

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An diesen Preisen kann man sich orientieren. (Stand: Mai 2018)

Fazit: Ich wäre gerne zum Taal-Vulkan gefahren. Bereits aus der Ferne ist sein Anblick beeindruckend und die Wanderung zum Rand des Kraters soll sich wirklich lohnen, zumindest laut Aussage anderer Reisender, die ich dort getroffen habe. Allerdings war es mir wichtiger, die dreiste Abzocke der Bootsbesitzer abzustrafen als ein paar schöne Bilder zu posten. Ich kann allen Alleinreisenden nur davon abraten, zum Taal-Vulkan zu reisen, lediglich in einer Gruppe von mehreren Personen ist der Preis angemessen.

Makiling Forest Reserve

Ich wollte nicht ganz umsonst nach Tagaytay gefahren sein, darum entschied ich mich, eine weitere Attraktion zu besuchen: Den ebenfalls aktiven Makiling Vulkan, auf dem man wandern kann.

Wieder waren keine aktuellen Informationen zur Anreise verfügbar, darum hier die Wegbeschreibung: Von Tagaytay Central Bus Terminal nimmt man den Van nach SB Calamba, und von dort den Jeepney nach Los Banos. Hier kann man einen weiteren Jeepney Richtung „Forestry“ nehmen, die Universität für Land- und Forstwirtschaft. Diese verwaltet den Zutritt zum Makiling. Der Eintritt kostet nur 10 Pesos (15 Cent). Je nachdem, wie früh man ankommt, hat man verschiedene Möglichkeiten: Ich hatte eigentlich vor, den 8 KM langen Aufstieg zum Gipfel des Makiling zu wagen. Dies ist jedoch nur für Besucher möglich, die vor 09:00 Uhr Morgens erscheinen, da der Park um 16:00 Uhr schließt. Wenn man später ankommt, kann man zu zwei Sehenswürdigkeiten wandern: den nur 1 KM entfernen Flat Rocks und den 5 KM entfernten Mud Springs.

Bei den Flat Rocks handelt es sich, wie der Name schon sagt, um nichts anderes als große flache Felsen an einem Flusslauf. Hier kann man herumklettern und sich das Gesicht mit kühlem Wasser waschen, einen richtigen Wasserfall zum Schwimmen gibt es dort jedoch nicht.

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Flat Rocks

Interessanter sind die Mud Springs. Dabei handelt es sich um heiße Schwefelquellen, die das Wasser auf 80° Celsius erhitzen. Dies zeigt sich in dichtem Dampf und erinnert einen daran, dass man auf einem immer noch aktiven Vulkan herumwandert. Der Wanderweg ist asphaltiert, dank des steilen Anstiegs und der schwülen Hitze anstrengend genug, jedoch nicht besonders malerisch. Dennoch gibt es einige sehenswerte Fleckchen in der Forest Reserve, zum Beispiel die Picknick-Stelle. Alles in allem lohnt sich ein Ausflug zum Wandern schon wegen des geringen Preises, auch wenn die Anfahrt von Tagaytay aus etwas umständlich ist.

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Die Mud Springs in der Makiling Forest Reserve

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Meine Reise in die Gegend um den Taal-Vulkan war also nicht ganz umsonst, trotzdem gehört diese nicht zu den Orten, die man unbedingt besuchen muss, wenn man auf den Philippinen unterwegs ist. Selbst die kleinen Städte wie Tagaytay, Calamba und Los Banos waren mir zu entwickelt und überfüllt und lassen den Charme der Provinz vermissen. Auch ist es recht anstrengend, sich alle Informationen vor Ort einzuholen, da die Gegend noch nicht für den ausländischen Tourismus, geschweige denn für Backpacker erschlossen ist. Dementsprechend habe ich auch kaum ausländische Reisende getroffen. Fazit: Wer unbedingt einmal einen Vulkan sehen will, der einen Weltrekord hält, der sollte zum Taal reisen. Allen anderen kann ich die anderen Destinationen, über die ich geschrieben habe, mehr ans Herz legen. Dort erlebt man die schönen Seiten der Philippinen einfacher und entspannter, oft auch günstiger.

Moalboal

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A few hours after my encounter with the whale sharks I took the bus to Moalboal and reached the place about 2 hours later. My first stop after checking in at the Le Village Hostel, was Panagsama Beach. The beach is especially famous for its coral reef and lost much of its original size during a taifun in the year 1984. Nonetheless, you can enjoy the sun there and swim in the crystal clear water. The quality of the beach is good, but there are definitely beaches with finer sand in the Philippines. However, the beach is a popular Snorkeling spot.

Moalboal is first and foremost a diving spot, hence the many diving centres at the beach. There you can also find a wide variety of restaurants. However, they are comparably expensive. If you want to enjoy cheap, authentic food, you should leave the beach behind and go to Malboal proper, roughly 3 km away.

There you should step into an Eatery at the pier, where they do not even have a menu, but just some pots with today´s meals. I found the food there not only cheaper, but also better – the Chicken Curry and the bamboo sprouts were particularly tasty. A full meal should not cost you more than 100 Pesos (2 USD), 1/3 of what you would pay in a restaurant. Like always in South East Asia, it pays to look for a meal off the beaten path.

The next morning I visited one of Moalboal´s main attractions – the Kawasan Falls. Coming from a hostel in Panagsama Beach road, they can easily be reached, first via motorbike taxi to Moalbial Proper, and then via Bus to Santander. The ride takes about 45 minutes and costs 30 Pesos (60 Cents). Your stop is the modern Catholic church, where you go left and walk to the waterfalls. The entrance fee is 45 Pesos (90 Cents).

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Even the path to the Kawasan Falls is idyllic. Under lush palm strees you followe a clear, blue river, used by the locals to wash their laundry. At the falls many people take the Canyoneering tour, which costs 1000-2000 Pesos (20-40 USD) depending on the organizer. However, you can also swim in the waterfalls and jump from platforms without paying for the tour. Because of severe sunburn, I refrained from getting in the water. Instead, I wandered through the area and enjoyed the idyllic nature. After the last waterfall, one can take a narrow djungle path that leads up a hill. From there, away from the tourists, you can enjoy a scenic view of the valley below.

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Das Wasser beeindruckt durch seine türkisblaue Farbe. Man muss jedoch mit vielen Touristen rechnen.

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The locals make small campfires to keep the mosquitos at bay.

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The next morning, I finally wanted to go Snorkeling at the coral reef. The convenient thing is that Panagsama beach was, for the most part, eroded by the last taifun. Therefore, you don´t have to walk very far to be able to dive down. At the beach you can rent Snorkeling gear for 250 Pesos (5 USD) plus underwater cameras for 500 Pesos (10 USD).

The reef topped all my expectations. The water is clear, especially in the morning the waves are not very strong, and the sight was excellent. You can see a wide variety of fish there, from small clown fish, over neon fish, to baby barracudas jumping out of the water. I even saw a sea snake surfacing a few metres next to me. Moalboal is also known for its sea turtles that can be seen in abundance there. I saw 4 turtles that were not startled by my presence at all. Apparently, the left side of the beach is very good for spotting turtles, but I was able to spot them everyhwere really. If you swim out a bit farther, the reef takes a deep plunge, and swarms of sardines can be seen.

You can go Snorkeling at the reef the whole day, but I would avice to go in the morning. Not only will the visibility be lowered by stronger tides. The reef also turns into a busy spot for boats come mid-day, and many boat captains can get quite irritated by non-paying German tourists swimming in the way. At 2 PM Snorkeling was not really enjoyable anymore.

The pictures below do not really do justice to the abundance of marine life that I saw at the reef, but they can provide an idea of what to expect there.

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The sea turtles are not shy at all.

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At last, a word of warning!

Even if you are already tanned – if you are travelling to the Philippines, bring sufficiently strong sun block. The sun is deadly with a UV index of 11 (extreme!) being no exception. Even if it is cloudy, the UV rays can severely burn you – expecially in the water. I learned the hard way and was probably still lucky. This picture shows my back after 6 hours of Snorkeling (while it was mostly cloudy, even raining!).

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Sablayan (Mindoro)

Im Süden von Puerto Galera liegt ein Ort, der mit malerischer Landschaft, traumhaften Stränden und dem größten Atoll-Riff der Welt lockt: Sablayan. Der Ort, dessen Tourismusindustrie sich gerade zu entwickeln beginnt, ist etwa 6 Stunden von Puerto Galera entfernt und liegt in Occidental Mindoro. Von Puerto Galera kommend nimmt man am besten die Fähre nach Abra de Ilog (Dauer: etwa 1 Stunde, Kosten: 230 Pesos = 3,50 Euro), da es keine gute Landverbindung von Puerto Galera aus gibt. Von Abra fährt alle 2 Stunden ein Bus nach Sablayan, der noch einmal 220 Pesos (3,30 Euro) kostet. In Sablayan angekommen, nimmt man sich entweder ein Tricycle ins Stadtzentrum, oder geht die 20 Minuten zu Fuß. Es gibt eine moderate Auswahl an Hotels und Hostels, auch für den kleinen Geldbeutel. Wer direkt am Wasser wohnen möchte, kann für wenig Geld im Emily Hotel einkehren, darf jedoch nicht mit Internetzugang rechnen. Etwas besser ist es entlang der Hauptstraße: Das La Sofia Hotel bietet günstige Einzelzimmer (350 Pesos = 5,25 Euro / Nacht) mit erstaunlich gutem WLAN und Gemeinschaftsbad.

Viel gibt es in der kleinen Stadt nicht zu sehen – darum sollte der erste Weg zum Eco Tourism Centre führen, wo man sich erst einmal als Besucher registriert und sich über die verschiedenen Angebote informieren kann. Die vielen Mitarbeiter(innen) sind sehr hilfsbereit und arrangieren auch gerne den Anschluss an eine Reisegruppe, wenn man (wie ich) alleine reist. Meistens ist es dennoch eine Frage des Glücks, ob es gerade eine Gruppe gibt, die zum gewünschten Ausflugsziel reisen will.

North Pandan Island

Natürlich ist das Apo Reef das beliebteste Ausflugsziel der Region. Wer jedoch nicht 6 Stunden auf einem Boot verbringen will und nicht so viel Geld ausgeben möchte, ist mit North Pandan Island bestens beraten: Die kleine Insel liegt nur 20-30 Bootsminuten von Sablayan entfernt und bietet zwei gute Spots zum Schnorcheln, feinen Sandstrand und Restaurants, Bars und ein Resort, in dem man übernachten kann. Ein Boot, das vom Emily Hotel abfährt, bekommt man für 400 Pesos (6 Euro), dazu kommt die Umweltgebühr auf der Insel (230 Pesos = 3,50 Euro). Mit einer geliehenen Schnorchel-Ausrüstung für 150 Pesos (2,25 Euro) kann man zur Unterwasser-Erkundung aufbrechen und wird sicher nicht enttäuscht werden. Nahe der Bootsanlegestelle findet man keine Korallen, dafür aber große Sardinenschwärme und (zumindest bei meinem Besuch) Meeres-Schildkröten mit erstaunlicher Größe. Etwas weiter links wird die Küste felsiger. Schwimmt man hier etwas weiter hinaus, gelangt man zu einem, meiner Meinung nach zu den schönsten in den Philippinen gehörenden Korallenriff. Das Riff muss sich mit seinen bunten Korallen und der Vielfalt an Fischen nicht verstecken vor dem bekannteren Apo Reef, und ist dazu noch einfacher zu erreichen.

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Apo Reef

Um zum Apo Reef zu gelangen, fragt man am besten im Eco Tourism Office nach einer Reisegruppe. Diese kann bis zu 13 Personen groß sein – die maximale Kapazität des Boots. Da man einen festen Preis für das Boot bezahlt, kann man die Kosten auf die Anzahl der Passagiere verteilen; bei einer 10-köpfigen Gruppe würde man alleine also etwa 650 Pesos (10 Euro) bezahlen. Dazu kommt dann noch die Gebühr auf der Insel, die mit 750 Pesos (11,25 Euro) einfach nur als unverschämt hoch bezeichnet werden muss! Nicht falsch verstehen: Die Insel ist wirklich malerisch: Man kann dort schwimmen, durch einen Mangrovenwald zu einer abgeschiedenen Lagune wandern, auf dem Leuchtturm eine wunderschöne Aussicht genießen und am Riff schnorcheln und tauchen. Auch unsere geführte Schorcheltour – wir hielten uns am Boot fest, während wir über das Riff fuhren – war eine interessante Abwechslung und das Riff bietet eine große Artenvielfalt. Viel schöner als die Korallengärten vor North Pandan Island fand ich es jedoch nicht. Es ist einfach größer. Nichts also, was die vergleichsweise hohen Kosten rechtfertigen würde. Wer also vielleicht weniger Zeit hat und zu einem Riff fahren will, dem würde ich auf jeden Fall North Pandan ans Herz legen.

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Der moderne, begehbare Leuchtturm von Apo Island

 

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Die kleine Lagune im Mangrovenwald
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Auch reizvoll – die Westseite der Insel

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Libuao Lake

Natürlich kann man nicht nur Inseln besuchen: Auch das Hinterland von Sablayan bietet einige interessante Ausflugsziele. So zum Beispiel die Sablayan Prison and Penal Farm. Es handelt sich hierbei um ein Gefängnis mit integrierten Farmen, Plantagen und Naturparks. Das mag auf den ersten Blick ungewöhnlich klingen, aber die Arbeit auf den Feldern gehört zum Rehabilitationsprogramm und ist eine Möglichkeit für Insassen, die sich gut betragen, etwas dazu zu verdienen. Ein beliebtes Ausflugsziel ist Libuao Lake. Für etwa 100 Pesos (1,50 Euro) kann man unter Führung um den See wandern. Der Wanderweg führt durch einen dichten Dschungel und kann bei Regen sehr matschig werden. Festes Schuhwerk ist daher sehr zu empfehlen.

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Bei der Hitze bleibt man am besten gleich im Wasser

Natürlich ist es nicht alltäglich, mitten im Nirgendwo hinter einem verurteilten Mörder her zu laufen, der mit seiner scharfen Machete die Äste abschlägt, aber um seine Sicherheit muss man sich kaum Gedanken machen: Touristen herum zu führen ist für die Insassen ein willkommenes Zubrot und allemal leichter verdientes Geld als die Feldarbeit; außerdem ist die Arbeit außerhalb des Gefängnisses ein Privileg, das nur Gefangenen mit guter Führung gewährt wird. Und schließlich muss ich sagen: Auf den Philippinen scheinen selbst die Gefängnisse fröhliche Orte zu sein, zumindest dieses. Oder wo sieht man schon vor dem Büro des Gefängnisaufsehers eine Karaoke-Maschine, die auch während des Dienstes in dauerhafter Benutzung ist?

Der See selbst ist durchaus malerisch, das Highlight war für mich jedoch das Mittagessen, das wir dort bekamen. Die Insassen hatten wenige Stunden zuvor ein paar Fische gefangen und bereiteten sie ganz frisch für uns zu. Zusammen mit Reis, Sojasauße und frischen Mangos die perfekte Stärkung nach unserem Hike.

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Nicht ausgefallen, aber lecker – frisch gefangener Fisch aus dem Libuao Lake

Neben dem See kann man auch zu einem kleinen Wasserfall wandern, was noch einmal etwa eine Stunde in Anspruch nimmt.

 

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Der Wasserfall ist bei den Insassen, die Freigang haben, beliebt zum Schwimmen.

Weitere Aktivitäten in Sablayan wären:

  • Wandern zum Mt Iglit-Baco National Park: Hier kann man die berühmten Mindoro Pinien sehen, sowie die seltenen Tamaraws, eine Rinderart, die nur in Mindoro vorkommt.
  • Sich im Parola Park mit der längsten Insel-zu-Insel-Zip Line über das Meer gleiten lassen; Kostenfaktor: 400 Pesos (6 Euro)

 

Fazit: Sablayan ist ein aufstrebender Touristenort, der mit seinen Stränden, Inseln und dem malerischen Hinterland eigentlich alles bietet, um in Zukunft mehr Backpacker anzulocken. Die Infrastruktur ist vorhanden, die Unterkünfte preiswert. Lediglich die Lage am Südzipfel der Insel ist etwas ungünstig. Was fehlt, ist natürlich das Nachtleben. Es gibt eine Fülle an günstigen Restaurants, aber Bars und Diskotheken habe ich keine gesehen, bis auf eine Karaoke-Bar, in der ich in meinen drei Tagen keinen einzigen Besucher gesehen habe. Der Mangel an westlichen Touristen kann jedoch auch eine angenehme Abwechslung sein. Die Einheimischen sind unglaublich freundlich zu Westlern, alle paar Meter wird man gegrüßt, vor allem von neugierigen Kindern. Alles in allem ist Sablayan ein Ort für Naturliebhaber und ein gutes Fleckchen, um ein paar Tage abseits vom Massentourismus auf den Philippinen zu entspannen.

Snorkeling with Whale Sharks in Oslob

The next day it was time for a special activity that I had been looking forward to for a long time: Snorkeling with whale sharks in Oslob. To be honest, I was not completely sure if should really do it. The whale sharks are not technically kept in captivity. They swim around freely. However, they are attracted by baits of krill to make sure that every visitor gets to see one of those gentle giants. Critics say that this helps to make the whale sharks dependend on humans and interferes with their natural behaviour. Since they are getting fed all year round in Oslob, the whale sharks cease to migrate, which messes with their natural bio rhythm and reproductive patterns. Critics also point out that the whale sharks can get hurt by getting too close to humans and their boats. This may well be true: Even in the early hours masses of tourism are swimming in the water, therefore physical contact cannot always be avoided. All these arguments against the whale shark tourism are valid. However, according to the logic of these critics, zoos would have to be forbidden, as would the keeping of pets, because in these two cases animals are also fed. What is more, the whale shark tourism is a valuable source of income for a lot of families in Oslob. Therefore everybody has to consider the pros and cons of this type of tourism and decide for themselves.

After a bit of soul-searching I decided to do it, because I had come all the way to Oslob. And I do not regret it. Encountering these giant animals in the water is a truly unique experience, although as one of Cebu´s main attractions, it is also mass tourism at its finest. For most people it is the only reason to stay in Oslob.

Meeting time was 5.30 AM. I had already booked the tour for 1000 Pesos (19 USD) the night before. Together with our guides we went to the Orientation Center, which was already packed with hundreds of tourists. After waiting around a bit, we received our briefing and where given the rules: keep a distance of 13 feet to the whale sharks, do not touch the animals, do not use sun screen. After that we received our snorkeling gear and manned the boat, which drove out 100 metres off the coast. It was there that it dawned on me: The tour guides were not really doing much except baiting the whale sharks with krill. One could easily rent a snorkeling mask and fins for 200 Pesos (4 USD) and swim out there alone. This might cause a bit of irritation, but would be a lot cheaper. After a very short boat ride we jumped into the water, armed with underwater cameras. We did not have to wait long for the whale sharks. Out of the depths they surfaced with their giant, speckled bodies. It was truly awe-inspiring to see these animals face to face. As the tour guides reminded us, wale sharks are harmless creatures. Despite their enormous size they feed exclusively on small organisms. Nonetheless, seeing one of those giants swim towards me with its mouth open was slightly intimidating. I wondered if they could swallow a person – if only by accident. Another whale shark grazed my foot with its fin, and it was obvious that these animals were used to human contact. After half an hour the spectacle was over and we drove back to the coast to enjoy a large breakfast of coffee and pancakes. All in all, I would do it again, although in hindsight 1000 Pesos seems a bit much, considering that the tour guides do not do a lot. But then again, you are guaranteed to spot a whale shark which might justify the price…

After that we received our snorkeling gear and manned the boat, which drove out 100 metres off the coast. It was there that it dawned on me: The tour guides did not really do much except baiting the whale sharks with krill. One could easily rent a snorkeling mask and fins for 200 Pesos (4 USD) and swim out there alone. This might cause a bit of irritation, but would be a lot cheaper. After a very short boat ride we jumped into the water, armed with underwater cameras. We did not have to wait long for the whale sharks. Out of the depths they surfaced with their giant, speckled bodies. It was truly awe-inspiring to see these animals face to face. As the tour guides reminded as, wale sharks are harmless creatures. Despite their enourmeous size they feed exclusively on small organisms. Nonetheless, seeing one of those giants swim towards me with its mouth open was slightly intimidating. I wondered if they could swallow a person – if only by accident. Another whale shark grazed my foot with its fin, and it was obvious that these animals were used to human contact. After half an hour the spectacle was over and we drove back to the coast to enjoy a large breakfast of coffee and pancakes. All in all, I would do it again, although in hindsight 1000 Pesos seems a bit much, considering that the tour guides do not do much.

It was only after I had gone to Oslob that I learned about Donsol, another place where you can have the whale shark experience. The prices seem to be similar to Oslob, however, the whale sharks are not fed there. Therefore, other than in Oslob, sightings are not guaranteed. So if you are looking for an eco-friendly alternative, you should consider going to Donsol instead of Oslob.

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Oslob – the Gateway to Paradise

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I wanted to leave the big cities behind. I had come to the Philippines to find white sandy beaches, palm trees, crystal clear water. Therefore I was in a hurry to get to Oslob. The small town is most known for its whale sharks, and it takes 4 hours by bus to reach it. The bus ride was not exactly pleasent, because the bus was very overcrowded and I could not store my luggage in the trunk. I spent the two hours irritated by the constant honking of the driver and the 90s pop music, which Filipinos for whatever reason absolutely love.

Therefore I was very happy when I reached Oslob. This was a whole different world. Everything was smaller and more relaxed than in Manila or Cebu City. I took a tricycle to my accomodation, the Sharky Hostel, and on the way I could already admire the green lush hills and the deep blue water. I can wholeheartedly recommend the Sharky Hostel. It is situated a bit aside the main road and looks more like a resort than a hostel with its little bamboo huts. The dorms are simple, but clean and very spacious. The hostel also organizes whale shark tours.

First I had a big meal at the Sunrise Grill Haus next to the hostel. I payed 250 Pesos (5 USD), for grilled fish and a delicious mango shake and had a fantastic view over the ocean while eating.

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I wanted to see more of the tropical landscape, so I decided to go to the Tumalog Falls. Under a cloudless sky I walked half an hour on the coastal road, before I turned left to the waterfalls. I declined offers to drive me there for 100 Pesos (2 USD) because I wanted to save money and enjoy the landscape. However, due to the murderous heat and the steep incline the march turned out to be quite exhausting. Hence I was very happy when a friendly Filippino couple offered me a ride in their pick up truck. You can also hire a motorbike taxi for the last few metres to the waterfalls, but it does only take 10 minutes to walk there.

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I found the Tumalog Falls to be one of the more impressive waterfalls in the Philippines. The area might not be as big as the Kawasan Falls at Moalboal, for example, and they don´t offer any Canyoneering Tours. The Tumalog Falls, however, are much higher and it is very refreshing to swim in the cold, clear water. The fee for visitors is 45 Pesos (85 Cents), which is not too much in my opinion.

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I made my way back on foot and by motorbike taxi, and booked my whale shark tour at the Hostel in the early evening. The Sharky Hostel offers not only spacious rooms but also the perfect hostel atmosphere. All in all, I enjoyed my stay in Oslob very much, especially because of the great landscape, the laid-back atmosphere and the friendly people I met there. Definitely one of my favourite places in Cebu.

Puerto Galera, Mindoro

 

Südlich der Insel Luzon, etwa 5 Stunden von Manila entfernt, liegt eine Insel, die nur von wenigen westlichen Touristen besucht wird, aber eigentlich alles bietet, was man sich von einem Urlaub auf den Philippinen erwartet: traumhafte Sandstrände, abgelegene Inseln, Korallenriffe zum Tauchen und Schnorcheln, unberührte Natur und majestätische Hügel. Zeit also, Mindoro, die siebtgrößte Insel des Landes, in den nächsten Beiträgen etwas bekannter zu machen.

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Mindoro unterteilt sich in zwei Provinzen: Mindoro Oriental, den Ostteil, und Mindoro Occidental, den Westteil. Die Trennung besteht auch geografisch, sodass es nicht immer einfach möglich ist, vom Ostteil in den Westteil zu fahren. Der für Touristen am attraktivste Ort im Norden Mindoros ist Puerto Galera. Von Legazpi aus nahm ich den Nachtbus nach Manila, der im kleinen Städtchen Santo Tomas anhielt, von wo aus ich zum Hafen von Batangas fuhr und die Fähre nach Puerto Galera bestieg.

In Puerto Galera fiel mir bereits auf, dass die Insel Mindoro noch nicht wirklich auf Backpacker eingestellt ist, denn die Auswahl an bezahlbaren Unterkünften ist recht begrenzt. Eine gute Anlaufstelle ist das Happy Buddha Inn, das bei meiner Ankunft jedoch keine Mehrbettzimmer anbot. Auch wenn die Unterkünft laut Hostel World komplett ausgebucht war, probierte ich es deshalb bei Paddy´s Bar im Ortsteil Sabang und hatte Glück. Ich bekam ein Zimmer für 2 Personen für 350 Pesos (5,25 Euro), musste es aber mit niemandem teilen. Außer mir waren keine anderen Backpacker, sondern nur ältere Westler mit ihren philippinischen Freundinnen anwesend.

Das Umland von Puerto Galera bietet einige Sehenswürdigkeiten, die teilweise recht weit voneinander entfernt sind, darum mietete ich mir in Sabang für einen Tag einen Motorroller für 400 Pesos (6 Euro) aus, mit dem ich die Gegend erkunden konnte. Das würde ich auch jedem empfehlen, denn die Straßen sind gut ausgebaut, aber wenig befahren und die Landschaft entlang der Küste ist einfach wunderschön.

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Meine erste Anlaufstelle war ein Mangroven-Schutzgebiet etwa eine halbe Stunde außerhalb der Stadt. Dort läuft man über Bambusstege durch einen Mangrovenwald und lernt im Schatten der Mangroven alles über die verschiedenen Arten, sowie über die wichtige Rolle, die diese Habitate für die Sauberkeit des Meerwassers und bei der Eindämmung von Überschwemmungen haben. Der Eintrittspreis von lediglich 30 Pesos (45 Cents) fließt in den Schutz der bedrohten Mangroven, was bereits einen Besuch rechtfertigen sollte. Insgesamt verbrachte ich dort eine gute Stunde.

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Die Mangroven liegen auf dem Weg zu den Tamaraw-Wasserfällen, die man auf keinen Fall übersehen kann. Die Wasserfälle stürzen nämlich direkt neben der Hauptstraße in die Tiefe. Für 30 Pesos (45 Cents) kann man in einem künstlichen Becken schwimmen, das jedoch meiner Meinung nach nicht der Rede wert ist, und im Restaurant für wenig Geld zu Mittag essen. Die riesige Portion Pancid Kanton (gebratene Nudeln) war eine willkommene Stärkung, bevor es zum nächsten Stop weiterging.

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Wer naturbelassene, abgeschiedene Wasserfälle sehen will, sollte zu den Tukuran-Falls fahren, die über eine weitgehend asphaltierte Nebenstraße erreicht werden. Am Ende der Straße befindet sich der „Parkplatz“, wo ich meinen Roller abstellen konnte. Die 25 Pesos (37 Cents) für das Parken ließ ich mir noch gefallen, aber Angebote, für 300 Pesos (4,5 Euro) einen Guide zu mieten, damit man sich auf dem Weg zum Wasserfall nicht verläuft, kann man getrost in den Wind schlagen. Um zu den Tukuran Falls zu kommen, folgt man einfach dem Flusslauf für eine halbe Stunde, wobei man den Fluss 5-mal durchwaten muss. Die Wanderung lohnt sich, denn die Landschaft am Flussufer mit ihren grünen Wiesen, den dichten Palmwäldern und den rustikalen Holzhütten gehörte zu den schönsten Anblicken, die ich auf den Philippinen zu Gesicht bekam. Am Wasserfall angekommen, sieht man ein Schild, das auf den Eintrittspreis von 20 Pesos (30 Cents) hinweist. Bei meiner Ankunft war jedoch niemand da, und so machte ich mich direkt auf den Weg. Der Aufstieg zum Wasserfall ist steil und teilweise recht rutschig, aber trotzdem mit etwas Vorsicht gut machbar. Oben angekommen war es eine willkommene Abwechslung für mich, der einzige Besucher zu sein und ich kühlte mich unter dem herabströmenden Wasser ab und entspannte auf den aufgewärmten Felsen, bevor ich mich auf den Rückweg zum Parkplatz machte.

 

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Bevor die Sonne unterging, hatte ich noch Zeit, zum White Beach zu fahren, dem bekanntesten und meist besuchten Strand Puerto Galeras. Auch wenn der Strand natürlich nicht an die weißen Sandstrände Palawans heranreicht, ist er doch sehr sauber, wenn auch recht frequentiert. Auch viele Wassersport-Aktivitäten stehen zur Auswahl. Wer einen ruhigeren Strand sucht, kann linker Hand über die Felsen klettern und kommt zu einem weniger stark besuchten Küstenabschnitt.

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An einem Tag konnte ich diese vier Sehenswürdigkeiten in aller Ruhe erkunden. Wäre ich einen weiteren Tag geblieben, hätte ich noch die Aninuan Falls und den Talipanan Beach besuchen können. Insgesamt ist Puerto Galera ein sympathisches kleines Städtchen in wunderschöner Landschaft, in dem man weitab vom Trubel der Touristen entspannen kann. Lediglich schlechtes Internet sollte man in Puerto Galera, und vor allem im Ortsteil Shabang, nicht erwarten und auch mit dem ein oder anderen Stromausfall kann man rechnen. Auch etwas Geduld sollte man mitbringen, wenn man eine Unterkunft sucht, da viele Informationen nicht online verfügbar sind.

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Cebu City

After one day in Manila, I went on to Cebu, an Island in the Visayas Region. The biggest airport is located in Cebu City, therefore I went there by plane from Manila. After leaving my luggage at my hostel in the Food District I took an Uber to get out of the city. I went to the Temple of Leah, a monument in the style of Greek/Roman Antiquity. Its builder, a wealhty Cebuan citizen, erected this temple in honor of his late wive, Leah Albino-Adarna. The temple is nice to look at, however, one will be puzzled what it is for if one does not know the backstory. It is mainly a spot for couples, but from there you can also get a nice view over Cebu City.

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Love or obsession – the Temple of Leah in Cebu City

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Since there was no cellphone signal or WIFI at the Temple, I had to hire a motorbike taxi to get to my next destination. In the beginning it was sceptical, but ever since these taxis have become one of my favourite modes of transport in Cebu. They are not only cheap, but also perfect to get through the rush-hour traffic. For 100 Pesos (2 USD) I went to the Tops Lookout, a viewpoint from which you can look far over Cebu City and even Bohol. There is also a restaurant with moderate prices (considering the location and the view). I had Bicol Express, a dish from the region of Bicol, with pork, coconut, ginger and red peppers. For drinks I had pineapple juice – canned but good nonetheless.

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Sunset at the Tops Lookout

In Cebu City proper you can also visit the Taoist Temple. Unfortunately I had no time for that, because I was in a hurry to go to Oslob. All in all, Cebu City is a bit greener and much more quiet than Manila, but it is still a buzzing provincial capital and business center. I would not recommend staying here for long, but one can easily spend one day here before moving on to the nicer spots in Cebu.

Abgestiegen bin ich übrigens im Food District Hostel. Das Hostel ist schön eingerichtet und sauber. Außerdem bietet es für die Philippinen ungewöhnlich schnelles Internet. Allerdings war es bei meinem Besuch sehr leer – wirkliche Hostelatmosphäre kommt dort also nicht auf. Ein Aufenthalt kann sich aber lohnen, wenn man ohnehin in Cebu City übernachten muss und ein ruhiges Plätzchen sucht. Gezahlt habe ich 300 Pesos (4,50 Euro) für ein Bett im 8-Bett-Zimmer, das jedoch fast völlig leer war. Eine gute Idee also, wenn man ohnehin in Cebu City übernachten muss und gerne allein sein möchte.

I was staying in the Food District Hostel, which has a nicely decorated and clean. The internet is surprisingly fast by Filipino standards. I payed 300 Pesos (6 USD) for a bed in a 6-bed dorm. However, the hostel was virtually empty when I was there, so there was no real hostel atmosphere. So if you are in Cebu City and you are looking for a quiet place where nobody is bothering you except the roosters in the early morning, this might be the hostel for you.

Legazpi

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Nachdem ich einen weiteren Tag in Manila verbracht hatte, machte ich mich auf den Weg nach Legazpi, einer Stadt in der Region Bicol, um mir den Mount Mayon anzusehen. Bei diesem handelt es sich um einen aktiven Vulkan, der erst vor ein paar Monaten in den Nachrichten war, da er ausgebrochen war. Hunderttausend Menschen mussten rund um die Gefahrenzone evakuiert werden und Reisen zum Vulkan waren während dieser Zeit nicht möglich. Mittlerweile hatte sich die Lage beruhigt und der Mount Mayon schlummerte (fürs erste) wieder friedlich. Zeit also, sich diesen launischen Riesen aus der Nähe anzusehen.

Die erste Schwierigkeit war, ein Busticket nach Legazpi zu ergattern, womit ich nicht gerechnet hatte. An meinem Reisetag waren beim Bus Terminal in Quezon, Manila alle (!) Sitzplätze nach Legazpi verkauft, was am Feiertag, dem Tag der Arbeit am 01.05. gelegen haben könnte, und am Magayon-Festival, das am selben Tag anfing. Ich musste ausweichen, wollte ich nicht noch mehr Zeit in Manila vergeuden, und so buchte ich für 650 Pesos (10 Euro) ein Ticket in das nahe gelegene Städtchen Naga. Somit war ich nach ungefähr 10 Stunden Fahrt schon einmal in Bicol und konnte einen der vielen Regionalbusse nach Legazpi nehmen. Abgestiegen bin ich im Mayon Backpacker Hostel, einer einfachen, aber günstigen Unterkunft, die ihre schlechten Reviews bei Hostelworld meiner Meinung nach nicht verdient hat. Von dort aus konnte ich endlich zum Vulkan aufbrechen. Aber wo hinfahren? Der Vulkan ist riesig und schon von weitem zu sehen. Es würde mehrere Stunden dauern, ihn zu umrunden. Ich entschied mich für eines der beliebtesten Ausflugsziele rund um den Vulkan, die Kirchruine von Cagsawa. Die im Jahr 1587 errichtete jesuitische Kirche wurde einmal von Piraten, ein anderes Mal während des Ausbruchs des Mayon im Jahr 1814, zerstört. Von Legazpi aus fahren viele Jeepneys und der Eintritt ist (eine Ausnahme auf den Fee-lippinen) kostenlos. Allerdings sollte man mit einer Masse von Touristen rechnen.

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Die Aussicht auf den Vulkan war schön, doch ich wollte dem Berg noch etwas näher kommen. Da man dies auf den öffentlichen Straßen nicht kann, entschied ich mich für eine Quad-Tour. So konnte ich mich dem Mayon etwas weiter nähern und dabei noch das Quadfahren ausprobieren. Letzteres ist denkbar einfach, da man nicht schalten muss und das Gefährt auch holprige Strecken ohne Mühe bewältigt. Lediglich seine besten Klamotten sollte man vielleicht nicht anziehen, da die Strecken teils über Schotterpisten, Sanddünen, aber auch durch Schlamm und Wasser führen. Es gibt mehrere Anbieter sowie Touren, wobei gilt: Je näher man sich der sog. „Danger Zone“ um den Vulkan nähert, umso teurer ist das Vergnügen. Will man sich z.B. die erkaltete Lava ansehen, so muss man dafür gut 1500 Pesos (22,5 Euro) hinblättern. Ich entschied mich für ein Sonderangebot: eine Stunde Quadfahren für 300 Pesos (4,5 Euro). Auch bei dieser Tour konnte ich ein paar gute Blicke auf den Vulkan erhaschen und hatte außerdem noch eine Menge Fahrspass.

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Am nächsten Tag hatte ich noch ein wenig Zeit, bis mein Bus abfuhr, darum entschied ich mich, einem Strand in Legazpi einen Besuch abzustatten, dem Puro Beach. Ganz wörtlich sollte man den Begriff puro (deutsch: rein) jedoch nicht nehmen, um nicht enttäuscht zu werden. Der Strand ist nicht nur sehr schmal, sondern auch so verdreckt, dass ich dort für kein Geld der Welt schwimmen würde. Bei den Einheimischen ist er eher als Angelspot beliebt, außerdem hat man einen netten Blick auf das Meer und das dicht bewaldete Hinterland Legazpis. Nach einem kurzen Abstecher zu einem örtlichen Markt, auf dem ich den Fang des Tages bestaunte und mir die wohl kleinsten Bananen kaufte, die ich je gesehen hatte, machte ich mich nicht allzu sehr enttäuscht auf den Rückweg in die Stadt.

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Ich hatte dann aber großes Glück, denn bevor mein Bus fuhr, konnte ich mir noch die Eröffnung des Magayon-Fests 2018 ansehen. Das Fest wird in Gedenken an eine volkstümliche Legende um eine Frau, Daragang Magayon, gefeiert, die mit ihrem Tod den Vulkan Mayon erst erschuf. Das Fest ist eine Hauptattraktion der Region, vor allem dank der Parade zu seinem Beginn. Bereits am Tag davor kann man in den einzelnen Stadtteilen von Legazpi dabei zusehen, wie die Bewohner reich geschmückte Wagen herstellen, die dann durch die Hauptstrasse der Stadt, die Rizal Avenue fahren. Dazwischen marschieren die Tänzer und Musikanten der einzelnen Bezirke.

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Mit Stolz präsentieren die Delegationen der einzelnen Ortschaften ihre Wagen.

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Ich hatte bereits erwähnt, dass ich nicht direkt von Manila nach Legazpi reisen konnte, sondern einen Umweg über Naga nehmen musste. Ich würde jedem, der die Wahl hat, empfehlen, direkt nach Legazpi zu fahren, da Naga touristisch gesehen nicht viel zu bieten hat (ich habe außer mir auch keinen einzigen anderen westlichen Touristen gesehen). Wenn man aber schon einmal da ist, kann man mit dem Jeepney zum Mount Isarog fahren, einem inaktiven Vulkan etwa 45 Minuten entfernt. Auch Wasserfälle gibt es dort, zu diesen konnte ich jedoch nicht mehr, da ich zu spät dran war (letzter Einlass ist um 16:00 Uhr).

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Insgesamt hat mir mein Abstecher nach Bicol gut gefallen, auch wenn es sicher kein Highlight auf meiner Philippinen-Reise war. Der Anblick des Mount Mayon ist durchaus beeindruckend, auch wenn der Krater des Vulkans leider die ganze Zeit von Wolken verhüllt war. Legazpi ist zwar die größte Stadt der Region, fühlt sich aber trotzdem angenehm provinziell an. Die Menschen sind, wie so oft in den Philippinen, wahnsinnig freundlich. Besondere Erwähnung sollte das Essen in Bicol finden, das von vielen als das beste im Land bezeichnet wird. In Bicol isst man gerne scharf, mehr als im Rest der Philippinen, was sich im bereits erwähnten Bicol Express zeigt. Außerdem spielen Kokosmilch und Ingwer eine wichtige Rolle beim Kochen. Besonders interessant fand ich Kinunot, ein Gericht, das früher aus Haifischfleisch, heute aus Rochenfleisch zubereitet wird, und Pinangat, ein vegetarisches Nudelgericht mit n Kokosnusssahne gekochten Taro-Blättern. Zum Nachtisch kann ich den frisch gebackenen Kokoskuchen empfehlen.

Die Kosten

Ein Tag in Legazpi inklusive Bett im Hostel, drei Mahlzeiten und einer Quad-Tour, hat mich 905 Pesos (17 Euro) gekostet:

Unterkunft: 350 Pesos

Verpflegung: 225 Pesos

Transport (Jeepney): 30 Pesos

Quad-Tour: 300 Pesos

Sagada

Im Norden Luzons, nur 2 Stunden von Banaue entfernt, liegt ein weiterer Touristenmagnet, der den berühmten Reisterrassen in nichts nachsteht. Sagada ist eine Kleinstadt in der sog. „Mountain Province“, von Banaue aus mit dem Bus oder Van zu erreichen. Die Fahrt ist aufgrund der vielen Serpentinen nicht besonders bequem, aber die Aussicht auf die gebirgige Landschaft entschädigt dafür. Die Region trägt ihren Namen nicht zu Unrecht: Nichts erinnert hier mehr an die tropische Vegetation im Süden mit ihren Palmen und Bananenstauden. Stattdessen bestimmen Nadelbäume das Landschaftsbild und sorgen für mediterranes Flair. Nur die ausgedehnten Reisfelder erinnern daran, dass man sich nicht in Südeuropa, sondern noch in Südostasien befindet.

Sagada selbst ist ein schnuckeliges Nest mit 11.000 Einwohnern, trotzdem ist die Infrastruktur exzellent und man hat kein Problem, eine bezahlbare Unterkunft zu finden. Die Preise für ein Zimmer liegen zwischen 350 und 400 Pesos (5,25 – 6 Euro), die Restaurants sind ebenfalls erschwinglich, lediglich Eateries für den richtig kleinen Geldbeutel konnte ich nicht finden. Erste Anlaufstelle sollte das Tourist Center sein. Hier entrichtet man die Environmental Fee in Höhe von 40 Pesos (60 Cents) und hat dann die Wahl zwischen verschiedenen Touren und Aktivitäten. Zwar kann man das Umfeld Sagadas theoretisch auch alleine erkunden, an vielen Orten wie den hängenden Särgen und den Höhlen benötigt man jedoch einen Guide. Die Preise für alle Touren poste ich weiter unten.

Meine Gruppe und ich entschieden uns am ersten Tag dafür, eine der Höhlen zu erkunden. Da die anderen Gruppenmitglieder etwas klaustrophobisch waren, fiel die Wahl auf die Sumaging-Höhle, die man in einer Stunde Fußmarsch erreichen kann. Alternativ kann man als Gruppe für 350 Pesos (5,25 Euro) einen Van mieten. Die Führung durch die Höhle dauert etwa 1,5 Stunden und kostete unserer Gruppe mit 9 Teilnehmern 1000 Pesos (15 Euro). Durch einen großen Eingang geht es ins Innere der Höhle. Anschließend folgt man dem Wasserlauf nach unten, wobei man mal läuft, mal durch knöcheltiefes Wasser watet, aber sich auch mal an den glitschigen Felsen abseilt. Die Tour durch die Höhle ist ein spaßiges Erlebnis und auch für weniger fitte Menschen leicht zu bewältigen, da immer genug Helfer da sind, wenn man mal einen Felsen nicht hochkommt oder nach einem Halt für seinen Fuß sucht.

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Wer eine Herausforderung sucht, sollte die sog. Cave Connection wagen. Bei dieser Tour betritt man eine zweite Höhle und zwängt sich durch enge Gänge, nur mit einer Kerze bewaffnet, bis zum verbindenden Durchgang zur Sumaging-Höhle. Diese Tour kann man nicht in einer großen Gruppe machen; zwei Personen zahlen 800 Pesos (12 Euro), bei zusätzlichen Personen erhöhen sich die Kosten.

Am nächsten Morgen hieß es früh aufstehen, denn wir wollten uns den Sonnenaufgang am Kiltepan-Aussichtspunkt ansehen. Dafür mieteten wir einen Van für 550 Pesos (8,25 Euro) und zahlten außerdem noch 55 Pesos pro Person beim Tourist Office. Um 04:30 Uhr ging es los und als wir am Aussichtspunkt angekommen waren, war es noch dunkel. Der Ort wird auch „Sea of Clouds“ genannt, da er so hoch liegt, dass das Tal darunter in Wolken geüllt ist. Dies verleiht dem Aussichtspunkt mit seinem idyllischen Nadelwald eine mystische Atmosphäre und es war ein erhabenes Gefühl, dort die Sonne aufgehen zu sehen. Auch Frühstücken kann man dort, da ein paar gut gelaunte Filipinas dort ihre Stände haben. Sehr empfehlen kann ich das Reis-Porridge mit Schokolade für nur 40 Pesos (60 Cent).

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Nach einer kurzen Frühstückspause machten wir uns zu unserer nächsten Aktivität auf: einer Wanderung in das Echo Valley. Wir entschieden uns für den Adventure Trail, auf dem wir nicht nur die berühmten hängenden Särge von Sagada, sondern auch einen unterirdischen Fluss und einen Wasserfall zu Gesicht bekommen sollten. Wieder bezahlten wir 1000 Pesos (15 Euro) als Gruppe, sodass die Kosten für jeden Einzelnen erschwinglich waren.

Los ging es bei der Kirche von Sagada, bei der wir ein wenig über die Geschichte des Ortes und seine Regierung durch Dorfälteste erfuhren. Über den modernen Friedhof Sagadas ging es dann weiter in das Echo Valley, und schon am Anfang machte unser Tour Guide uns auf die Särge aufmerksam, die an den Klippen aufgehängt waren. Unten im Tal angekommen, konnten wir uns diese leicht morbide Erscheinung dann von Nahem ansehen. Die Toten nicht zu begraben, sondern zum Schutz vor wilden Tieren in luftige Höhen zu hängen, hat in Sagada eine lange Tradition, bei der sich animistischer und christlicher Glaube vermischen. Die Bestattungsform wird auch heute noch praktiziert, allerdings hat nicht jeder ein Anrecht darauf. Der oder die Tote muss aus Sagada stammen und Enkelkinder haben. In letzter Instanz entscheidet die Familie darüber, ob der Leichnam in einem hängenden Sarg beigesetzt werden soll.

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Die bedeutenden Bürger werden weiter oben bestattet – näher zum Himmel.
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Rund um Sagada gibt es tausende hängende Särge. Diese hier sind relativ jung, von den 60er Jahren bis 2010.

Als nächstes folgten wir dem Flußbett, bis wir zu einer Höhle kamen, durch die der Fluss hindurch floss. Hier war es stockduster, sodass unser Tour Guide seine Öllaterne anzünden musste. Bald mussten wir durchs Wasser waten. Hier rächte sich, dass ich Turnschuhe statt Flip Flops anhatte. Letztere sollte man für die Tour unbedingt mitnehmen, denn auch auf dem Weg zum Wasserfall muss man durch den Fluss waten.

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Der Wasserfall selbst ist zwar nicht besonders groß, aber das Becken tief genug, um darin zu schwimmen und auch hinein zu springen, wenn man das möchte. Vorbei an Gemüsefeldern ging es zurück nach Sagada, wo wir uns noch einige Erzeugnisse der örtlichen Weberinnen ansahen, bevor wir zurück zum Tourist Office gingen.

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An meinem letzten Tag in Sagada wollte ich eigentlich durch das Grasland im Marlboro Country wandern, allerdings war dafür keine Tour verfügbar. Ich fand eine Gruppe, die zum Bomod-Ok-Wasserfall wandern wollte, und schloss mich ihr an. Der Weg dorthin führt durch dichte Nadelwälder, vorbei an Reisterrassen, die zwar nicht an die Pracht in Banaue heranreichen, aber trotzdem hübsch anzusehen sind. Am Wasserfall hindert einen ein Seil daran, zu weit zu schwimmen. Es macht jedoch auch Spass, auf den Felsen herum zu klettern und den Flusslauf zu erkunden.

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Zurück in Batada wollten wir noch Moma ausprobieren, die örtliche (legale) Droge und eine Spezialität der nördlichen Provinzen. Dabei handelt es sich um eine Mischung aus Betelnuss, getrockneten Tabakblättern, Weinblättern und einem Pulver aus getrockneten Muscheln, die wie Kautabak gekaut wird. Viele Einheimische, wie unsere Tour Guides, sieht man unaufhörlich Moma kauen und die besonders eingefleischten Konsumenten erkennt man schon von weitem an den rot gefärbten Zähnen. Meiner Meinung nach schmeckt das Zeug einfach widerlich und ist schwer im Mund zu behalten. Wer jedoch auf der Suche nach einem Energieschub ist, wird sicher nicht enttäuscht. Ich fühlte mich nach meiner zweiten Ladung sehr hibbelig, aber auch sehr beschwingt- ungefähr so wie nach meiner ersten Zigarette mit 15 Jahren. Wandern hätte ich nach dem Moma-Konsum jedoch nicht mehr wollen. Wer eine lokale Spezialität probieren möchte, die nicht die Zähne rot und den Kopf schwindelig macht, sollte eher zum Zitronenkuchen greifen, der hier besonders lecker ist. Auch Fruchtwein, z.B. aus Erdbeeren, Brombeeren oder Mangos kann man hier günstig erstehen.

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Nicht so einfach wie Zigaretten rauchen – die einzelnen Bestandteile von Moma.

Mein Urteil über Sagada? Wenn man im Norden Luzons unterwegs ist, sollte man sich diesen Ort auf keinen Fall entgehen lassen. In meinen drei Tagen konnte ich nur einen Bruchteil der vielen Attraktionen sehen, die der Ort zu bieten hat. Aber nicht nur die wunderschöne Landschaft und die spassigen Freizeitangebote haben es mir angetan: Das Städtchen hat einen schwer zu beschreibenden Charme mit seinen lockeren, immer zum Spassen aufgelegten Bewohnern, den engen Gassen und den rustikalen Holzhütten. Wie bei Banaue handelt es sich hier um einen abgeschiedenen, fast mythischen Ort, der mich nicht nur aufgrund der eigentümlichen Bestattungsrituale in seinen Bann gezogen hat.

Wer Sagada besuchen will, findet hier den Prospekt aus dem Tourist Center. Dort sind die Preise zu den einzelnen Touren verzeichnet.

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Weiße Sandstrände, traumhafte Inseln, Palmen und dichter Dschungel – diese Dinge werden den meisten Touristen in den Sinn kommen, wenn sie an die Philippinen denken. Wer das Land jedoch von einer anderen, weniger bekannten Seite sehen will, sollte den Norden der Insel Luzon besuchen und eine Reise in die Region Banaue wagen. Diese liegt in der Provinz Ifugao, einem gebirgigen Landstrich, der erst nach dem Zweiten Weltkrieg so richtig in den Philippinischen Staat eingegliedert wurde. Durch seine Unzugänglichkeit widersetzte sich die Bergregion lange Zeit erfolgreich Kontrollversuchen von außen – und auch heute noch spielen regionale Traditionen, Gesetze und eine relativ demokratische Regierung durch Dorfälteste eine wichtige Rolle.

Die Region Banaue ist vor allem wegen ihrer Jahrtausende alten Reisterrassen bei Touristen beliebt und lädt zu ausgedehnten Wanderungen ein. Die Fahrt von Manila dauert mit dem Reisebus etwa 12 Stunden – ein langer Trip, Flüge sind jedoch nicht möglich. Die Busgesellschaft heißt Ohayami Trans, ein Ticket gibt es für 500 Pesos (7,5 Euro) und die Fahrt dauert etwa 9 Stunden. Ich nahm den Nachtzug um 22:15 Uhr. Ich empfehle jedoch dringend, das Ticket frühzeitig zu reservieren: Ich war etwa zwei Stunden vor Abfahrt am Ticketschalter und bekam nur noch einen sog. „Center Seat“, einen ausklappbaren Sitz im Gang des Busses, der so unbequem und schlecht gepolstert war, dass sich die letzten Stunden der Fahrt als reinste Folter erwiesen. Für diese Strapazen wurde ich jedoch entschädigt, als ich sah, wie die Landschaft gebirgiger wurde, die Felder und Wiesen steilen bewaldeten Klippen Platz machten. Über serpentinenartige Gebirgsstraßen ging die Fahrt immer steiler, bis ich im Städtchen Banaue angekommen war. Dieses ist winzig, bietet aber einige Herbergen und hat definitiv seinen ganz eigenen Charme mit seinen engen Gässchen und den kleinen Läden, die den berühmten Schmuck und die Holzschnitzereien im Ifugao-Stil verkaufen. Abends finden dort vor dem Rathaus Tanzveranstaltungen bei Feuerschein statt und auch wenn der Ort touristisch gut erschlossen ist, fühlt er sich sehr entspannt an. Das Tourist Center bietet einige Touren an – ich entschied mich jedoch spontan für eine zweitägige Gruppenwanderung zum nahe gelegenen Ort Batad: Hier sollen laut Mitreisenden die schönsten Reisterrassen der Region liegen und ich wollte sehen, ob diese Meinung berechtigt war.

Am ersten Tag der Wanderung fuhren meine Gruppe und ich mit dem Van zu einem Aussichtspunkt außerhalb Banaues, von wo aus wir einen ersten Blick auf die Reisterrassen erhaschen konnten. Genauer betrachten konnten wir diese jedoch auf dem Wanderweg, der am Rande der Terrassen entlang verläuft. Diese sind einfach nur wunderschön und beeindruckend – vor allem wenn man bedenkt, dass sie bereits 2000 Jahre alt sind. So weit datieren Experten den Reisanbau in Ifugao zurück, und alle wichtigen Bräuche und Feste der Region drehen sich um dieses Grundnahrungsmittel, das übrigens immer noch von Hand gepflanzt wird. Die Terrassen sind nicht nur hübsch anzusehen, sondern zeugen mit ihrem ausgeklügelten Bewässerungssystem von einer erstaunlichen Ingenieurskunst. Leider kann man den dort angebauten Reis nicht (oder nur sehr selten) probieren, denn das, was die ortsansässigen Familien anbauen, reicht lediglich zur Selbstversorgung. Zum Glück bietet der Tourismus den Einheimischen, die wohl zu den freundlichsten und warmherzigsten Menschen gehören, denen ich je begegnet bin, ein willkommenes Zubrot.

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Der Fluss, der für die Bewässerung dre Reisterrassen sorgt, lädt zu einre Abkühlung ein.
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Das Anlegen einer solchen Terrasse kann 100 Jahre oder mehr in Anspruch nehmen.
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Jedes Reispflänzchen muss einzeln gepflanzt werden – eine Arbeit, die vor allem die Frauen erledigen.
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Nicht nur Reis wird in Banaue angebaut – auch Anananas-Pflanzen säumen die Terrassen.
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Es fängt an zu regnen – Zeit, die Unterkunft zu erreichen.

Die Nacht verbrachten wir in einem kleinen, gemütlichen Guest House nicht weit von Batad. Das Abendessen war ausgezeichnet, nur Internet und Handyempfang darf man dort nicht erwarten. Insgesamt ist Banaue, aber auch die nahe gelegenen Orte Bontoc und Sagada, ideale Orte, um sich ohne ständige Erreichbarkeit über Whatsapp und Facebook zu erholen und die Natur zu genießen. Auf jeden Fall habe ich bisher an keinem Ort auf den Philippinen so gut geschlafen wie hier.

Am nächsten Morgen legten wir die restliche Strecke nach Batad zurück und wurden für den anstrengenden Aufstieg mit einer herrlichen Aussicht belohnt. Waren die Reisterrassen in Banaue bereits beeindruckend, so raubten mir die Terrassen von Batad schier den Atem. Vom Aussichtspunkt aus hat man einen weiten Ausblick auf die Terrassen mit ihren grünen Reispflanzen, neben denen die Menschen wie Ameisen wirken. Dazu noch die majestätischen Berge im Hintergrund – ein wahres Postkartenmotiv.

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Ein 2000 Jahre altes Kulturgut – die Reisterrassen von Batad

 

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Unser Weg führte uns entlang der Reisterrassen zu den Tappiyah-Wasserfällen, bei denen wir uns abkühlen und vom anstrengenden Abstieg erholen konnten (der Weg zu den Wasserfällen ist bei Touristen berüchtigt). Der Wasserfall beeindruckt durch seine Höhe – so hoch, dass der Wasserdruck es fasst unmöglich macht, direkt hin zu schwimmen. Die Tappiyah-Falls waren dann auch unser letzter Stopp, bevor wir uns auf den Weg zurück zu unserem Van machten, der uns das letzte Stück zurück nach Banaue brachte.

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Insgesamt ist Banaue für mich ein absolutes Muss auf jeder Philippinen-Reise, auch wenn der Weg dorthin eine Weile in Anspruch nimmt. Die Gegend unterscheidet sich landschaftlich vom Rest des Landes, die Kultur mit ihren Kunsterzeugnissen ist faszinierend, und in die Bergbewohner mit ihrer gelassenen, absolut offenen und freundlichen Art hatte ich mich bereits am ersten Tag verliebt. Wer mehr über die einheimische Kultur lernen möchte, kann auch das Museum in Banaue besuchen – eventuell wenn es regnet. Dies tut es nämlich in Banaue, aber in der Bergregion allgemein, mit schöner Regelmäßigkeit: Wasserdichte Kleidung ist also ein Muss. Außerdem sollte man sich auf etwas kältere Nächte einstellen, ich empfand die etwas milderen Temperaturen jedoch als willkommene Abwechslung zur Gluthitze Manilas, der Visayas und Palawans.

Manila

Most backpackers I have met will avoid Manila like the devil avoids the Holy Water. They either do not visit the Filipino Capital at all, or they just spend a few hours at the airport before they continue their way to the islands. And I can understand them: The city is noisy, dirty and crowded. Horror stories about the dire poverty and the high crime rates must have played their part to give Manila its bad reputation. Nonetheless, I spent an entire day here and do not regret ist. Not only because I could use my time in Manila to relax from a 10 hour flight.

I stayed at the Pink Hostel, an inexpensive, yet clean and nicely furnished hostel with a rooftop pool and a beautiful view over the city. The location is good as well. It takes half an hour by train to go to Intramuros, the Old City of Manila. The price for a one way ride is 15 Pesos (0,3 USD).

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Besides the famous Mall of Asia – one of the biggest of its kind in Southeast Asia  – Fort Santiago is also worth a visit. It is situated in Intramuros, the historic City Centre (or what is left of it after the war). The fort was used by the Spanish, the Americans and finally the Japanese, and its condition is fairly good. You can walk on the walls there, take a look at the old prison cells (except when it rains), and visit a Museum in honor of Filipino National Hero José Rizal.

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Located in Intramuros as well is the Cathedral of Manila which has been reconstructed after its destruction in World War 2. The Cathedral is impressive from the outside, the interior, however, is rather dull.

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After visiting these two sights, I went back to my hostel and had some beers at the Manila Bay. All in all, Manila is not worth staying for more than one day, if you are into sight seeing. Museum lovers find a variety of places in Rizal Park and there is a zoo, which is said to be heavily overprized while being a disgrace in the eyes of animal rights´ activists. However, Manila is not the shithole it is often portrayed as, either. The city has ist beautiful spots and especially at night her glistening skyline provides a welcome change to the provincial charm of the smaller islands…

PS: If you have seen documentaries on the Drug War in Manila and are concerned about the crime in the streets, rest assured: I have felt very safe during my stay. The same rules as everywhere apply: Keep an eye on your belongings, don´t walk dark alleyways at night and don´t trust every stranger that approaches you on the street.

 

Fight Club – Kapitalismus, Erleuchtung und Männlichkeit

ACHTUNG: enthält Spoiler!

Ich bin endlich einmal dazu gekommen, die Romanvorlage für einen meiner Lieblingsfilme zu lesen – „Fight Club“ von Chuck Palahniuk, im Jahr 1999 mit Edward Norton und Brad Pitt in den Hauptrollen verfilmt. Der Film hält sich (bis auf das Ende und ein paar Details) eng an das Buch, das komplett aus der Sicht des namenlosen Protagonisten geschrieben ist.

Dieser ist etwa 25-35 Jahre alt, arbeitet als Rückrufkoordinator für einen namhaften Autohersteller und leidet unter Schlaflosigkeit. Außerdem ist er mit seinem Leben unzufrieden und wird von Suizidgedanken heimgesucht:

„Jedes mal, wenn das Flugzeug bei Start oder Landung zu scharf in die Kurve ging, betete ich um einen Absturz… Oder einen Zusammenstoß in der Luft.. Irgendwas.“

Durch seine Schlafstörung und Depression verliert der Protagonist immer mehr den Kontakt zur Realität und entwickelt schließlich eine gespaltene Persönlichkeit. Tagsüber arbeitet er als unauffälliger Angestellter, nach dem Schlafengehen jedoch übernimmt sein Alter Ego, Tyler Durden. Dieser verkörpert alles, was der Protagonist nicht ist, aber gerne sein möchte:

„All das, was du immer sein wolltest, das bin ich. Ich sehe aus, wie du aussehen willst. Ich ficke, wie du ficken willst. Ich bin intelligent, begabt und das Wichtigste: Ich hab all die Freiheiten, die du nicht hast.“

Tyler Durden ist die Persönlichkeit, die sich der Protagonist unbewusst selber schafft, um mit seiner ausweglosen Situation fertig zu werden. Der Film gibt deutliche Hinweise, dass beide dieselbe Person sind, der Protagonist entdeckt dies jedoch erst, als es zu spät ist. Zu diesem Zeitpunkt übernimmt Tyler Durden immer mehr die Kontrolle, und wie im Roman Dr. Jeckyl und Mr. Hyde versucht der Protagonist nun verzweifelt, den Schaden, den er Nachts als Tyler Durden angerichtet hat, wieder gut zu machen und seinen destruktiven Plan – Project Mayhem – aufzuhalten. Was sind nun die Wertvorstellungen und Ideen dieses Tyler Durden, des unterdrückten Aspekts in der Seele des Protagonisten? Welche Motive machen den Roman und den Film für Leser und Zuschauer auch 20 Jahre nach seinem Erscheinen noch so faszinierend?

Antimaterialismus und Erleuchtung

Das Buch und der Film spielen sehr stark mit der Oberflächlichkeit des amerikanischen Turbokapitalismus der 90er-Jahre, nach den Steuersenkungen Ronald Reagons und inmitten des Spekulationsbooms an der Wallstreet. Der Film nimmt, ähnlich wie American Psycho, die oberflächliche Juppie-Kultur der 90er Jahre auf die Schippe, und der Protagonist ist einer ihrer stereotypen Vertreter: Er ist besessen von materiellen Gütern, vor allem Möbeln und Einrichtungsgegenständen, um seine bedeutungslose Existenz zu füllen: „Früher hatten wir Pornos durchgeblättert, jetzt waren es Wohndesign-Kataloge“. Tyler Durden dagegen wohnt in einem heruntergekommenen Haus und lehnt die Ansammlung materieller Dinge ab. Diese erzeugen seiner Meinung nach nur die Illusion von Vollständigkeit (Wenn ich noch dies oder jenes habe, werde ich glücklich…) und Perfektion, die den Menschen versklavt: „Die Dinge, die du besitzt, besitzen irgendwann dich!“ Überhaupt ist es eine Illusion, sein Leben verbessern zu wollen, indem man es kontrollieren will (und Konsum ist lediglich nichts anderes als der Versuch der Kontrolle über sein Wohlbefinden). Diese Kontrolle soll der Protagonist laut Tyler fahren lassen, um endlich richtig und authentisch zu leben.

Fight Club kreist immer wieder um das Thema Tod – durch die Augen der einzigen weiblichen Hauptfigur Marla Singer in bedrohlichem Ton geschildert, aber durch Tyler Durden romantisch verklärt. Für Tyler ist die unausweichliche Tatsache, dass wir sterben werden, die großartigste und befreiendste Erkenntnis, die es gibt. Diese Amor Fati, um mit Nietzsche zu sprechen die vollkommene Bejahung der eigenen Sterblichkeit und damit einhergehend die völlige Bejahung des Lebens selbst, stellt für Tyler die Erleuchtung dar, auf die bereits im Leben hingearbeitet werden soll: „Erst wenn wir alles verloren haben, haben wir die Freiheit, alles zu tun!“ In der Person Tyler Durdens verätzt sich der Protagonist selbst mit Lauge, fährt absichtlich in einen Straßengraben und lässt sich im Fight Club halb tot schlagen, nur um seine eigene Sterblichkeit zu spüren, und „dem Abgrund ein Stück näher zu kommen“. Schließlich befreit das Gedenken an den Tod von den vielen Konventionen und Verpflichtungen, die der Protagonist als Belastung erlebt. Genau wie die Außenwelt nur durch einen dämpfenden Schleier wahrgenommen wird, wenn der Protagonist sich von seinem Adrenalinrausch im Fight Club erholt, erscheinen die Probleme und Leiden des irdischen Daseins als unbedeutend im Lichte des unausweichlichen eigenen Todes.

Mit der absoluten Bejahung und romantischen Verklärung der eigenen Sterblichkeit geht ein weiteres Ideal Tylers einher, das Anleihen an die fernöstliche Philosophie zeigt: die Wertschätzung des Augenblicks als einziger Realität frei von Illusionen. Während der Protagonist in einer Scheinwelt lebt – er besucht Selbsthilfegruppen von unheilbar Kranken und praktiziert geführte Meditation, um sich an einen besseren Ort zu wünschen – zählt für Tyler Durden nur der jetzige Moment, egal ob schön, hässlich oder schmerzhaft. Dies wird besonders deutlich, als Tyler dem Protagonisten ätzende Lauge über die Hand schüttet: Der Protagonist soll nicht versuchen, den Schmerz zu verdrängen, sich einen anderen Ort vorzustellen, sondern er soll den Schmerz bewusst wahrnehmen und annehmen. Dies erinnert an buddhistische Achtsamkeitspraxis, etwa ausgedrückt im Zitat des Buddha aus dem Sutra über die Kenntnis vom besseren Weg des Alleinseins: „Unsere Verabredung mit dem Leben findet im gegenwärtigen Augenblick statt. Und der Treffpunkt ist genau da, wo wir uns gerade befinden.“ Viele buddhistische Mönche waren und sind in der Lage, unmenschliche Schmerzen zu ertragen, da sie durch Meditation darin geübt sind, den schmerzhaften Moment nicht zu verdrängen, sondern voll und ganz anzunehmen und ihm damit den Leidens-Aspekt zu nehmen (man denke an Mönche, die sich selbst Zähne ziehen oder an den extremsten Fall: Mönche, die sich selbst mit Benzin übergießen und verbrennen, wobei sie völlig unbewegt und schmerzfrei bleiben). Natürlich spielt in der buddhistischen Lehre der moralische Aspekt (Sila) eine wichtige Rolle – ein reines Herz, frei von Begierden ist nach buddhistischer Meinung die Voraussetzung, unsägliche Schmerzen ohne Regung zu ertragen. Doch diese Reinheit von Begierden fehlt dem geistesgestörten Protagonisten – der Schmerz wird nur oberflächlich angenommen, in Wirklichkeit jedoch ist der Rausch des Schmerzens, des Leidens nur ein Kick und als Droge eine Ablenkung von der grausamen Wirklichkeit. Mit dem Ertragen von Schmerz hängt jedoch ein weiterer Aspekt von Tylers Weltsicht zusammen:

Männlichkeit

Die Pole Männlich und Weiblich spielen in Fight Club eine wichtige Rolle, auch wenn nur eine weibliche Hauptfigur auftaucht. Der namenlose Protagonist steht für das weibliche Prinzip: Er ist passiv, weich, ängstlich, nervös und wenig durchsetzungsfähig. An seinen Vater, die wichtigste männliche Bezugsperson in seinem Leben, hat er nur wage Erinnerungen. Auch die Männer, mit denen er sich umgibt, verkörpern alle dieses Prinzip: Als der Protagonist nicht schlafen kann, besucht er eine Selbsthilfegruppe für Hodenkrebs-Patienten, von denen viele durch die Krankheit unfruchtbar und impotent geworden sind. Der Verlust der Genitalien steht für den Verlust der Männlichkeit, und mit diesen Männern identifiziert sich der Protagonist. Das einzige, was gegen seine Schlafstörungen hilft, ist, sich an der Brust eines ehemaligen Bodybuilders namens Robert Paulson auszuweinen. Weinen, sich umarmen, über seine Probleme sprechen – das sind die weiblichen Bewältigungsstrategien des Protagonisten, zumindest bis Tyler in sein Leben tritt. Tyler ist das genaue Gegenteil: Er ist maskulin, kräftig, impulsiv, unabhängig und potent – ein Alpha-Männchen, wie es im Buche steht. Er ist der männliche Gegenpol zur weiblichen Seite des Protagonisten – nicht umsonst schildert dieser, die beiden würden unter der Woche wie ein altes Ehepaar zusammen wohnen, wobei der Protagonist die Rolle der Ehefrau übernimmt.

Bei den Selbsthilfegruppen für chronisch Kranke findet der Protagonist ein Ventil für seine Frustration und Verzweiflung – doch nur so lange, bis Marla Singer auftaucht und droht, seinen Schwindel auffliegen zu lassen – schließlich ist er überhaupt nicht krank, sondern sucht nur Aufmerksamkeit und Nähe. Zusammen mit Tyler startet der Protagonist den Fight Club und definiert damit seine Männlichkeit neu.

Im Fight Club kämpfen zwei Männer gegeneinander, während die anderen einen Kreis um die Kämpfer bilden und sie anfeuern. Die Kämpfe – einer gegen einen, ohne Hemd und Schuhe, so lange, wie sie dauern müssen – ähneln einem archaischen Ritual, bei der die Neuankömmlinge ihre feminine Seite abstreifen und in eine Gemeinschaft von Männern initiiert werden: Der Fight Club ist das genaue Gegenteil der Selbsthilfegruppen. Die Mitglieder des Fight Clubs dürfen nicht über den Fight Club reden, aber sie tragen ihre Narben – blaue Augen, Prellungen, ausgeschlagene Zähne – als Erkennungszeichen und Trophäen. Nicht umsonst wird ein junger Mann namens „Angel Face“, der vom Protagonisten übel zugerichtet und entstellt wird, im Roman zum ersten Rekruten des Projekt Chaos, der nächsten Stufe des Fight Clubs. Aussehen spielt im Fight Club keine Rolle, im Gegenteil – wer sich am meisten verunstalten lässt, beweist die größte Verachtung für die eigene Gesundheit und steht somit ganz oben in der Hierarchie.

Statt Emotionen und Körperlichkeit stehen im Fight Club Aggression und Mut im Vordergrund. Dabei ist es nicht wichtig, wer gewinnt oder verliert – das Austeilen und Einstecken von Schmerzen, das Standhalten vor dem Gegner, die im Kampf zugezogenen Verletzungen – all das sind Zeichen der Männlichkeit. Statt sich emotional verletzlich zu machen und zu öffnen, blendet der Kämpfer im Adrenalinrausch die Wirklichkeit aus – sie wird im Taumel urtümlicher, steinzeitlicher Instinkte einfacher ertragen:

„Wenn der Kampf vorbei war, war nichts gelöst, aber nichts war von Bedeutung. Hinterher fühlten wir uns alle errettet.“

Auch Robert Paulson, dem nach einer Hormontherapie im Zuge seiner Hodenkrebs-Erkrankung weibliche Brüste gewachsen sind, schwärmt davon, er habe etwas Besseres gefunden als die Selbsthilfegruppen. Damit meint er den Fight Club. Das weibliche Prinzip hat ausgedient, und damit das historische Experiment der typisch weiblichen Konfliktbewältigung von Männern durch Empathie und Offenheit, die letztlich nur zu Frustration und Selbstverleugnung geführt hat.

Wenn das weibliche Prinzip abgelehnt wird, worin besteht dann Tylers Ideal von Männlichkeit? Vor allem in einer Form des Stoizismus, eines Fatalismus, der sich unempfindlich macht gegen die Widrigkeiten des Schicksals; der keine Hoffnung auf Erlösung durch eine starke Vaterfigur mehr hat und gerade aus dieser Verachtung des Schicksals ein trotziges Gefühl eigener Macht zieht. Das Widerstehen von Schmerzen im Fight Club ist nur ein Beispiel dafür:

„Ich sag dir, was: Halt dir vor Augen, dass es möglich wäre, dass Gott dich nie leiden konnte. Dass er dich nie gewollt hat. Bei realistischer Betrachtungsweise hasst er dich sogar. Aber das ist keine Katastrophe. Wir sind nicht auf ihn angewiesen. Scheiß auf Verdammnis und Wiederauferstehung… Wir sind Gottes ungewollte Kinder? So möge es sein!“

Nur wer alles verliert, hat die Chance, alles zu gewinnen; und nur wer keine Liebe und Zuneigung mehr sucht – mehr braucht – erlangt die absolute Freiheit.

Beziehungen zu Frauen spielen im männlichen Geheimbund des Fight Club keine Rolle mehr, das weibliche Prinzip wird als geheimnisvoll und gefährlich erlebt: So erwidert Tyler Durden, als er auf das Heiraten angesprochen wird:

„Wir sind `ne Generation von Männern, die von Frauen großgezogen wurden. Ich frag mich, ob noch `ne Frau wirklich die Antwort auf unsere Fragen ist.“

Das weibliche Prinzip war bisher beim Protagonisten und den anderen Mitgliedern des Fight Clubs vorherrschend, da das männliche Prinzip mit dem Rückzug des Vaters verschwunden ist. Doch das weibliche Prinzip hat aus den Männern – aus Sicht des Protagonisten – Schlappschwänze gemacht, die ihre innere Natur verleugnet haben. Das weibliche Prinzip muss demnach im Fight Club abgetötet werden. Auch wird die Frau an sich – verkörpert durch Marla Singer – als Bedrohung empfunden: Bedrohung für den Selbstbetrug des Protagonisten bei den Selbsthilfegruppen; Bedrohung für Tyler Durden – schließlich ist es Marla, die dem Protagonisten bestätigt, dass er und Tyler die gleiche Person sind. In Gestalt von Tyler Durden empfindet der Protagonist nichts als animalische Lust für Marla. Wahre Gefühle entwickelt seine weibliche, empfindsame Seite. So wird das weibliche Prinzip zu einer erlösenden Kraft im Roman, im Film sogar noch stärker, wie die Schlussszene mit dem Protagonisten und Marla verdeutlicht. Nur eine Frau schafft es, den Protagonisten wieder zurück zu holen aus seiner eigenen durch Verzweiflung und Selbstisolation geschaffenen Realität – wenn auch zu spät, um die Zerstörungsorgie des Projekt Chaos noch aufzuhalten. Die Romanvorlage bietet einen interessanteren, wenn auch weniger filmreifen Schluss: Hier folgen die Mitglieder der Selbsthilfegruppe zusammen mit Marla dem Protagonisten, auch wenn sie wissen, dass das Gebäude, in dem er sich befindet, zerstört werden soll. Das weibliche, empathische, fürsorgliche Prinzip siegt hier über den Todestrieb Tyler Durdens, der sein Werk, die Zerstörung der Wolkenkratzer, im Roman nicht vollenden kann.

Zivilisationskritik, Antikapitalismus und Konformität

Tyler Durden als destruktive Seite des Protagonisten ist nicht nur verantwortlich für den Fight Club, sondern auch für die Nachfolge-Organisation: Projekt Chaos (Project Mayhem), eine geheime Vereinigung, die nichts anderes anstrebt als die Vernichtung der US-amerikanischen, liberal-kapitalistischen Gesellschaft. Diese Gesellschaft wird vom Protagonisten in ihrer ganzen Oberflächlichkeit geschildert und karikiert: Von „portionierten Freundschaften“ auf langen Flugreisen, ohne wirkliche menschliche Kommunikation, über Kritik an der Werbeindustrie, die immer neue unnötige Bedürfnisse schafft, bis zur Verachtung von reichen Damen, die sich Fett absaugen lassen und dann teure Seife kaufen, die aus diesem Fett hergestellt wurde, prangert Tyler Durden alles an, was für ihn die Krankheit dieser Zivilisation darstellt:

“Durch die Werbung sind wir heiß auf Klamotten und Autos, machen Jobs, die wir hassen, kaufen dann Scheiße, die wir nicht brauchen.“

Das Glück durch den Konsum immer neuer Güter entpuppt sich genau so als Illusion wie die vermeintliche Chancengleichheit der amerikanischen Gesellschaft:

„Wir wurden durch das Fernsehen aufgezogen in dem Glauben, dass wir alle irgendwann mal Millionäre werden, Filmgötter, Rockstars… Werden wir aber nicht. Und das wird uns langsam klar. Und wir sind kurz, ganz kurz vorm Ausrasten.“

Der Fight Club zieht vor allem Männer der unteren Mittelschicht an – Kellner, Büroarbeiter, Mechaniker, kaum Akademiker (den Protagonisten ausgenommen). Der Hass des Fight Club richtet sich gegen die Mitglieder der amerikanischen Oberschicht, die Gewinner des Amerikanischen Traums – Firmenbosse, Politiker, Prominente. In der Rolle Tyler Durdens bezeichnet sich der Protagonist als Guerillakämpfer, nicht nur gegen die oberflächliche, saubere amerikanische Konsumgesellschaft – er schneidet Filmschnipsel aus Pornofilmen in familienfreundliche Zeichentrickfilme – sondern auch gegen die herrschende Klasse, an der er sich rächt, in dem er bei teuren Banketts als Kellner in die Suppe uriniert oder in das Essen spuckt. Der Fight Club ist gedacht als Aufstand von unten nach oben, als Vergeltung der „Zweitgeborenen der Geschichte“. So erklärt Tyler Durden einem hochrangigen Polizeibeamten, der den Fight Club schließen will:

„Pass auf: Ihr macht Jagd auf die Leute, auf die ihr angewiesen seid! Wir kochen eure Mahlzeiten, fahren eure Krankenwagen, stellen eure Anrufe durch, holen euren Müll ab. Wir bewachen euch, während ihr schlaft. Versucht nicht, uns zu verarschen!“

Wie sieht Tylers Gegenmodell zur bedeutungslosen, streng hierarchischen, ungerechten Kultur Amerikas aus? Im Grunde handelt es sich um einen archaischen Proto-Kommunismus, gepaart mit einer kruden Naturromantik in Anlehnung an Rousseau oder die amerikanischen Transzendentalisten wie Emmerson und Theraux. So träumt Tyler Durden von einem Ende der viel zu kompliziert gewordenen Hochgeschwindigkeits-Gesellschaft, von einem Rückkehr zur Natur und zu einer einfacheren, entschleunigten Lebensart:

„In der Welt, die ich sehe, jagst du Elche durch die feuchten, bewaldeten Schluchten rund um die Ruinen des Rockefeller Center. Du trägst Ledersachen, die den Rest deines Lebens halten werden. Du kletterst die dicken Kudzu-Ranken empor, die den Sears Tower umschlingen. Ein Blick hinunter, und du siehst winzige Gestalten, die Mais stampfen und Streifen von Wildbret auf der leeren Überholspur eines verlassenen Super-Highway auslegen.“

Ob es in dieser Welt Privateigentum geben soll und ob es wirklich so romantisch wäre, in eine Zeit ohne Impfungen, sauberes Trinkwasser und Antibiotika zurück zu kehren, darüber schweigt sich die Stimme des Protagonisten aus – ein Zeichen dafür, dass er sehr klare Vorstellungen davon hat, was er zerstören möchte, aber nur eine vage Idee von dem, was er an dessen Stelle setzen will.

Jede utopische Gesellschaftsidee fordert Opfer zu ihrer Verwirklichung, und Tyler Durden ist jedes Mittel recht, um die kapitalistische Gesellschaft zu Fall zu bringen. Dafür ruft er Projekt Chaos ins Leben. Hierbei handelt es sich jedoch nicht mehr um einen desorganisierten, amateurhaften Verein, in dem Männer am Wochenende ihren Frust herauslassen können, sondern um eine straff organisierte, paramilitärische, sektenähnliche Bewegung, die von den Mitgliedern völlige Hingabe verlangt. Nur wer drei volle Tage ohne Nahrung, Obdach und Ermutigung vor der Tür von Tylers zum Hauptquartier umfunktionierten Haus wartet, darf sein Training im Projekt Chaos beginnen. Dort wird der neue Rekrut einer gründlichen Gehirnwäsche unterzogen und erhält seine Rolle und Aufgabe in der Organisation. Die Männer des Projekt Chaos haben keine Namen und keine Individualität mehr – Tyler bezeichnet sie nur verächtlich als „Weltraumaffen – bereit sich zu opfern um einem höheren Ziel zu dienen“ – Spielfiguren in Tylers Rache an einer als ungerecht empfundenen Welt. Im Leben ist jeder Soldat des Projekt Chaos nur eine Nummer. Nur im Tod erhält er seinen Namen zurück – wie Robert Paulson, der bei einer nächtlichen Sabotageaktion von der Polizei erschossen wird – und nimmt seinen Platz als Märtyrer für die Weiterentwicklung der Menschheit ein.

Der Konformismus des Projekt Chaos, die Auslöschung der eigenen Identität und das Aufgehen in einem größeren Kollektiv, stellt für die enttäuschten, von der Gesellschaft nieder gehaltenen Männer den letzten Ausweg aus der Individualismus-Falle dar – der als zu hoch empfundenen Verantwortung, für sein eigenes Glück und Scheitern selbst verantwortlich zu sein. Hier muss man nicht lange suchen, um Parallelen in der echten Welt zu finden – die totalitären Systeme des 20. Jahrhunderts, Sekten und religiöse Fundamentalisten sind nur einige der traurigen Beispiele für den Herdentrieb der Menschen, dessen sich auch Tyler als charismatischer Anführer und furchtloser Visionär bedient.

Wie realistisch ist nun Tylers Sicht auf die Gesellschaft und ließe sich seine Utopie in der heutigen Welt verwirklichen? Der Roman ist nun bereits 22 Jahre alt – der Film 19 Jahre – doch trägt es wohl zur Beliebtheit dieses zeitlosen Klassikers bei, dass die Gesellschaftsprobleme, die er anspricht, heute noch genau so aktuell sind. Die Krise des Kapitalismus ist nun bereits so alt wie der Kapitalismus selbst, seit Marx seine ersten Analysen über diese Form des menschlichen Wirtschaftens aufgestellt hat. Und besonders seit der weltweiten Bankenkrise des Jahres 2008 wurden vermehrt Stimmen laut, die das amerikanische Modell des deregulierten Turbokapitalismus, besonders die Spekulation mit Unsummen von Geldern aus der Realwirtschaft, aber auch den permanenten Zwang zum Wirtschaftswachstum, die aufgehende Schere zwischen Arm und Reich und den grassierenden Konsum mit seinen Problemen für die Umwelt anprangern. Von links gerichteten Gruppen in Europa, über die Occupy-Bewegung in den USA bis zu akademischen Fürsprechern einer gerechteren, humaneren kapitalistischen Ordnung zieht sich diese Kritik durch alle Gesellschaftsbereiche. Auch gewaltbereite Gruppierungen im Stile des Projekt Chaos sind uns nicht unbekannt – in Deutschland wohl am ehesten verkörpert durch linksradikale Bewegungen wie die RAF, aber auch heute noch in Gestalt links-autonomer Vereinigungen. Dieses Ziel des Projekt Chaos ist uns als nicht unbekannt.

Einher mit der Krise des Kapitalismus geht die Auflösung traditioneller Familienstrukturen und damit eine Krise der Männlichkeit. Junge Männer – heute von manchen sogar als Verlierer der Emanzipationsbewegung bezeichnet – werden in der Tat hauptsächlich von Müttern erzogen, während der Großteil der Väter sich aus dem familiären Bereich in die Sphäre der Arbeit zurückgezogen hat. War es früher der Vater, der den Jungen aus dem Bereich der Mutter, also der Frauen, herausholte und in den Bereich der Männer, in die Arbeit und die öffentliche Sphäre einführte, so fehlt diese Initiationsinstanz heute weitgehend. Damit einher gehen eine große Verunsicherung und die Frage, was eigentlich einen Mann zum Mann macht. Vermeintliche Symbole der Männlichkeit wie Alkohol- und Drogenkonsum, Risikoverhalten, Fitnesskult und Pornografie spielen heute die Rolle der Initiationsriten früherer Kulturen – ohne dass der moderne Mann jedoch seine gesellschaftliche Aufgabe und Rolle kennen würde. Die Sehnsucht nach einem klaren Rollenvorbild – einem Tyler Durden, der jungen Männern eine Vision von Männlichkeit bietet, die aus eigener Kraft zu erreichen ist, ist meiner Meinung nach auch heute vorhanden – und der Spagat zwischen Softie und Macho, zwischen dem femininen, rezeptiven Protagonisten, der seine männliche Seite unterdrücken muss, und dem maskulinen, aktiven Tyler Durden, der rücksichtlos seine Interessen auslebt,  ist für moderne Männer genau so schwierig wie für die Verunsicherten Figuren im Roman.

Interessant wäre nun die Frage, ob es auch in der echten Welt so etwas wie einen Fight Club und das Projekt Chaos geben könnte. Die Idee einer paramilitärischen Gruppierung, die die Werte des Staates und der Gesellschaft im Ganzen ablehnt und einen Umsturz derselben ablehnt, ist nicht weit hergeholt. Solche Gruppen gibt es in den USA, etwa in der Gestalt neonazistischer und rassistischer Untergrundorganisationen, dem Ku Klux Klan oder bewaffneter Milizen (etwa der sog. Oregon-Miliz), die vor allem während der Amtszeit Präsident Obamas starke Kritik am herrschenden System übten. Diesen Organisationen werden Versuche von Sabotageattacken und Sprengstoffanschlägen auf Regierungsgebäude zur Last gelegt – ähnlich wie den Soldaten des Projekt Chaos. Der Unterschied dürfte in der politischen Ideologie sein – dem Projekt Chaos fehlt die revisionistische, rassistische Ausrichtung – und in der schieren Größe.

Als dem Protagonist sein Leben immer mehr entgleitet und er sich immer öfter in Tyler Durden verwandelt, schildert er, wie er durch Amerika reist und überall Männer mit blauen Augen, Prellungen und ausgeschlagenen Zähnen sieht. Überall sprießen Fight Clubs aus dem Boden, werden Kämpfer für das Projekt Chaos rekrutiert. Die Mitglieder haben längst die Gesellschaft unterwandert und sind zu einem solchen Machtfaktor geworden, dass alle Gegner, die dem Projekt Chaos gefährlich werden könnten, einfach eingeschüchtert oder kalt gestellt werden können. Projekt Chaos kann durch die schiere Zahl der Mitglieder längst keine geheime Untergrundgesellschaft mehr sein, sondern müsste schon längst zum Staat im Staate, zur Parallelgesellschaft angewachsen sein. Und hier hören meiner Meinung nach die Parallelen zur wahren Welt auf:

Das Verschwinden einer so großen Zahl von jungen, berufstätigen Männern aus ihrem gewohnten Lebensumfeld in eine paramilitärische Vereinigung müsste bei den Angehörigen Misstrauen erzeugen – sie könnten nicht einfach spurlos verschwinden und ihre Zerstörungsakte im Verborgenen planen. Projekt Chaos besteht nicht, wie viele erfolgreiche terroristische Organisationen, aus relativ unabhängigen, lose verbundenen Zellen, sondern ist streng hierarchisch auf die Person Tyler Durdens ausgerichtet, der seine Macht durch Kommitees und Unterkommitees ausübt. Nur durch ein paar undichte Stellen wären alle Akte des Projekt Chaos auf Tyler Durden zurückzuführen, der zudem in seiner Gestalt als normaler Büroangestellter völlig ahnungslos und eine leichte Zielscheibe ist. Die Geheimhaltung ist also ein Problem. Das zweite ist die Frage der Grenze zwischen den Tätern und den Opfern von Projekt Chaos.

Der finale Plan des Projekt Chaos ist es, die Zentralen aller Kreditkarten-Institute in den Vereinigten Staaten in die Luft zu sprengen. Doch wer würde durch diese Zerstörungsorgie zu Schaden kommen? Bei der Fülle an Zielobjekten plus der Fülle der eingeweihten Mitglieder wären es mit großer Sicherheit auch die Angehörigen des Projekt Chaos – Familienmitglieder, ehemalige Freunde und Kollegen, die getötet werden würden. Ja nicht einmal Kollateralschäden in den eigenen Reihen könnten bei einer Vernichtung dieses Ausmaßes vermieden werden. Die Opfer wären nicht mehr die Mitglieder der Oberschicht – insofern diese nicht ohnehin schon in die Fight Clubs eingesickert wären, denn der Eintritt steht jedem offen und wer sagt schon, dass Reiche nicht die gleichen Probleme und Frustrationen mitbringen – sondern es wären die Mitglieder und ihresgleichen. Für einen solch suizidalen Akt wäre ein enormes Maß der Gehirnwäsche nötig. Präzedenzfälle dafür gibt es natürlich – den Massensuizid von Jonestown zum Beispiel oder das Feuergefecht zwischen Angehörigen der Davidianer-Sekte und dem FBI – aber hierbei handelte es sich um isolierte Gemeinschaften, schon geografisch. Die Mitglieder des Projekt Chaos können unmöglich alle in Baracken hausen – das würde zu viel Aufmerksamkeit erregen. Sie bewegen sich also notgedrungen in der Gesellschaft und sind somit Einflüssen ausgesetzt, die mit Tylers Zivilisationskritik und Todesromantik konkurrieren: Fernsehen, Werbung, Politik, Therapeuten, Familie. Die Mitglieder des Fight Club mögen isolierte Einzelgänger sein – doch es sind Einzelgänger mit Berufen, mit gesellschaftlichen Positionen, und ihre Radikalisierung müsste auf höchster Stelle auffallen. Tyler Durden müsste schon ein Organisationsgenie höchsten Ranges sein, um so viele Männer aus so vielen unterschiedlichen Gesellschaftsschichten auf einen Nenner einzuschwören. Sogar die Schaffung eines monolithischen Feindbildes halte ich für schwierig: Marx rechnete damit, die Arbeiterklasse würde sich erheben und gewaltsam gegen die Klasse der Besitzenden rebellieren. Was jedoch auf breiter Front geschah, war, dass die Arbeiterklasse versuchte, sich ökonomisch der Klasse der Kapitalisten anzupassen und diese nachzuahmen (so wie das gehobene Bürgertum die Sitten des Adels kopierte). Sich über seinen herrschsüchtigen Boss zu beschweren mag verständlich sein – das Ablassen von Frust bei einer gelungenen Tracht Prügel im Fight Club auch – doch das Ausschalten des Bosses, ja aller Besitzenden würde jeden sozialen Aufstieg zunichte und alle Menschen gleich arm machen. Natürlich könnte der Hass der Mitglieder des Fight Club auf die Oberschicht groß genug sein – historische Präzedenzen für eine solch radikale Ablehnung der bestehenden Gesellschaftsordnung sehe ich jedoch nicht, und schon gar nicht im satten Amerika der 90er Jahre mit seinen Luxusproblemen.

Der Realismus von Fight Club hält sich also in Grenzen – doch darauf kommt es nicht an. Wichtig ist nicht, ob die Vision des Films realisiert werden könnte oder nicht, sondern welches Bild der Roman und der Film dem Leser selbst zurückspiegelt. Fight Club ist so befriedigend zu lesen und anzusehen, weil er mit Problemen spielt, die jeder Mann in seinem Leben kennt. Jeder Mann wird sich, ob er will oder nicht, in gewissen Momenten im Protagonisten wiederfinden. Und er wird sich in gewissen Momenten wünschen, wie Tyler Durden zu sein. Der Film zeichnet eine faszinierende Was-wäre-wenn-Vorstellung: Er potenziert die Frustrationen des Alltags, die Unzufriedenheit mit der Gesellschaft, die Kritik am herrschenden System ins Unermessliche und stellt die Frage, was wäre, wenn sich diese destruktiven Gefühle auf höchster Ebene Bahn brechen würden, ohne von einer ziviliserenden Macht oder Vernunft zurückgehalten zu werden. Der Film erzählt uns mehr über unsere eigenen Unzulänglichkeiten, als dass er realistische Lösungen anbietet – doch dies allein kann bereits ein wirkungsvolles Ventil sein – zumindest für die Dauer des Buchs oder des Films…